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Interview mit Florian Mansard und Daniel Allgeier von mansard werbemittel

Am 3. November 2014 hat Florian Mansard die Geschäftsführung von mansard werbemittel in die Hände von Daniel Allgeier gelegt und zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Allgeier kommt von Bartenbach, Mainz, wo er sieben Jahre lang im Bereich Promotions und Shopper Marketing tätig war. Der 36-jährige tritt ein spannendes Erbe an: 1953 von Mansards Vater Kurt gegründet, gehört das „Haus der Ideen“ zu den traditionsreichsten Werbeartikelagenturen Deutschlands. Anlässlich des Wachwechsels baten die Werbeartikel Nachrichten Mansard und Allgeier zum Gespräch.

Florian Mansard (l) und Daniel Allgeier.

Florian Mansard (l) und Daniel Allgeier.

Herr Mansard, Sie haben den Werdegang von mansard werbemittel jetzt jahrzehntelang begleitet. Was hat Sie zu der Entscheidung bewogen, sich als Geschäftsführer zurückzuziehen?

Florian Mansard: Ich wollte einfach nochmal etwas Anderes erleben und mich neuen Lebensaufgaben widmen. Das Unternehmen zu verkaufen stand jedoch schon allein aus ethischen Gründen nicht zur Debatte: Wir haben Mitarbeiter, die über 70 Jahre alt und länger als ich im Unternehmen sind. Damit habe ich als Inhaber eine große Verantwortung und emotionale Bindung. Bei allen Geschäftsentscheidungen, die wir treffen, hat Beständigkeit Priorität.

Wie lange waren Sie selbst für das Unternehmen tätig?

Florian Mansard: Ich bin quasi in der Firma aufgewachsen und habe alle wichtigen Expansionsschritte miterlebt, darunter den Umzug von Frankfurt, wo mein Vater das Unternehmen 1953 gegründet hatte, nach Bad Soden im Jahre 1962 sowie den Bezug unseres heutigen Firmensitzes – seit 1984 sitzen wir im „Haus der Ideen“. 1985 wurde ich Teilhaber, im gleichen Jahr wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. Alleiniger Geschäftsführer schließlich wurde ich 1996.

Wie groß ist mansard werbemittel in Zahlen?

Florian Mansard: Wir haben z.Zt. 18 Mitarbeiter – inklusive China-Büro –, und unser Jahresumsatz liegt bei rund fünf Mio. Euro.

Herr Allgeier, Sie betreten ein Terrain mit Tradition.

Daniel Allgeier: Ja, und das ist nicht nur eine spannende Aufgabe, sondern auch eine große Ehre. mansard werbemittel ist ein etablierter und namhafter Player im Branchenumfeld. Ich kann auf jahrzehntelang gewachsene Strukturen zurückgreifen: Sowohl mit Blick auf die Mitarbeiter als auch, was die Beziehungen zu den Lieferanten angeht – und nicht zuletzt den Kundenstamm, der einen gesunden Querschnitt aus Branchen und Volumina repräsentiert.

Die Jahrzehnte, in denen diese Strukturen wuchsen, haben jedoch auch viel Wandel mit sich gebracht.

Florian Mansard: In der Tat. Die Wertschätzung des Berufsstandes „Werbeartikelhändler“ war zu meinen früheren Jahren höher. Daran sind wir als Branche mitverantwortlich, schließlich haben wir durch destruktive Kalkulationen unsere Dienstleistung zur reinen Preisfrage verkommen lassen. Heute gilt es mehr denn je, unsere Beratungskompetenz zu vermitteln und diese zu stärken, damit sie (wieder) honoriert wird. Dafür ist nun Herr Allgeier verantwortlich.

mansard werbemittel hat sich deshalb schon früh vom reinen Wiederverkauf distanziert.

Florian Mansard: Richtig – wir möchten kein „Werbeartikelhändler“ im engen Sinne mehr sein. Wir haben schon vor mehr als 30 Jahren versucht, durch Kompetenz im Bereich von Sonderanfertigungen die Vergleichbarkeit hinter uns zu lassen. Einige Kunden versorgen wir zu 80% mit Produkten, die nicht von der Stange sind.

