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Götter, Gräber und Danaer im antiken Griechenland

Zu den vielen kulturell bedeutsamen Facetten der griechischen Antike zählt auch eine reichhaltige Geschenkkultur, die sich durch das Alltagsleben, durch Religion und Politik zog. Wie alles im alten Griechenland war auch dieser Teil des kulturellen Lebens eng mit der Mythologie verwoben.

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Die Kultur des antiken Griechenlands gilt nicht umsonst als Grundstein der heutigen Gesellschaft in Europa. Die Epoche, die grob auf den Zeitraum zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. (Entstehung der homerischen Epen) und dem Jahr 146 v. Chr. (Integration Griechenlands ins Römische Reich) datiert wird, hat der späteren Menschheit unzählige Errungenschaften geschenkt – seien sie wissenschaftlicher, philosophischer, politischer oder künstlerischer Art. Es ist kaum verwunderlich, dass die Alten Griechen auch eine ausgeprägte Geschenkkultur herausbildeten, die ebenso vielseitig wie ihr Erfindergeist und Wissensdurst war. „Geschenke locken, heißt‘s, die Götter selbst“, verkündete der Dramatiker Euripides (480-406 v. Chr.) – ein Aphorismus, der durchaus wörtlich zu nehmen ist: In der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Beispiele für Geschenke, die sich die verschiedenen Götter untereinander machten. So bekamen die Geschwister Zeus und Hera bei ihrer gemeinsamen Trauung von Gaia, der Mutter Erde, einen Baum geschenkt, dessen goldene Äpfel die Götter unsterblich machten.

Doch beschenkten die Götter auch die Menschen bei vielen Gelegenheiten – das sprichwörtliche „Geschenk des Himmels“ war im Kosmos der Griechen eine Selbstverständlichkeit: Nach der Gründung Athens stritten sich Athene und Poseidon, wer von beiden wohl geeigneter sei, der Namenspatron der Stadt zu werden. Schließlich einigten sie sich darauf, dass beide den Bewohnern der Stadt ein Geschenk machen sollten. Wer mit seiner Göttergabe die meisten Menschen in der Stadt überzeugte, würde anschließend zum Namenspatron gewählt werden. Poseidon schenkte das, wovon er als Gott der Meere am meisten hatte – Wasser: Er stiftete einen Brunnen, aus dem die Einwohner in Zukunft trinken sollten, der jedoch nur Salzwasser enthielt. Athene wiederum ließ einen Olivenbaum wachsen, gewann den Wettstreit und wurde Namenspatin der Stadt. Macht man sich die Bedeutung bewusst, die der Olivenbaum selbst heute noch in den Mittelmeerländern einnimmt, ist es leicht nachzuvollziehen, dass der kostbare Nahrungs-, Holz- und Öllieferant den Griechen als Gottesgeschenk galt. Ebenso übrigens wie die Künste – die waren Geschenke der Musen, der Töchter des Zeus.
Doch hatten die Götter nicht immer Gutes im Sinn, wenn sie die Sterblichen mit Präsenten bedachten – wie im Falle der Büchse der Pandora: Diese Strafmaßnahme für den Diebstahl des Feuers durch Prometheus enthielt alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Krankheit und Tod.

Geschenke gen Himmel

Um das Pantheon gnädig zu stimmen, machten die Menschen den Göttern ihrerseits Geschenke. Das spektakulärste war ohne Frage der sagenumwobene Koloss von Rhodos: Die wahrscheinlich mehr als 30 m hohe Bronzestatue, eines der sieben Weltwunder, war ein Geschenk der Rhodier an den Sonnengott Helios.
Wesentlich einfacher gehalten waren die ganz alltäglichen Opfer, die man den unzähligen Gottheiten bei allen möglichen Gelegenheiten darbrachte, und bei denen durchaus der Grundsatz galt: „Gib, was du geben kannst“. Das traf auch auf die Grabbeigaben zu, die den Toten mit auf die Reise gegeben wurden – wer Zeit seines Lebens ein armer Schlucker gewesen war, auf den wartete auch im Jenseits kein Leben im Wohlstand. In einem Punkt allerdings existierte eine ständeübergreifende Konstante: Zwei Münzen auf den Augen der Toten für den Fährmann Charon, der die Verstorbenen über den Fluss Styx brachte. Konnte der Fährmann nicht entlohnt werden, musste die Seele für alle Ewigkeit auf dem gegenüberliegenden Ufer verweilen und durfte nicht in die Unterwelt eintreten. Der übliche Betrag pro Augenlid betrug übrigens einen Obulus – das war eine Sechstel-Drachme, womit sich auch die Herkunft der Redensart „seinen Obulus entrichten“ erklärt.

