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Interview mit Frithjof Struye und Mark-Oliver Schrader von Gemaco

Nachdem die international agierende Gemaco Group, B-Mechelen, in einem Asset Deal 2013 Teile der insolventen Viering GmbH übernommen hat, hat sich das Unternehmen vor einigen Monaten in Deutschland neu aufgestellt. Die WA Nachrichten sprachen mit Frithjof Struye, Geschäftsführer der Gemaco Deutschland GmbH und Mitglied des Managementboards der Gemaco Group, und dem ehemaligen Viering-CEO Mark-Oliver Schrader, Vertriebsleiter Gemaco Deutschland, über Kundenbetreuung vor Ort in einem globalen Business, die Analogien zum Gleitschirmfliegen und die Ausrichtung des ersten Gemaco Promotion Days.

gemaco interview250x133Herr Struye, seit 2009 gibt es Gemaco- Niederlassungen in den Niederlanden und Deutschland. Mittlerweile sind Sie in zehn Ländern vertreten. Was hat die Eigentümer bewogen, sich als belgische Werbeartikelagentur zu internationalisieren?

Frithjof Struye: Wir sind mit den Anforderungen unserer Kunden gewachsen. Als Fullservice-Anbieter bedienen wir viele international agierende Großkonzerne wie Nestlé oder Henkel, die ihren weltweiten Einkauf zunehmend zentralisieren und über wenige Spezialisten abwickeln wollen. Als Dienstleister muss man daher international aufgestellt sein und über eine gewisse finanzielle Stabilität verfügen. Und Wachstum führt zu mehr Stabilität.
Mittelfristig wollen wir daher mit der Gemaco Group unseren Umsatz von derzeit ca. 78 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro erweitern. Dann befinden wir uns in einer Größenordnung, mit der man besser auf Schwankungen in unserem sehr volatilen Markt reagieren kann. Das ist so ähnlich wie beim Gleitschirmfliegen: Je höher man fliegt, desto sicherer ist man, weil man mehr Möglichkeiten hat, auf unvorhergesehene Dinge zu reagieren.
Wachstum an sich jedoch ist kein Wert: Es ging uns nie darum, möglichst schnell immer größer zu werden, sondern Strukturen aufzubauen, die es erlauben, den Kunden bestmöglich zu bedienen. Es wäre vermessen, immer der Beste sein zu wollen, aber wir wollen zu den Besten unserer Branche gehören. Dafür strengen wir uns an, denn wie man im Englischen sagt: „Great things never come from a comfort zone.“

Was kann ein international aufgestellter Dienstleister wie Gemaco seinen global operierenden Kunden anbieten?

Frithjof Struye: Ein immer wichtigerer Aspekt sind die Themen Nachhaltigkeit, CSR und Qualitätsmanagement. Wir sind aufgrund unserer Größe ein wichtiger Einkäufer bei europäischen Marken und Importeuren, aber gewisse Anforderungen der Kunden sind nur über Direktimporte aus Fernost realisierbar. Insofern ist es ein großer Vorteil für uns, dass wir ein eigenes Büro in China haben. So können wir nicht nur Produkte sourcen, sondern auch Produktionsprozesse begleiten, Audits und Tests initiieren und direkten Einfluss auf die Hersteller in Fernost nehmen. Der Wunsch nach sozial- und umweltverträglicher Produktion stellt uns jeden Tag vor neue Herausforderungen. Das ist ein lebendiger Prozess, der jeden Tag gelebt und von den Mitarbeitern mitgetragen werden muss. Wir investieren daher viel in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter in diesem Bereich, wie überhaupt die Qualität des Personals ein ausschlaggebender Wettbewerbsvorteil für uns ist: Unsere Mitarbeiter müssen mehrsprachig sein, kreativ arbeiten und Erfahrungen im Projekt- und Prozessmanagement haben. Wir beschäftigen eine bunte Mischung aus Kaufleuten, Ingenieuren, Philosophen und Handwerkern, die alle ihren Teil zum Gelingen beitragen.