Daniel Allgeier: Maßgeschneiderte Produkte bieten dem Kunden schließlich auch ein Alleinstellungsmerkmal. Um ein Beispiel zu nennen: Der Drumbo, der bekannte Spardosen- Elefant der Dresdner Bank, ist auch nach der Fusion mit der Commerzbank ein Evergreen im Werbeartikel-Portfolio des Konzerns.

Dreh- und Angelpunkt für die Realisierung von Sonderanfertigungen ist Ihre Unternehmensdivision mansard-china.

Florian Mansard: Wir sind seit Jahrzehnten in China vertreten – die Dependance in Huzhou wird geleitet von Victor und Li-Hua Gielen, zwei langjährige Freunde und Wegbegleiter unseres Unternehmens und profunde Kenner der Materie. Ohne eine hohe Kompetenz in Sachen Sourcing funktioniert der Fernost- Import nicht mehr, denn er wird immer komplexer. Wir arbeiten ausschließlich mit zertifizierten Lieferanten zusammen und verfolgen ein rigides Qualitätsmanagement, das eine abschließende Kontrolle sämtlicher Ware in Bad Soden beinhaltet.

Der Direktimport ist jedoch nicht Ihr Hauptstandbein.

Florian Mansard: Wir importieren nur im Bereich der projektbezogenen Sonderanfertigung selbst – nicht, um billiger an Produkte zu kommen. Standardprodukte bestellen wir bei Lieferantenpartnern. Wir ordern keine Muster bei Importeuren, um sie dann unter Umgehung der Marge in China nachbauen zu lassen. Das ist Teil unseres Ehrenkodex.

Ein weiterer bedeutender Bereich, den Sie über die Jahre ausgebaut haben, ist der Fullservice.

Florian Mansard: 50% unseres Umsatzes generieren wir mit Fullservice-Projekten. Wir bieten in diesem Bereich das gesamte Dienstleistungspaket aus einer Hand – von Sourcing und Konzipierung eines Sortiments über Lagerhaltung und Administration, E-Shops und Procurement- Schnittstellen bis hin zu weltweiter Distribution und Reporting. Verbunden mit dem Fullservice sind Dienstleistungen im Bereich von Loyalty- und Prämiensystemen, die wir ebenfalls anbieten. Dieser Bereich hat mit Werbeartikeln im eigentlichen Sinne kaum noch etwas zu tun, aber weil wir über das entsprechende Know-how und die nötige Logistik verfügen, war es ein logischer Schritt in Richtung Expansion. Aus der Verzahnung von Werbeartikel, Loyalty und Logistik entstand schließlich auch unser jüngstes Produkt „The Gift“.

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Ein mehrstufiges Vertriebstool, das mansard werbemittel für Hilton Worldwide konzipiert hat: Kunden im B2B-Bereich erhielten zunächst ein Mailing, dem ein Spiderhub beigelegt war. Beim anschließenden Kundengespräch wurde dann eine Powerbank überreicht.

Ein Prämiensystem mit hochwertigen Marken-Werbeartikeln.

Florian Mansard: Richtig. Der Kunde legt ein Budget fest, der Empfänger erhält eine Gutscheinkarte und kann in einem Shopsystem aus verschiedenen hochwertigen Werbeartikeln wählen. Insgesamt denke ich, dass wir uns mit diesem Mix aus Produkt-, Dienstleistungs- und Beratungskompetenz zukunftsweisend aufgestellt haben. Mit Herrn Allgeier, dessen Erfahrungsspektrum über das bloße Werbeartikel-Business hinausreicht, kommen nun zusätzliche Impulse hinzu – danach haben wir übrigens explizit gesucht.

