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Paul Stricker auf Wachstumskurs

Das Management-Team (f.t.l.): Lígia Jorge (COO), Ricardo Stricker (CEO), Catarina Stricker (Leitung Produktabteilung), Sílvia Silva (Leitung Portugal), Alexandre Gil (CFO), Sofia

Das Management-Team (f.t.l.): Lígia Jorge (COO), Ricardo Stricker (CEO), Catarina Stricker (Leitung Produktabteilung), Sílvia Silva (Leitung Portugal), Alexandre Gil (CFO), Sofia

Paul Stricker gehört nicht nur zu den größten Importeuren der Iberischen Halbinsel, sondern ist mit Zweigstellen in Schanghai, den Niederlanden, Sao Paulo und Barcelona bereits ein echter Global Player. Mit einem starken Fokus auf den Export ist es dem portugiesischen Unternehmen gelungen, die Untiefen der Krise zu umschiffen. Partner in ganz Europa wissen das wettbewerbsfähige Portfolio und die umfassenden Serviceleistungen des Familienbetriebes zu schätzen. ((Lead))

Aus Portugal hört man leider zur Zeit nicht viel Gutes. Der Staat gehört zu den EU-Mitgliedern, die am schlimmsten von der Wirtschaftskrise betroffen sind, und die Lage ist nach wie vor prekär. Ein positives Signal setzen da Unternehmen, denen es gelingt, die Abwärtsspirale zu verlassen. „Wir sind im vergangenen Jahr um mehr als 8% gewachsen“, berichtet Seniorchef Ricardo Stricker, Sohn des namensgebenden Unternehmensgründers. „In diesem Jahr rechnen wir mit einem Wachstum von mehr als 30%. Unser Plan, die Wirtschaftskrise durch eine konsequente Neuaufstellung zu umgehen, scheint also aufzugehen.“

Rund zwei Jahre ist es her, als Stricker eine großangelegte Offensive in Richtung Internationalisierung startete. In diesem Zeitraum gelang es dem Unternehmen, seinen Exportanteil von weniger als 10 auf rund 50% zu steigern. Und das, obwohl der Name Stricker bis dato Werbeartikelhändlern außerhalb der iberischen Halbinsel kaum bekannt war. „Unser Sprung in internationale Gewässer ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Evolution“, so Ricardo Stricker.

Schreibgerätespezialist wird Importeur

Die Anfänge des Unternehmens reichen ins Jahr 1944 zurück. Der Österreicher Paul Stricker legte den Grundstein mit einem Betrieb, der auf die Reparatur von Schreibgeräten spezialisiert war. Schon bald folgte ein eigenes Schreibgeräte-Sortiment. „Wir werden von Vielen bis heute mit Schreibgeräten in Verbindung gebracht“, erklärt Ricardo Stricker. „Irgendwann haben wir unser Sortiment um Schreibwaren erweitert, um uns schließlich auf Werbeartikel zu konzentrieren – damals gehörten wir zu den Pionieren der Branche in Portugal.“ In den 1990er Jahren wurde Stricker exklusiver Vertriebspartner einiger bedeutender europäischer Lieferanten im portugiesischen Markt, bis sich das Unternehmen Ende des Jahrtausends entschloss, selbst in den Import einzusteigen. „1999 besuchte ich meine erste Fernost-Messe. Innerhalb von sechs Monaten haben wir dann unser Kerngeschäft komplett verlagert“, berichtet Ricardo Stricker. „Unser erster eigener, reiner Werbeartikel-Katalog erschien im Jahr 2000, gleichzeitig brachte das Importgeschäft einen steigenden Bedarf an Lagerkapazität mit sich.“ Dieser führte 2003 zum Bezug des heutigen Hauptsitzes in Murtede, unweit der altehrwürdigen Universitätsstadt Coimbra.

Innerhalb weniger Jahre stieg Stricker zum führenden portugiesischen Importeur auf, der 2009 ein eigenes Büro in Schanghai eröffnete. Im Jahre 2010 schließlich wurden einige tiefgreifende Veränderungen eingeleitet: Paulo und Catarina Stricker, die Kinder von Ricardo Stricker und seiner Frau Lígia Jorge – ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung – traten ins Unternehmen ein. CFO Alexandre Gil und eine Reihe weiterer junger Nachwuchskräfte ergänzten das Management-Team. „Wir haben eine Menge neuer Impulse eingebracht: Meine Schwester Catarina ist Ingenieurin und leidenschaftliche Produktdesignerin, Alexandre kommt aus den Finanzbereich bei Deloitte ich waren zuvor im Management Consulting für McKinsey tätig“, so Paulo Stricker (nicht zu verwechseln mit seinem Großvater, dem Unternehmensgründer Paul Stricker). „Das Know-how, das wir uns im Consulting aneignen konnten, war bei der Neuaufstellung in Richtung Internationalisierung äußerst hilfreich. Gleichzeitig kannten Catarina und ich das Unternehmen jedoch von klein auf – wir haben als Kinder praktisch hier gelebt.“ Ricardo Stricker ergänzt: „Unser Team hat sich stark verjüngt – das brachte frischen Wind für die geplanten Vorhaben. Das Fundament für die nächste Dekade ist gelegt.“