Mark-Oliver Schrader: Ein weiterer wesentlicher Punkt in unserem Business ist die Überwachung der Corporate Identity. Marken sind etwas sehr Wertvolles, und die Einhaltung der CD-Vorgaben ist gerade im Bereich der Werbeartikel essenziell – wir definieren uns daher heute mehr denn je als Brand Promoter statt als Werbeartikelhändler. Und natürlich geht es darum, den Kunden, die im Einkauf mittlerweile sehr professionell aufgestellt sind, einen Mehrwert zu bieten. Dazu gehört u.a. eine funktionierende Logistik inklusive Print-on- Demand-Lösungen, aber auch ein breites Portfolio an IT-Dienstleistungen bis hin zur Suchmaschinenoptimierung oder Betreuung von Social Media-Aktivitäten.

Frithjof Struye: Trotz unserer internationalen Ausrichtung fokussieren wir uns im Übrigen keineswegs ausschließlich auf Großkunden. Wir haben eine heterogene und damit auch sehr gesunde Kundenstruktur mit vielen mittelständischen Kunden, die genauso intensiv betreut werden und von unserem Know-how ebenso profitieren wie die international aufgestellten Konzerne.

Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen der Zentrale in Belgien und den Niederlassungen in den einzelnen Ländern?

Frithjof Struye: Die einzelnen Niederlassungen sind selbstständig agierende Unternehmen, die sich alle mehrheitlich im Eigentum der Gemaco Group befinden. Natürlich verfolgen wir eine gewisse einheitliche Einkaufsstrategie und pflegen langfristige Beziehungen mit den Gemaco-Lieferanten. Darüber hinaus haben wir ein funktionierendes Logistikzentrum in Belgien und den Niederlanden, auf das die jeweiligen Niederlassungen zurückgreifen können. Doch im Prinzip arbeiten die Büros alle autark, denn die Kunden wollen Ansprechpartner vor Ort haben, die ihre Sprache sprechen und ihre Probleme verstehen. „Think global, act local“ – dieses Motto ist weit verbreitet, aber wir füllen es tatsächlich mit Leben. Die Nähe zum Kunden ist für Gemaco sehr wichtig.

Wie kam es dazu, dass Viering in die Gemaco Gruppe integriert wurde?

Frithjof Struye: Wir haben nach der Viering-Insolvenz Teile von Viering in einem Asset Deal übernommen und uns die Namensrechte gesichert, da das Unternehmen mit seiner Kundenstruktur und Arbeitsweise perfekt in die DNA der Gemaco Group passte. Wegen der Insolvenz wird oft vergessen, dass Viering viele Jahre lang sehr erfolgreich im Markt agiert hat: Das Kundenprofil von Viering z.B. war wirklich toll – es reichte vom kleinen Mittelstandsunternehmen bis zum großen Industriekunden. Und die Mitarbeiter sind sehr erfahren, kennen die Branche und die Kunden gut – kurz: Das Unternehmen hatte großes Potenzial.

Mark-Oliver Schrader: Für mich war neben der menschlichen Komponente auch die internationale Ausrichtung der Gemaco Group entscheidend. Die Gruppe verfügt tatsächlich über einen internationalen „Footprint“, wohingegen Viering doch eher regional verwurzelt war. Das hat mich gereizt.

Wie ist Gemaco jetzt in Deutschland aufgestellt?

Mark-Oliver Schrader: Der Hauptsitz ist in Mönchengladbach, wir haben weitere Standorte in Hamburg und eben in Münster, wo ich zusammen mit sechs Mitarbeitern in ein Büro in der City gezogen bin. Dort steht uns auch ein Showroom zur Verfügung, um Neuheiten aus den Programmen unserer Lieferantenpartner zu präsentieren. Insgesamt beschäftigen wir in Deutschland knapp 30 Mitarbeiter und haben uns jetzt durch die Einstellung eines Financial Managers und die Ernennung von Nils Göhl zum Operations Manager mit unserem Team weiter professionalisiert. Zudem wollen wir in naher Zukunft den Vertrieb stärken und uns weiter in Deutschland konsolidieren.