Herr Allgeier, Sie haben nach Stationen im Event- und Promotionbereich die Unit Promotion bei Bartenbach Marketing Services geleitet und waren für New Business rund um Shopper Marketing verantwortlich. Welche strategischen Akzente bringen Sie in Ihre neue Aufgabe mit ein?

Daniel Allgeier: Sowohl der Bereich Personalpromotions als auch das Shoppermarketing sind zwei spezielle Branchen, in denen Werbeartikel z.T. recht spezifisch eingebunden werden und haptische Kampagnen eine ganz spezielle Mechanik haben. Meine diesbezüglichen Kenntnisse sind natürlich von Vorteil, wenn es um die Erschließung neuer Kundengruppen geht. Darüber hinaus sind viele Aspekte aus dem Shopper- Marketing und der Promotion auch für andere Einsatzbereiche relevant, wie z.B. ein ganzheitlicher Ansatz, der den Werbeartikel mit anderen Marketingtools – etwa Dialogelementen – verknüpft. Als Teil einer Agenturgruppe haben wir immer konzeptionell gedacht. Diesen Ansatz möchte ich auch bei mansard werbemittel verfolgen, schärfen und verfeinern. Die kreative Herangehensweise, eine Kundenberatung, die auf konzeptioneller Einbindung basiert – kurz: die Agenturleistung –, möchte ich in meiner neuen Rolle ganz entscheidend ausbauen.

Beratung heißt Gespräch. Wie suchen Sie das Gespräch mit dem Kunden?

Daniel Allgeier: Unser Account Management soll weiter ausgebaut werden, ebenso die PR in eigener Sache u.a. mittels Best Practice- werde ich versuchen, verstärkt Kunden nach Bad Soden zu holen. Die Metropolregion Rhein-Main liegt schließlich vor der Tür, und unser „Haus der Ideen“ trägt seinen Namen nicht umsonst. Unser geräumiger Showroom bietet genau das richtige Umfeld für kreative Brainstormings. Ideen wie Sonderanfertigungen entstehen am besten im intensiven, persönlichen Dialog. Und der sieht im Idealfall so aus, dass am Anfang ein Kampagnenziel steht – und erst am Ende ein konkretes Produkt.

Was diesen Dialog angeht, gibt es in der Branche viel Nachholbedarf.

Daniel Allgeier: In der Tat – und zwar nicht etwa, weil die Agenturen dazu nicht in der Lage wären – viele Werbeartikelberater machen einen hervorragenden Job. Es ist vielmehr so, dass von Kundenseite oft zu wenig Input kommt – und dass wir viel zu spät in Ideenfindungsprozesse einbezogen werden.

Liegt das daran, dass haptische Werbung nach wie vor in vielen Marketingabteilungen stiefmütterlich behandelt wird?

Daniel Allgeier: Ja. Es ist nicht selten so, dass Trainees oder Azubis mit der Aufgabe betraut werden, schnell noch ein paar Giveaways zu besorgen. Das muss sich ändern. Niemand würde auf die Idee kommen, selber Kampagnen zu entwerfen, Werbetexte zu texten oder Spots zu drehen – aber alle trauen sich die haptische Seite zu. Das beherrscht eben auch nicht jeder – im Gegenteil: Haptische Werbung braucht Spezialisten Das Resultat ist, dass viele Unternehmen, anstatt Geld zu sparen, Geld verschwenden – weil z.B. unpassende Werbeartikel häufig ungenutzt im Kofferraum der Vertriebler liegenbleiben. Ich bin überzeugt davon, dass alle glücklicher wären, wenn man uns eher ins Boot holen würde. Und langfristig würde so auch das Standing des Werbeartikels entscheidend gestärkt.

Um letzteres war es in jüngster Zeit ja nicht so gut bestellt – siehe Werbeartikelverbot in der Pharmaindustrie.

Florian Mansard: Ein herber Rückschlag. Auch, wenn wir die Umsatzeinbußen inzwischen kompensieren konnten, fehlt uns nach wie vor jegliches Verständnis. Man muss sich bloß einmal das geplante Onpack-Verbot in den Apotheken anschauen: Da will ein Verband seinen Mitgliedern ohne erkennbaren Grund wichtige Verkaufshilfen streichen. Das ist eine Entmündigung des freien Unternehmertums und führt in letzter Konsequenz dazu, dass der Sell-out erschwert wird.