Global aufgestellt

Im gleichen Jahr stellte Stricker, bis dato lediglich auf der Expo Reclam in Madrid präsent, erstmals auf der PSI aus. Zudem gründete das Unternehmen Büros in Lissabon und Barcelona, letzteres geleitet von Gabriel Moese, dem amtierenden Vorsitzenden des spanisch-portugiesischen Branchenverbands Fyvar.

2011 etablierte man eine exklusive Vertriebspartnerschaft für die Türkei mit einem Partner vor Ort, und im September 2012 eröffnete ein Büro im niederländischen Alkmaar. Last but not least geht zum Jahresende eine Zweigstelle in Sao Paolo an den Start, die auf den Direktimport aus China fokussiert ist. Paulo Stricker: „Brasilien ist ein riesiger Markt mit viel Potenzial. Es ist für uns aufgrund der gemeinsamen Sprache verhältnismäßig einfach, dort Fuß zu fassen. Außerdem habe ich vier Jahre dort gelebt und kenne die Business-Kultur des Landes, die sich von der europäischen recht stark unterscheidet.“

Schaltzentrale in Murtede

Kunden in der Region um die portugiesische Hauptstadt bedient ein Büro mit Showroom in Lissabon, Schaltzentrale aller europäischen Aktivitäten jedoch ist der zentral gelegene und gut angebundene Hauptsitz in Murtede. 50 der rund 80 weltweit für Paul Stricker tätigen Mitarbeiter kümmern sich hier um Geschäftsleitung, Marketing, Vertrieb, Back Office – und natürlich Lagerhaltung: Insgesamt kann das Unternehmen derzeit auf rund 10.000 qm Lagerfläche zurückgreifen und hält Ware im Wert von rund 5 Mio. Euro ständig verfügbar. Die Lagerfläche soll mittelfristig noch erweitert werden.

Die Individualisierung per Laserdruck erledigt Paul Stricker seit Kurzem im eigenen Haus an einer hochmodernen Maschine. Im Januar 2013 wird zudem der Druckbetrieb, bei dem Paul Stricker seit vielen Jahren seine Produkte individualisieren lässt, Teil der Gruppe. Tampon-, Sieb-, Transfer- und Sublimationsdruck erfolgen dann im eigenen Haus – ein logischer Schritt, wie Ricardo Stricker erklärt: „Durch den Erwerb des Druckbetriebes können wir unsere ohnehin bereits sehr niedrigen Druckkosten und kurzen Produktionszeiten weiter senken.“

Importkompetenz

Als Vollsortiment-Importeur bietet Stricker eine breite Auswahl von Produkten – etwa 800 verschiedene Artikel und rund 2.200 Variationen umfasst das aktuelle Portfolio, präsentiert in einem jährlich erscheinenden Katalog. Besonders stark ist das Unternehmen in den Bereichen Kappen, Non Woven-Bags, Schirme und Schreibgeräte, zusätzlich werden gezielt Nischen oder Teilbereiche wie Kinderprodukte, eine Bambus-Serie sowie Aluminiumflaschen ausgebaut. Darüber hinaus wird die Anzahl eigener Designs vorangetrieben. „Etwa 20% unserer Produkte sind eigene Designs, ein gutes Beispiel ist der Taschenbereich. Im nächsten Jahr wollen wir die ersten Designs eintragen und schützen lassen“, kündigt Catarina Stricker, die die Produktentwicklung verantwortet, an. „Das ist wichtig mit Blick auf den Wettbewerb. Außerdem braucht es neue Produkte, um die alten verkaufen zu können.“

Eingekauft wird bei Produzenten in ganz China. Dank seines eigenen Procurement-Büros in Schanghai kann Paul Stricker nicht nur eine optimale Auftragsbearbeitung und Kommunikation mit den Produzenten, sondern auch ein gutes Qualitätsmanagement garantieren. Lígia Jorge, COO der Gruppe: „Man muss heute in China genauso vorsichtig sein wie vor 20 Jahren. Deshalb checken wir bereits das Rohmaterial genauso gründlich wie das fertige Produkt. Dieses prüfen wir in China, wo wir mit Prüfgesellschaften wie SGS zusammenarbeiten, und noch einmal bei der Ankunft in Portugal.“

