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Zwischen Minnedienst und Bestechung

Von Epen wie der Artus- und Nibelungensage über die Burgen der Landesherrn bis zum römischen Kirchenstaat zieht sich eine reichhaltige Schenkkultur durch das gesamte Mittelalter. Viele der z.T. spektakulären Zuwendungen, die nicht selten Korruptionalien waren, haben bis heute überdauert und unser Verständnis der Epoche gefördert und geprägt.
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„Schenkens Lohn ist wie die Saat, die aufgeht: Reiche Ernte naht, wenn reichlich ausgestreut man hat“: Diese noch heute gültigen Worte werden Walther von der Vogelweide zugeschrieben, dem wohl bedeutendsten Lyriker des deutschen Mittelalters. Der Dichter, der etwa von 1170 bis 1230 lebte, wusste, wovon er sprach, war er doch gewissermaßen Experte für Herzensangelegenheiten. In den Werken Walthers und seiner Zeitgenossen sind die Liebe – und die entsprechenden Liebesgaben – zentrale Themen. Keine „Aventiure“, in der nicht auch eine Liebesgeschichte eingeflochten ist – man denke nur an Tristan und Isolde, Lancelot und Guinevere oder Siegfried und Kriemhild. Ganz zu schweigen vom Minnesang, der eine eigene, bedeutende Gattung der zeitgenössischen Dichtkunst darstellte. Und weil Minnedienst bedeutet, mit all seiner Kunst und Mannhaftigkeit um die Angebetete zu werben, finden sich in der mittelhochdeutschen Literatur zahlreiche Beispiele für Liebesgaben. Nicht immer waren die Beispiele so extrem wie in Ulrich von Liechtensteins „Frauendienst“ (1255), in dem der Dichter schildert, wie er sich einen Finger Kulturgeschichte des Schenkens werbeartikel nachrichten wa media eppi magazine32abhackt und diesen seiner Geliebten zueignet. Die meisten Herzensgeschenke wären in ähnlicher Form auch heute noch denkbar: So ist die Rede von Schmuck, Kleidung oder Blumen. Beliebt sind darüber hinaus Tiere wie Pferde, Habichte und vor allem Hunde – als Symbol für Treue. Ohnehin hatten Liebesgaben neben dem materiellen vor allem einen symbolischen Wert. Spiegel standen für Reinheit, Bänder für die Verbindung der Liebenden und ein Ring für die Unendlichkeit der Liebe. Für eine besonders innige Bindung sorgten Kleidungsstücke, die der Partner getragen hatte. So berichtet Wolfram von Eschenbach im „Parzival“ (um 1210), wie König Gahmuret über der Rüstung stets ein dünnes weißes Seidenhemd seiner Ehefrau Herzeloyde trägt. 18 von Schwertern und Lanzen zerfetzte Hemden gibt er als Zeugen seiner Siege an Herzeloyde zurück. Die Königin trägt diese Hemden anschließend auf der bloßen Haut.
Eine abgespeckte Version dieser frühen „Boyfriend“-Mode war das Gunsttuch – ein Stück Stoff, das Damen vor dem Turnier dem Recken ihrer Wahl zukommen ließen. In den Ärmel gesteckt oder an Lanze oder Helm gebunden, fungierte das bunte Stück Stoff, das die Dame zuvor am Leib getragen hatte, nicht nur als Talisman, sondern auch als weithin sichtbarer Hinweis, wer hier für wen kämpfte.
Natürlich ging so etwas nicht immer ohne Konflikte und Eifersüchteleien über die Bühne. Ein berühmtes literarisches Beispiel findet sich im Nibelungenlied: Siegfried, der Brunhilde in deren Hochzeitsnacht Ring und Gürtel gestohlen hat, schenkt das Geschmeide seiner Frau Kriemhild. Diese wiederum brüskiert ihre ungeliebte Schwägerin bei passender Gelegenheit: „Ich bezeug es mit dem Golde, an meiner Hand zu sehn./Das brachte mir Siegfried, nachdem er bei euch lag.“ Der Zwist zwischen Brunhild und Kriemhild, der schließlich zur Ermordung Siegfrieds und zur Versenkung des Nibelungenschatzes durch Hagen von Tronje führt, ist nur eine von vielen Stellen im Nibelungenlied, in denen Geschenke zum Gegenstand von Streitigkeiten werden – in den 39 Aventiuren des Heldenepos wird geschachert, paktiert und korrumpiert, was das Zeug hält.

