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Heiße Phase bei Jung Bonbon

Adventskalenderproduktion in Arnstadt

Von Anfang Oktober bis Ende November laufen bei der Jung-Tochter foodvertising in Arnstadt die Maschinen heiß. Denn auf diese acht Wochen beschränkt sich die alljährliche Adventskalenderproduktion. Die hohe Fertigungstiefe und viele verschiedene Modelle erlauben größtmögliche Flexibilität und das Eingehen auf individuelle Kundenwünsche. Ein Blick hinter die Kulissen mitten in der vorweihnachtlichen Hochsaison.

Jung Bonbon-Geschäftsführer Jörg Denning mit seinem Verkaufsschlager: dem XS-Adventskalender

Jung Bonbon-Geschäftsführer Jörg Dennig mit seinem Verkaufsschlager: dem XS-Adventskalender

Zum Wetter hat Jörg Dennig eine eigene Meinung: Während sich die meisten Menschen über einen goldenen Spätherbst und die letzten warmen Sonnenstrahlen freuen, kann es für den Geschäftsführer der Jung Bonbonfabrik in dieser Zeit gar nicht kalt genug sein. Denn im Oktober und November eines Jahres ist Hochsaison für Adventskalender, und Dennig weiß: „So lange die Sonne scheint, denken die Leute nicht daran, Adventskalender zu kaufen. Sobald die Temperaturen fallen, merken wir, dass die Verkäufe anziehen.“

Für den Gesamtabsatz sind die klimatischen Bedingungen dabei nicht einmal so entscheidend: Unternehmen, die Adventskalender als Werbeartikel für ihre Mitarbeiter und Geschäftskunden einsetzen wollen, werden dies auch noch kurz vor knapp tun. Probleme ergeben sich eher für die Fertigung, denn die Zeitspanne für die Adventskalenderproduktion ist ohnehin recht knapp bemessen, und wenn – wie in diesem Jahr anvisiert – eine Zahl von drei Millionen Adventskalendern innerhalb von vier statt von acht Wochen gefertigt werden muss, kommen Dennig und sein Team gehörig ins Schwitzen. Knackig kalte Herbsttage, die verfrüht Gedanken an Glühwein, Punsch und heimelige Weihnachtsatmosphäre mit Schokoladen- und Lebkuchenprodukten aufkommen lassen, sind daher ganz nach dem Geschmack des Jung-Geschäftsführers.

Brauchtum

Ein großer Teil des Weihnachtsumsatzes der Jung Bonbonfabrik entfällt auf das Adventskalendergeschäft. Doch dieses ist naturgemäß ein reines Saisongeschäft. „Investitionen, die wir im Adventskalenderbereich tätigen, müssen sich über das ganze Jahr rechnen, obwohl die Maschinen nur rund acht Wochen laufen“, erklärt Dennig. Da liegt es eigentlich nahe, die Idee des Adventskalenders auch auf andere Bereiche zu übertragen – ihn zu Ostern einzusetzen oder als Countdowner für Firmenevents. Doch das funktioniert, so Dennig, nur in ganz seltenen Fällen, wenn Ostern z.B. auf den 24. April fällt. „Der Adventskalender ist ein Brauchtum – übrigens ein deutsches Brauchtum, das man außerhalb des D/A/CH-Bereichs kaum kennt. Man kann einen solchen Brauch in seinem Wesen nicht verändern. Ein Adventskalender hat immer 24 Türchen und ist für die Vorweihnachtszeit bestimmt. Alles andere findet keine Akzeptanz beim Verbraucher und kann daher auch für die Werbung nicht genutzt werden.“

Doch diese zeitliche Beschränkung stellt einen herstellenden Betrieb zwangsläufig vor große Herausforderungen. Nicht nur die Maschinen, auch viele Mitarbeiter werden nur für die heiße Phase der Adventskalenderproduktion benötigt. Sie haben keine langen Einarbeitungszeiten und müssen sich dennoch schnell mit der Materie auskennen, um Produktionsfehler und damit Zeitverlust zu vermeiden. „Hinzu kommt“, so Dennig, „dass wir ein reiner On-Demand-Hersteller sind. Wir können ja nichts auf Halde produzieren, sondern beginnen immer erst nach Eingang eines Auftrags mit der Fertigung. Veränderungen im Bestellverhalten gegenüber den Vorjahren sind jedoch kaum zu kalkulieren.“ So kann es vorkommen, dass ein Unternehmen in einem Jahr Adventskalender mit kleinen Schokoladen-Weihnachtsmännern in großen Stückzahlen ordert, im nächsten Jahr aber lieber Ritter Sport-Tafeln als Befüllung wünscht. Um auf solche Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein, hält Jung die Leckereien der Lieferantenpartner – darunter klangvolle Namen von Gubor über Ritter Sport bis hin zu Brandt oder Bahlsen – auf Lager, gleichzeitig darum bemüht, keine Überhänge aufkommen zu lassen, denn Süßwaren sind verderbliche Ware, die nicht beliebig lang eingesetzt werden kann.

