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Grabbeigaben

Grabbeigaben existieren wahrscheinlich, seitdem die Menschheit ihre Toten bestattet. Auch heute noch gibt es sie in unzähligen Kulturen. Beschaffenheit, Sinn und Zweck der „Ausrüstung fürs Jenseits“ waren durch die Jahrtausende hindurch höchst unterschiedlich.

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Schon die ältesten bislang in Europa entdeckten Grabstätten mit Überresten des Homo Sapiens – ihr Alter wird auf rund 40.000 Jahre geschätzt – weisen auf Bestattungsrituale und Opfergaben hin, Belege für den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Die ältesten bekannten Grabbeigaben im eigentlichen Sinne sind mehr als 30.000 Jahre alt und lassen sich damit auf die Altsteinzeit datieren: Es handelt sich um Perlen, Werkzeuge, Knochen- und Elfenbeinschmuck, also um Gegenstände des täglichen Lebens aus dem Besitz der Toten und damit um sogenannte „unechte Grabbeigaben“. Spätere Funde belegen erstmals „echte Grabbeigaben“, die eigens für diesen Zweck hergestellt wurden, wie z.B. Totenschmuck oder spezielle Grabkeramik. Gleichzeitig lässt sich im Laufe der frühmenschlichen Epochen anhand unterschiedlich reichhaltig ausgestatteter Gräber eine zunehmende Hierarchisierung der Gesellschaft ablesen. Grabbeigaben wurden zum Statussymbol – etwa Gegenstände aus mühsam hergestelltem Metall, die mit der Bestattung den Kreis der Lebenden verließen. Ein Beispiel für besonders opulent bestückte Ruhestätten auf europäischem Boden sind die Fürstengräber der Hallstadtzeit (ca. 9. bis 5. Jh. v. Chr.), die nicht nur mit wertvollen Goldobjekten und Stoffen, sondern auch mit Waffen, Wagen oder griechischer Keramik gefüllt waren.

Balsam für die Seele

Nicht nur um einiges älter, sondern auch wesentlich spektakulärer sind freilich die Funde aus dem alten Ägypten. Als der britische Forscher Howard Carter 1922 das nahezu unversehrte Grab des vergessenen Pharaos Tutenchamun öffnete, entdeckte er eine archäologische Sensation: Die Grabkammern enthielten Berge von wertvollen Beigaben, darunter goldene Schreine, Schmuck, 116 Obstkörbe, 40 Weinkrüge, Überreste von Fleisch und Brot und natürlich den berühmten Sarkophag mit der Totenmaske aus Gold.
Den alten Ägyptern galt der konservierte und balsamierte Körper des Verstorbenen nach dessen Tod als „Haus“ für die Seele im Jenseits. Da diese sich nach dem Ableben weiterhin ernähren musste, wurden insbesondere Speisen und Getränke in die Grabanlagen gebracht. Aber auch Kleidung, Möbel und andere nützliche Dinge wie Brettspiele, Schmuck, Spiegel, seltene Edelsteine, Waffen, Musikinstrumente und Schreibgeräte fanden ihren Platz in der letzten Ruhestätte eines wohlhabenden Ägypters. Besonders ausgefallen waren Dienerfiguren, die im Jenseits die Arbeit für die Toten verrichten sollten, und Papyrusrollen mit Zaubersprüchen für ein sicheres Geleit in die Unterwelt.

Posthume Ruhestörung

Ein Fund in der Größe, wie Carter ihn entdeckt hatte, war vorher nie dagewesen. Denn natürlich wusste man um die Bestattungsriten der Ägypter, die Pyramiden und das Tal der Könige waren weltbekannt – die Gräber waren jedoch im Laufe der Jahrhunderte samt und sonders geplündert worden. Grabräuberei war ein Übel, mit dem sich die Menschen bereits in der Antike herumschlagen mussten, weshalb etwa die Etrusker ihre Beigaben mit der Inschrift „Aus einem Grab“ versahen, die den Gebrauch des Diebesguts zumindest ein wenig unappetitlich machen sollte.
Meist machten Räuber jedoch auch vor solchen Abwehrmaßnahmen nicht halt. Schlecht, wenn dann ausgerechnet diejenigen Gegenstände geraubt wurden, die man als notwendig für die Reise ins Jenseits erachtete: Ein Brauch, der auf den griechischen Kulturkreis zurückgeht, sind Münzen auf den Augen, im Mund oder in der Hand der Toten – Geld, um den Fährmann Charon zu bezahlen, der die Toten über den Fluss Styx befördert. Konnte der Fährmann nicht entlohnt werden, musste die Seele für alle Ewigkeit auf dem gegenüberliegenden Ufer verweilen und durfte nicht in die Unterwelt eintreten.

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Erst die Römer, die wie in so vielen Bereichen auch in Sachen Bestattungsbrauchtum einiges von den Griechen übernahmen, erklärten Grabstätten als sakrosankt, aber da war es im Abendland mit den Geschenken aus dem Diesseits ohnehin schon bald erst einmal vorbei: Der römische Kaiser Theodosius I. erhob das Christentum 380 zur Staatsreligion. Diegeschichte des schenkens wa media werbeartikel nachrichten Christianisierung erfasste Europa, und der christliche Glaube, nach dem der Tod alle Menschen gleichmacht und jeder als armer Sünder vor den Allmächtigen tritt, machte der posthumen Verschwendung ein Ende. Zwar wurden hohe Kirchenbeamte oder Könige das gesamte Mittelalter hindurch mitsamt ihrer Insignien, z.B. Schwert und Zepter oder Bischofsstab und Ring, beigesetzt, doch war der Status des Toten eher am Äußeren, nicht am Inneren des Grabes erkennbar.
Und so hat es seitdem einen rein symbolischen Wert, wenn Toten etwas ins Grab gelegt wird – sei es, weil ein Gegenstand untrennbar mit ihnen verbunden war und daher gemeinsam mit ihnen diese Welt verlassen sollte, sei es, um ihnen einen letzten Gruß zu erweisen. Das beginnt bei Lieblingsschmuckstücken, Fotografien oder Fußballtrikots und endet bisweilen im Exzentrischen: So ließ sich 1994 der amerikanische Künstler Edward Kienholz mit einem Dollar in der Tasche, einer Flasche Rotwein und der Asche seiner verstorbenen Hündin in seinem Packard bestatten.
Ob leiser letzter Gruß oder Abgang mit Paukenschlag – für die „unechten Grabbeigaben“ der Moderne gilt letztendlich das Gleiche wie für die Jenseitsbegleiter anderer Epochen der Menschheitsgeschichte – sie sind hochinteressante Zeugnisse für die Nachgeborenen.

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2016-10-21T11:34:19+00:0006. Februar 2014|