Während Viering sich deutschlandweit einen Namen in der Branche gemacht hat, ist Gemaco trotz seiner Größe noch nicht überall in Deutschland bekannt. Wie wollen Sie das ändern?

Mark-Oliver Schrader: Wir sind in den Branchennetzwerken sehr aktiv. So sind wir z.B. bwg- Mitglied und besetzen auch eine Position im PSI-Beirat. Um unsere Philosophie und unser Konzept auch nach außen darzustellen, werden wir unsere Marketingaktivitäten intensivieren und haben uns vorgenommen, regelmäßig über Themen wie unseren Umgang mit CSR und Nachhaltigkeit zu kommunizieren. Unseren Bekanntheitsgrad vergrößern wir auch durch z.B. Sponsoringaktivitäten bei den Fußballvereinen Borussia Mönchengladbach und Preußen Münster oder durch die Mitgliedschaft in den regionalen Marketingclubs. Entscheidend wird es sein, die direkte Kundenkommunikation zu forcieren und die Kommunikationsmaßnahmen so individuell zu halten, dass Kunden nur die Informationen erhalten, die sie wirklich interessieren – schließlich ist es unser Ziel, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen, keine One-Time-Shots abzuwickeln.

Eine der anstehenden Marketingmaßnahmen ist die Ausrichtung des ersten Gemaco Promotion Days am 1. Oktober. Bewegen Sie sich damit in der Messetradition Vierings?

Mark-Oliver Schrader: Absolut. Wir haben in der Vergangenheit mit Viering viele erfolgreiche Messen durchgeführt und wollen daran anknüpfen. Das Messekonzept hatte ich mir noch für Viering überlegt und dementsprechend schon in der Tasche. Die Veranstaltung findet im Factory Hotel in Münster statt – einem Gebäude der ehemaligen Germania Brauerei –, und zwar in der Eventlocation „Cloud“. Dementsprechend wollen wir unsere Kunden in den „Werbehimmel“ entführen und haben uns als Einladungsverstärker ein Papierflieger-Mailing ausgedacht mit einem Web-Key von Zogi, der die Besucher auf unsere „Landingpage“ führt. 33 Aussteller werden ihre Produkte zeigen, wir rechnen auf Besucherseite mit rund 200 Gästen. Struye: Die Kunden suchen verstärkt nach Möglichkeiten, sich zu informieren und wollen dabei etwas gezeigt bekommen. Daher denken wir auch über weitere Veranstaltungen zu anderen Zeitpunkten (z.B. im Frühjahr oder kurz vor Weihnachten) und auch an unseren anderen Standorten nach. Wir verstehen die Messe am 1. Oktober als Pilotprojekt, keinesfalls als Eintagsfliege.

INFO Gemaco

Die Gemaco Group mit Hauptsitz im belgischen Mechelen blickt auf eine mehr als 30-jährige Erfahrung im Werbeartikelhandel zurück und gehört heute mit einem Umsatz von ca. 78 Mio. Euro und weltweit rund 250 festangestellten Mitarbeitern zu den führenden Werbeartikelagenturen Europas. Die internationale Expansion begann Ende der 1990er Jahre. Seit 2009 verfügt das Unternehmen über eigene Tochtergesellschaften in Deutschland und den Niederlanden. Mit Jos!Premiums, CPT und Viering wurden renommierte Marktplayer ganz oder teilweise übernommen. Derzeit hat Gemaco Niederlassungen in Belgien, China, Deutschland (Mönchengladbach, Münster und Hamburg), Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Portugal/Spanien sowie der Schweiz. Zum Unternehmensportfolio gehört ferner der belgische Süßwarenlieferant Belgium’s Best. Gemaco Deutschland hat rund 30 Mitarbeiter an drei Standorten. Neben Struye und Schrader bilden Operations Manager Nils Göhl und Finance Manager Norbert Amendt sowie die drei Account Directors der Niederlassungen Johannes Schimke (Mönchengladbach), Stefanie Stratmann (Hamburg) und Daniel Pascal Schoeps (Münster) das Führungsteam.
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2016-10-21T11:33:37+00:0026. September 2014|