gww mv news bild1 - GWW-Jahrestagung, Bonn: Abschied von Samuel, Absage der Frühjahrs-Trend

Nur ein Bruchteil der Mitglieder nahm an der Mitgliederversammlung teil.

Vielleicht lag es an den Temperaturen von über 30 Grad, dass viele den Weg nach Bonn scheuten, jedenfalls war weniger als ein Viertel der aktuell 449 Mitgliedsunternehmen des Gesamtverbands der Werbeartikel-Wirtschaft e.V. auf der Jahrestagung mit ordentlicher Mitgliederversammlung vertreten, die am 22. und 23. Juni d.J. in Bonn stattfand. Besonders vonseiten des Handels war die Teilnahme dürftig.

Dabei hatten Vorstand und Geschäftsstelle einiges zu berichten: Nicht nur wird die Frühjahrsausgabe der GWW-Trend 2027 aufgrund rückgängiger Austeller- und Besucherzahlen nicht stattfinden. Auch Geschäftsführer Ralf Samuel verkündete, er werde nach mehr als 25 Jahren auf eigenen Wunsch zum 30. Juni aus der Geschäftsführung ausscheiden und „in zweiter Reihe“ weitermachen. Mitgeschäftsführer Ralf Uwe Schneider übernimmt ab dem 1. Juli allein das Ruder.

Samuel, der mit Standing Ovations verabschiedet wurde, und das Team der Geschäftsstelle hatten für den ersten Teil der Jahrestagung ein Rahmenprogramm organisiert: Viel Zustimmung und Beifall bekam der Vortrag von Prof. Dr. Michael Kleinjohann über Werbeartikel als Hidden Champion der Werbung, während der Impuls-Workshop von „UmsatzCoach“ Klaus Schinko bei einigen Teilnehmern auf gemischte Reaktionen stieß. Einblicke in die umtriebigen Aktivitäten und Projekte der GWW Young Professionals gaben anschließend Linus Böll (Troika) und Moritz Schülbe (Schülbe Promotion Service). Es folgten die üblichen Sitzungen innerhalb der Sektionen – z.T. dünn besetzt –, bevor der Tag beim traditionellen Get-together ausklang.

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Geschäftsführer Ralf Samuel (l) verabschiedete sich aus der „vorderen Reihe“, Ralf Uwe Schneider übernimmt ab dem 1. Juli die alleinige Geschäftsführung.

Die ordentliche Mitgliederversammlung tags darauf begann mit dem Jahresbericht von Vorstand und Geschäftsstelle. Schwerpunkte lagen dabei auf der Zusammenarbeit mit der Wissenschaft – hier sei der GWW, so Schneider, „weltweit führend“ – sowie der politischen Arbeit in Berlin. Letzte, so Jansen, verlaufe leider langsam, es sei schwierig, an Termine zu kommen. Der Vorstand setzt deshalb u.a. auf ein gemeinsam mit dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) sowie dem Zentralverband der Werbewirtschaft (ZAW) erstelltes Forderungspapier zur Reform der Steuergesetzgebung, das Ende Mai dem Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl (CDU) übergeben wurde. Auch die Young Professionals unterstützen die Kampagne.

Für weiteren Support seiner Initiative hatte der GWW Anfang Juni eine „Steuereinschätzung“ nebst Musteranschreiben an die Mitgliedschaft geschickt und jedes einzelne Mitglied dazu aufgerufen, beides an die Bundestagsabgeordneten des eigenen Wahlkreises weiterzuleiten, um so den politischen Druck zu erhöhen. Zur Grundlage der Steuerberechnung, die drei Szenarien entwirft, wie sich durch eine anlassbezogene Freigrenze und einen Wegfall der Aufzeichnungsflicht unterschiedlich hohe Mehreinahmen für die Staatskasse generieren lassen, gab es im Anschluss vereinzelte Fragen, ebenso wie zu Rechtschreibfehlern, unklaren Formulierungen, Begrifflichkeiten und Inhalten.

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Vorsitzender Frank Jansen (r) gab einen Überblick über die Verbandsarbeit der letzten Monate.

Wer keine Fragen hatte, nutzte immerhin die Gelegenheit zum Networking, das wie immer eine wichtige Rolle einnahm. Dabei bestand viel Gelegenheit, sich informell übers Business auszutauschen.

Letzteres bleibt herausfordernd, wie auch die Zahlen des Werbeartikel-Monitors 2026 belegen, den Dr. Markus Preißner vom Marktforschungsinstitut IFH Köln am Ende der Tagung vorstellte. Demzufolge setzte die deutsche Branche 2025 rund 3,2 Mrd. Euro um, das entspricht einem Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr. //Till Barth

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Fotos: Till Barth, © WA Media