Zurzeit sieht es ja fast so aus, als würde das Pharmabeispiel Schule machen. Compliance ist ein virulentes Thema.

Florian Mansard: Was auch immer dieser Begriff bedeuten soll. Die sogenannte Compliance ist zum Selbstzweck geworden, zu einer einzigen Überreaktion mit absurden Auswüchsen. Viele Unternehmen realisieren nicht, dass sie sich ins eigene Fleisch schneiden – denn übertriebene Compliance und konsequentes Marketing stehen im Widerspruch zueinander. Hinzu kommt, dass der ethische Überbau höchst fragwürdig ist: Es ist doch widersprüchlich, dass man sich einerseits selbst bei geringwertigen Streuartikeln eine penible Dokumentation wünscht und andererseits Kongresse und Seminare mit sehr großzügigen Rahmenprogrammen durchführt. Wenn Schreibgeräte für 45 Cent als „Korruptionalien“ gebrandmarkt werden, ist das nichts als Kostenreduktion unter dem Deckmäntelchen der Ethik – ein klassisches Bauernopfer. Aber jeder, der sich den guten kaufmännischen Sitten verpflichtet fühlt, kann über derlei Überregulierungen ohnehin nur mit dem Kopf schütteln. Ehrbare Kaufleute brauchen keine Compliance-Klauseln.

Daniel Allgeier: Dennoch tut es not, dass sich die Branche hier eindeutig positioniert und stärker als bisher den Schulterschluss sucht.

Florian Mansard: Deshalb befürworten und unterstützen wir auch die Pläne, einen Einheitsverband zu schaffen – das ist seit zehn Jahren überfällig.

Kreative Sonderanfertigungen, konzipiert und produziert von mansard Werbemittel: iPhone-Hülle und Porzellanbecher mit Softpad im Reifendesign des Kunden.

Kreative Sonderanfertigungen, konzipiert und produziert von mansard werbemittel: iPhone-Hülle und Porzellanbecher mit Softpad im Reifendesign des Kunden.

Wird es der Branche gelingen, ihre Position zu verbessern?

Florian Mansard: Natürlich müssen wir uns weiter professionalisieren und den steigenden Anforderungen an Serviceleistungen gerecht werden. Fest steht jedoch: Der Werbeartikel ist nicht austauschbar. Keine andere Werbeform vermag das emotional sinnliche Erlebnis so lang anhaltend zu vermitteln, wie es haptische Werbung kann.

Daniel Allgeier: Ich glaube darüber hinaus, dass der Markt alles andere als gesättigt ist. Es gibt große Kundengruppen, die wir noch erschließen können. Im reich der Hidden Champions etwa sehe ich enormen Bedarf an Werbeartikeln – Potenzial, das es gilt, abzuschöpfen.

Zum Abschluss: Wie waren die ersten Wochen in der neuen Konstellation?

Daniel Allgeier: Bis jetzt verlief der Start reibungslos. Ich übernehme ein kerngesundes Unternehmen mit einem tollen, eingespielten und erfahrenen Team –die Mitarbeiter sind durchschnittlich seit mehr als elf Jahren dabei und haben mir einen warmen sowie herzlichen Empfang bereitet. Ganz offensichtlich stimmt also auch die Unternehmenskultur – nicht nur dafür bin ich Herrn Mansard dankbar.

Florian Mansard: Mich dürfen am Ende nur die Zahlen interessieren – sonst könnte ich ja gleich selbst weitermachen. Aber ich denke, dass nicht nur unser Unternehmen, sondern die gesamte Branche auf dem richtigen Weg ist – deshalb sehe ich sehr positiv gestimmt in die Zukunft.

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2016-10-21T11:33:19+00:0013. Januar 2015|