Größtmögliche Flexibilität

Um in einem solch komplizierten Business wie der On-Demand-Produktion kundenindividueller Saisonprodukte erfolgreich zu sein, braucht es größtmögliche Flexibilität. Über die verfügt Jung Bonbon im thüringischen Arnstadt. Unweit der Landeshauptstadt Erfurt haben Jörg Dennig und sein Partner Stefan Kühlbrey hier 2006 die Jung-Tochter foodvertising eröffnet. Während am Stammsitz in Vaihingen/Enz nach wie vor Verwaltung, Vertrieb sowie die Bonbon- und Pfefferminzproduktion untergebracht sind, werden in Arnstadt alle Fruchtgummi- und Schokoladenprodukte abgepackt, veredelt und verschickt. Der Standort bietet gute Voraussetzungen. Zentral in der Mitte Deutschlands gelegen, ist er hervorragend ans Autobahnnetz angebunden, weshalb hier auch große Logistiker und Industrieunternehmen – von der Solarindustrie bis zum Flugzeugbau – Produktionsfilialen aufgebaut haben. Arnstadt gehört so zu den wenigen boomenden Industrieregionen in den neuen Bundesländern. Vorteile für foodvertising ergeben sich aus der Mitgliedschaft im Erfurter Kreuz, einem Zusammenschluss von mehr als 30 Unternehmen, die zusammen derzeit rund 13.000 Mitarbeiter beschäftigen und so einiges an Gewicht auch für die örtliche Politik haben. Die angesiedelten Industriebetriebe haben jedoch nicht nur feste Arbeitsplätze eingerichtet, sondern auch einen hohen Bedarf an Zeitarbeitskräften ausgelöst. Davon profitiert Jung bei der Suche nach Saisonarbeitern.

Um die Weihnachtsproduktion stemmen zu können, braucht der Spezialist für süße Werbeideen etwa 150 Kräfte, darunter auch viele feste Mitarbeiter, die mit den Abläufen besser vertraut sind und das freie Personal einweisen können. „Viele unserer Zeitarbeitskräfte haben mittlerweile auch eine feste Stelle bei uns angeboten bekommen, weil sie sich während der Produktion bewährt haben“, konstatiert Dennig. Gefertigt wird nach strengen Qualitätsmaßstäben, die HACCP-Richtlinien (Hazard Analysis and Critical Control Points) zur Gefahrenanalyse im Lebensmittelsektor sind fest etabliert. Selbstverständlich können alle Produkte permanent rückverfolgt werden, Reklamationen sind, so Dennig, die absolute Ausnahme.

Ein weiterer Vorteil der Produktion in Arnstadt ist die große Fertigungstiefe. Mit Ausnahme der Schokoladenproduktion selbst sind alle Produktionsschritte vor Ort vereint. Der Individualisierungsbereich wurde in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut und ist bereits an die räumlichen Kapazitätsgrenzen gestoßen. Insbesondere der Digitaldruck ist sehr leistungsstark. An historisch anmutenden, aber immer noch voll funktionstüchtigen Heidelberg-Maschinen werden die Stanzungen vorgenommen. Buchbinderei, ein großzügiger Maschinenpark für die Befüllung der Adventskalender und ein geräumiges Lager erlauben es dem Unternehmen, nicht nur individuelle Anfragen zu bedienen, sondern vor allem auch sehr kurzfristige. Selbst Aufträge, die erst drei Tage vor Monatsende im November eingingen, sind in der Vergangenheit noch rechtzeitig bis zum 1. Dezember beim Empfänger ausgeliefert worden.