Xeinion, Hochzeiten und Holzpferde

Doch gab es auch im Diesseits genügend Anlässe, sich zu beschenken. Ein absolutes Muss waren Gastgeschenke: Die sogenannten „xeinion“, die beiderseitig zwischen Gast und Gastgeber ausgetauscht wurden, finden etwa in Homers Odyssee Erwähnung: So ist dort einerseits genau beschrieben, wie sich ein guter Gastgeber zu verhalten habe, und dass ein kleines Präsent bei Abreise des Gastes an diesen zu überreichen sei. Auf der anderen Seite schildert das Epos die verschwenderischen Präsente der Freier, die während Odysseus‘ Abwesenheit um dessen Frau Penelope buhlen.
Geburtstage wurden mit großen Festmahlen und einem Opferkuchen für die persönlichen Schutzgötter begangen, Präsente in Form von Schmuck und anderen Kleinigkeiten rundeten das Fest ab. Und auch bei Hochzeiten spielten Geschenke eine wichtige Rolle. Bekamen Bräutigam und Braut von den Gästen mit kleinen Gaben gefüllte und reichlich verzierte „Brautkästen“, erhielt jeder Gast seinerseits eine kleine Aufmerksamkeit. Noch heute ist es bei griechischen Hochzeiten üblich, nach der Trauung spezielle Hochzeitsmandeln, die sogenannten „Koufetta“, an die Gäste zu verteilen.
Ein Hochzeitsgeschenk von exzessiven Ausmaßen ist von Alexander dem Großen überliefert, der bekanntlich in keinerlei Hinsicht zur Bescheidenheit tendierte: Als Alexander Barsine, die Tochter des Perserkönig Dareios, heiratete, befahl er 80 seiner Gefährten, ebenfalls Töchter des persischen Adels zu ehelichen. Alexander hatte für jede der persischen Frauen eine reiche Mitgift ausgelobt. werbeartikel nachrichten wa media kulturgeschichte des schenkens werbeartikel nachrichten23333Außerdem ließ er sich eine Liste der Männer seines Heeres kommen, die bereits vorher eine Perserin geheiratet hatten – auf der Liste standen mehr als 10.000 Namen. Auch diese Paare erhielten großzügige Geschenke. Alexander war ein Kind seiner Erziehung: Sein Vater, Philipp der II. von Makedonien, war bekannt dafür gewesen, Politikern und Gesandten anderer Städte große Zuwendungen zukommen zu lassen, um sie auf seine Seite zu holen.
Das bekannteste Beispiel für ein solches „Diplomatengeschenk“, wenn nicht gar das bekannteste Geschenk des Alten Griechenlands überhaupt, ist natürlich das Trojanische Pferd, das die Bewohner der Stadt Troja fatalerweise für ein Abschiedspräsent hielten. Der blutige Ausgang der Geschichte ist bekannt und führte zu dem Begriff „Danaergeschenk“ – Danaer war Homers Name für die Griechen –, der noch heute Geschenke bezeichnet, die Unheil statt Freude bringen.
Übrigens war der gesamte Trojanische Krieg überhaupt erst entstanden, weil es bei der Hochzeit von Peleus und der Nymphe Thetis Streit um ein Geschenk gegeben hatte – dieses kam bezeichnenderweise von Eris, der Göttin des Streits, die sich rächen wollte, weil sie nicht eingeladen war.
Kompliziert, wenn sich nicht einmal die Götter einig sind. Hilfreicher als der Blick zum Olymp dürfte für viele alte Griechen deshalb folgender Merksatz des Philosophen Epikur (341-271 v. Chr.) gewesen sein: „Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.“

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2016-10-21T11:34:05+00:0007. April 2014|