gww logo news - GWW stellt Forderungspapier vorDer Gesamtverband der Werbeartikelwirtschaft (GWW) hat im Juli 2026 ein Forderungspapier vorgestellt, in dem u.a. eine Aufhebung der Aufzeichnungspflicht für Werbeartikel über zehn Euro gefordert wird. Außerdem regt der GWW die Einführung einer anlass- statt personenbezogenen Steuerfreigrenze von 50 Euro ohne Aufzeichnungspflicht sowie eine eindeutige steuerliche Abgrenzung von Werbeartikeln zu Geschenken an.

Zur Begründung führt der GWW u.a. an, dass die 10-Euro-Grenze seit rund zwei Jahrzehnten nicht an die nominelle Gesamtpreissteigerung von 44% 2006 angepasst worden sei. Die Grenze benachteilige nicht nur hochwertige und langlebige Produkte aus deutscher und europäischer Produktion, sondern verursache auch einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand.

Mit der geforderten Freigrenze von 50 Euro ohne Aufzeichnungspflicht, bis zu der Werbeartikel zweifelsfrei steuerlich abzugsfähig blieben und nicht zu einer Besteuerung auf Empfängerseite führten, ließen sich nach Auffassung des GWW sowohl Rechtssicherheit als auch erhebliche Bürokratieentlastungen schaffen.

Die Steuerreform könne, schätzt der GWW in einer Steuereinnahmenschätzung, zusätzliche Steuereinnahmen von rund 100 Mio. Euro jährlich ermöglichen. Dabei weist der Verband auch auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Werbeartikelbranche hin, die pro Jahr mehr als drei Mrd. Euro erwirtschaftet.

„Wir brauchen keine komplizierten Sonderregelungen, sondern klare und praxistaugliche Vorgaben. Eine 50-Euro-Freigrenze ohne Aufzeichnungspflichten wäre ein einfacher und wirksamer Schritt zur Stärkung von Unternehmen und der Sicherung von Beschäftigung und Wachstum“, so der GWW-Präsident Frank Jansen, der auch auf die im Koalitionsausschuss der Bundesregierung vom 1. Juli 2026 erzielten Ergebnisse verwies. „Unsere Forderungen stehen im Einklang mit der vom Koalitionsausschuss unter Punkt 28 angekündigten Steuervereinfachung. Sollte dieser Ansatz – trotz der Aussicht auf staatliche Mehreinnahmen – unberücksichtigt bleiben, wäre dies den Unternehmen in unserem Land nicht mehr zu vermitteln.“

www.gww.de