 Schmierige Hände

Auch hier spiegelt die Literatur das Zeitgeschehen wider, denn Patronage, Begünstigung und Vorteilsnahme gehörten im Mittelalter kaum weniger als heute zum Tagesgeschäft. Die mittelalterliche Machtordnung basierte auf Hierarchien und komplizierten Beziehungen – zentraler Begriff war das Konzept der „Huld“, also der Gunst des Höherstehenden oder Vertragspartners. Wer im System erfolgreich bestehen oder aufsteigen wollte, brauchte die Huld der involvierten Parteien – und deshalb war Korruption in Form von aktiver und passiver Bestechung („gab“ und „miet“) integraler Bestandteil der politischen Kultur. Nicht umsonst entstand im Spätmittelalter die Metapher vom „Schmieren der Hände“. Wer dem Adel angehörte, musste diese Kunst der wohlüberlegten Zuwendung beherrschen. Für den Herrschenden wiederum bestand die Kunst darin, seine Huld derart zu verteilen, dass keine der Parteien sich zurückgesetzt fühlen musste und dass die Rangordnung nicht gestört wurde.
Kulturgeschichte des Schenkens werbeartikel nachrichten wa media eppi magazine2Es liegt auf der Hand, dass Gaben und Gegengaben insbesondere dort eine wichtige Rolle spielten, wo Herrscher sich persönlich nie zu Gesicht bekamen, sondern über Gesandtschaften kommunizierten. Die Geschenke an den Adressaten bestimmten nicht selten, wie die Diplomaten im Laufe der Verhandlungen behandelt wurden. Aus Dank wurden dem Gesandten Gastgeschenke übergeben, die, je nach Stand des Botschafters, Ehrerbietung für den Absender und Wichtigkeit der Sache, unterschiedlich prachtvoll ausfielen. Da man bei Geschenken aber auch Bestechung der Gesandten fürchtete, wurde die Annahme von Präsenten nicht selten reguliert. Die Stadt Venedig etwa verbot ihren Gesandten in einem Dekret von 1238 die Annahme von Geschenken bzw. forderte deren Ablieferung bei der Rückkehr – Compliance ist keine Erfindung der Neuzeit.
Doch stand in der mittelalterlichen Schenkkultur nicht nur Bereicherung im Vordergrund. Neben „gab“ und „miet“ gab es schließlich auch noch die „milte“, also die Freigebigkeit und Mildtätigkeit, der im ritterlichen Tugendsystem ein hoher Stellenwert beigemessen wurde – „Waz sol ein landesherre, der dekeine milte hat?“, fragte ein nur als „Gast“ bekannter Sangspruchdichter im 13. Jahrhundert rhetorisch. Von der Mildtätigkeit, die gegenüber frommen Armen als gottgefällig galt, schloss die Kirche Spielleute, Gaukler und Sänger übrigens aus. Derartigen Verdikten zum Trotz wurden Spielleute an den Höfen jedoch meist großzügig beschenkt, mehrten sie doch den Ruhm ihrer Mäzene.
Und genau dieses Mäzenatentum stellt für die Nachwelt ein großes Glück da: Viele Zeilen, die heute als frühe literarische Meisterwerke gelten, wären vielleicht niemals entstanden. Das gleiche gilt für unzählige kirchliche Kunstschätze, ebenso wie für Handschriften und Miniaturen aus der Zeit vor dem Buchdruck – denn diese entstanden zum großen Teil in den seitens der weltlichen Herrscher eifrig unterstützten Klöstern.
Mögen die Schenkenden auch seinerzeit eine andere Absicht verfolgt haben – aufgegangen ist ihre Saat in jedem Fall.

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2016-10-21T11:33:59+00:0013. Mai 2014|