In jedem Falle gilt: Qualität steht an vorderster Stelle – Paulo Stricker: „Der portugiesische und der spanische Markt sind sehr preisorientiert. Wir können ausgesprochen wettbewerbsfähige Preise bieten, lehnen es jedoch ab, eine bestimmte Preisgrenze zu unterschreiten, weil wir dann ein bestimmtes Qualitätsniveau nicht mehr garantieren könnten.“

Dafür kommt Paul Stricker „preissensitiven“ Handelspartnern in anderer Weise entgegen: „Wir haben quasi keine Mindestordermenge“, erklärt Alexandre Gil. „Außerdem liefern wir nicht nur volle Kartons aus. Es kann vorkommen, dass ein Kunde aus Portugal oder Spanien 20 Stifte bestellt, dann liefern wir ihm diese. Aufgrund der Krise sind die durchschnittlichen Mengen immer kleiner geworden, aber wir wollen auch Kunden behalten, die kürzer treten.“ Lígia Jorge ergänzt: „Die Zeiten sind für alle nicht leicht, wir müssen die Dinge für unsere Kunden vereinfachen.“

„Gegen das Klischee“

Kundenbindung, partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie ein schneller, effizienter und zuverlässiger Service gehören zu den Kernpunkten der Stricker-Unternehmensphilosophie. „Wir sind von 9 bis 19 Uhr (CET) und häufig auch nach Feierabend noch erreichbar“, so Alexandre Gil. „Wenn ein französischer Kunde um 19 Uhr bei uns anruft und ein Muster ordert, kommt es am nächsten Tag bei ihm an – das ist Standard. Wir verfügen über einen Logistikapparat auf dem neuesten Stand – Beweis ist der Erfolg, den wir in der Türkei, also auf der anderen Seite des Kontinents, haben.“

Innerhalb von 48 Stunden ist eine Bestellung in Frankreich, in 72 Stunden in Deutschland, innerhalb von vier bis fünf Tagen in Rumänien. Über einen eigenen Bereich auf der Website des Unternehmens können Kunden den Lieferstatus verfolgen.

„Was unseren Service angeht, sind wir das Gegenteil des Klischees vom ‚Südeuropäer‘“, meint Ricardo Stricker scherzhaft. „Wir vereinen das Beste aus zwei Welten: Iberische Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität mit ‚deutscher Effizienz‘. Immerhin war mein Vater Österreicher!“ Lígia Jorge fügt hinzu: „Der Kunde weiß, dass seine Probleme gelöst werden. Wir bekommen von vielen Kunden das Feedback, dass unsere Preise zwar gut sind, Hauptargument für die Zusammenarbeit aber unser Service ist.“ Dabei hat der Teamgeist hohe Priorität – Ricardo Stricker: „Nicht der Einzelne verkauft, sondern alle zusammen.“

Service-Qualität, die Stricker amtlich belegen kann: Seit 2000 ist das Unternehmen nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement) zertifiziert.

Schnelles Wachstum

Allesamt Gründe, die sicherlich maßgeblich dazu beitragen, dass der Exportanteil nach Unternehmensangaben noch schneller wächst als erwartet. Nach den bereits gegründeten Zweigstellen in Spanien, der Türkei und den Niederlanden liegt derzeit der Hauptfokus auf Frankreich und Polen: „Der französische Markt ist nah, groß und ziemlich offen“, erklärt Alexandre Gil. „In Polen investieren wir, weil wir glauben, dass in den zentraleuropäischen Märkten Platz ist für ein Sortiment mit „südländischem Flair“ mitsamt starken Service- und Logistikleistungen.“

„Alexandre und ich sind soeben von einer Geschäftsreise zurück, die uns einen Monat lang zu unseren wichtigsten Kunden geführt hat“ so Paulo Stricker. „Wir rechnen mit sehr positiven Reaktionen auf die Investitionen, die wir gerade tätigen.“

Letztere werden auf der kommenden PSI-Messe anschaulich demonstriert. Dort warten ein geräumiger Stand und ein 20-köpfiges Team, inklusive der verschiedenen nationalen Repräsentanten, auf die internationalen Händler. Paulo Stricker: „Wir werden nicht nur unsere polnischen und französischen Teams, sondern auch eine neue Webplattform präsentieren – ein 360°-System für die Büros unserer Kunden.“

Und Portugal? Hier stellt Ricardo Stricker eine eher verhaltene Prognose: „Die Situation wird sich kurzfristig höchstens stabilisieren. Verbessern wird sie sich frühestens in zwei Jahren.“ Bis dahin, das scheint sicher, wird Paul Stricker auf seinem Weg zum European Player bereits um einiges weiter sein.

www.stricker-europe.com

 

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2016-10-21T11:35:17+00:0009. Dezember 2012|