Viele Modelle

Mit dieser Flexibilität reagiert Jung auf die Markterfordernisse. Immer individueller, immer kurzfristiger werden die Anfragen, die der Anwender von Werbeartikeln an den Handel und damit an Jung Bonbon stellt. Um die unterschiedlichen Wünsche nach Budget, Design oder Zielgruppe punktgenau bedienen zu können, ohne dabei permanent das Rad – oder vielmehr den Adventskalender – neu erfinden zu müssen, hat Jung eine Vielzahl verschiedener Adventskalendermodelle im Programm. Hinter jedem Modell steht eine Maschine, die sich im Laufe von sechs bis acht heißen Wochen rentieren muss. Vom günstigen Discount-Adventskalender in Vollkarton-Hülle über den mit 24 Schokofiguren gefüllten Figuren-Adventskalender, den Retro-Tisch-Adventskalender mit Nostalgiemotiv, den klassischen Wandkalender oder ein quadratisches Modell bis hin zu den mit Gubor-Schokolade oder Mini-Trüffeln gefüllten Premiumvarianten an Tisch-Adventskalendern reicht das facettenreiche Angebot.

Eine echte Größe im Sortiment ist der Design Wand-Adventskalender in einem Format von 24,4 x 34,4 cm. Befüllt mit 24 Stücken Edel-Vollmilchschokolade von Gubor hat der Anwender hier freie Gestaltungsmöglichkeiten. Er kann sein Motiv aus 50 Standardvorlagen auswählen oder das Deckblatt komplett individuell gestalten. Gedruckt wird bis 10.000 Stück im Digital- ab 15.000 Stück im Offsetdruck. Mit einer neuen Gestaltungsidee schlägt Jung zudem den Bogen zur Online-Welt. In ein Motiv mit lauter Geschenkpaketen sind sechs QR-Codes integriert, die standardisiert zu sechs Weihnachtswitzen führen, aber natürlich auch zu individuell gewählten Inhalten verlinken können.

Noch mehr Exklusivität verspricht der System-Adventskalender. Hier sind individuelle Formstanzungen möglich, sodass z.B. das Logo oder bestimmte Motivwelten nachgeahmt werden können. Verschiedene Automarken etwa haben bereits einen Adventskalender in Form eines Autos als vorweihnachtliches Präsent eingesetzt.

Bestseller im Programm – zumindest gemessen an den Stückzahlen – ist der XS-Adventskalender, eine Miniversion, die mit gerade mal 14 x 12,5 cm Größe auch portofreundlich verschickt werden kann. Mit 24 Knusperkugeln von Brandt oder Gubor bestückt, ersetzt er in vielen Betrieben mittlerweile die traditionelle Weihnachtskarte – ist er doch insgesamt kaum teurer, aber dafür umso aufmerksamkeitsstärker und zudem während der ganzen Adventszeit präsent. Bei Stückzahlen von über einer Million Exemplare, die jährlich verkauft werden, sind während der Saison zwei Maschinen im Zweischicht-Betrieb komplett mit der Fertigung ausgelastet. Typisch für Jung ist, dass um das Produkt eine Peripherie an Dienstleistungen entstanden ist, die es zusätzlich aufwerten. So wurde eine Versandtasche mit Fensterstanzung entwickelt, die es ermöglicht, dem süßen Gruß ein Anschreiben beizufügen, das an den jeweiligen Empfänger adressiert ist. Alles mit dem Ziel, es dem Händler und seinen Industriekunden in den Abläufen so einfach wie möglich zu machen.

„Dreidimensionale Verlagsprodukte“

Der XS-Adventskalender ist wie viele andere der Modelle ein gutes Beispiel für Jörg Dennigs Credo: „Ein guter Werbeartikel muss etwas können. Der gute Geschmack ist eigentlich selbstverständlich. In unserer Branche kommt es oft mehr auf die Hülle als auf den Inhalt an. Ursprünglich komme ich aus dem Verlagswesen, und so ganz habe ich mich nie davon entfernt: Für mich sind unsere Produkte so etwas wie dreidimensionale Verlagserzeugnisse. Sie wollen ja alle etwas kommunizieren.“

Die Kreativität einerseits mit der Machbarkeit andererseits unter einen Hut zu bringen ist die große Kunst. Im Bereich der Adventskalender ist das Dennig und seinem Team ganz offenbar gelungen. Zwischenzeitlich ist in vielen Teilen Deutschlands schon der erste Schnee gefallen. Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Adventskalendersaison 2012.

www.jung-europe.de

 

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2016-10-21T11:35:22+00:0012. November 2012|