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Michael Puchtler, Giving Europe: „Die Kosten sind für uns irrelevant“

Bild Michael Puchtler HR

Michael Puchtler, Giving Europe

Zu den jüngeren Mitgliedern der BSCI zählt Giving Europe. Der niederländische Vollsortimenter ist Ende 2015, die deutsche Niederlassung Anfang dieses Jahres der BSCI beigetreten. Michael Puchtler, Managing Director von Giving Europe Deutschland, über die Notwendigkeit zum Engagement, das Einhalten von Spielregeln und den Mitarbeiterzuwachs in der Abteilung CSR.

Wie kam es dazu, dass Giving Europe Mitglied der BSCI geworden ist?

Michael Puchtler: Wir waren einer der ersten Global Player, die den Prozess zur Umstellung auf eine sozial verträgliche Produktion schon vor einigen Jahren frühzeitig eingeleitet haben und sehen den Beitritt zum BSCI nun als eine Fortführung unseres firmeneigenen Code of Conduct. Die BSCI-Mitgliedschaft ist für alle Unterzeichner auch eine Verpflichtung, den Forderungen des Code of Conducts nachzukommen und Maßnahmen zu ergreifen, dass auch die Vorlieferanten diese Standards einhalten.

Was kostet die Ausrichtung auf eine BSCI-konforme Gestaltung ein Unternehmen wie Giving Europe?

Michael Puchtler: Die eigentlichen Kosten für die internen Veränderungen innerhalb unserer Organisation kann ich noch nicht absehen, denn diese Veränderung ist ein fortlaufender Prozess. Nur so viel: Wir haben zur Zeit 1.000 Designs im Programm, dies sind inklusive aller Farben über 3.000 Artikel, die wir auf Lager bevorraten und die wir eben auch nach BSCI-Standards fertigen lassen und mit weiteren notwendigen Zertifikaten anbieten. Wir haben zurzeit daher die gleiche Anzahl an Mitarbeitern im Produktmanagement und in der Abteilung CSR. Das spiegelt denke ich die Priorität genau wieder. Letztlich ist die Kostenseite für uns jedoch irrelevant, da wir im Hinblick auf die kommenden Jahre die Notwendigkeit sehen, uns in der BSCI zu engagieren. Daher haben wir über die Entscheidung, der BSCI beizutreten, auch nicht lange diskutieren müssen.

Die BSCI-Mitgliedschaft beinhaltet eine Verpflichtung, sich darum zu kümmern, dass die geforderten Standards eingehalten werden: Mussten Sie Prozesse umstellen, sich z.B. von Lieferantenpartnern trennen?

Michael Puchtler: Wir mussten speziell auf der Einkaufsseite im täglichen Business eine ganze Reihe an Prozessen verändern. Zusammen mit unseren Produktmanagern ist die Aufgabe fortan, nicht den günstigsten Artikel zu finden, sondern denjenigen, der am günstigsten und gleichzeitig am nachhaltigsten ist. Wir haben uns von einigen Lieferanten trennen müssen, die sich diesem Prozess nicht anpassen konnten oder wollten. Es ist uns wichtig, dass wir heute sagen können, die geforderten Voraussetzungen erfüllt zu haben. Aber wir wissen auch aus der Unternehmenspraxis, dass diese Hersteller weiterhin Europa und einige unserer namhaften Marktbegleiter beliefern. Ich hoffe, dass die Handelspartner bei allem Preisdruck zu unterscheiden lernen, wer die Spielregeln einhält und nachhaltig aufgestellt ist und wer nicht.

Achten Händler und Anwender verstärkt auf das BSCI-Logo?

Michael Puchtler: Handelspartner, die für Top-Industriekunden arbeiten, setzen gewisse Regularien voraus und fordern entsprechende Nachweise, bevor man konkret in die Projekte einsteigen kann. Diese Partner verstehen das Thema BSCI und können es auch entsprechend an ihre Kunden kommunizieren.

Giving Europe ist auch ISO 26000 zertifiziert. Was beinhaltet dieser Standard?

Michael Puchtler: Wir freuen uns sehr darüber, dass wir das erste Unternehmen in der Branche sind, das nach der Norm ISO 26000 arbeitet. Es ist eine Fortführung unsere Philosophie zum Thema Nachhaltigkeit und verpflichtet uns als Lieferant dazu, die außerhalb der EU bezogenen Artikel auch auf Produktsicherheit zu prüfen und zwar in Europa. Leider müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten und alle Handelspartner davon überzeugen. Nur so können sie auch ein Bewusstsein in der Industrie dafür schaffen, dass ein Artikel nicht nur nach dem besten Preis ausgewählt werden sollte, sondern dass er auch gesetzeskonform, sicher und nachhaltig sein muss.

// Mit Michael Puchtler sprach Dr. Mischa Delbrouck

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2016-10-21T11:32:02+00:0021. Juni 2016|