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Regionales ökologisches Engagement

Motiviert durch ihre Verbundenheit mit der Region, investieren viele Werbeartikelhersteller in die Umstellung auf nachhaltige Produktionsprozesse, um die heimische Landschaft zu erhalten und die Lebensqualität hoch zu halten.

victorinox_ibachhauptsitz_main_13_9k_cmyk_coated Stammsitz am Mythen-Massiv: Produktionsstätte von Victorinox in Ibach.

Heri-Rigoni setzt in der Produktion auf Solarstrom, Wärmerückgewinnung und Vermeidung von Emissionen. Die Pflanzschalen des eingegliederten Partnerunternehmens emotion factory bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, Stempelprodukte und Schreibgeräte werden CO2-neutral hergestellt.

Heri-Rigoni setzt in der Produktion auf Solarstrom, Wärmerückgewinnung und Vermeidung von Emissionen. Die Pflanzschalen des eingegliederten Partnerunternehmens emotion factory bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, Stempelprodukte und Schreibgeräte werden CO2-neutral hergestellt.

„Wer im Schwarzwald lebt und arbeitet, ist natürlich für seine Umwelt verantwortlich.“ So formuliert Armin Rigoni, Geschäftsführer von Heri-Rigoni, den Nachhaltigkeitsgedanken des Herstellers von Stempelwaren und Schreibgeräten. Seit 2013 ist die Produktion nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert, doch ein nachhaltiges Wirtschaften gehört beim 1961 gegründeten Fischbacher Familienunternehmen schon lange zum Produktionsalltag. „Für mich existiert kein Unterschied zwischen Privatperson und Firma – beide müssen für Umwelt und Gesellschaft Verantwortung tragen. Als Unternehmer und Unternehmen hat man eine Sorgfaltspflicht“, so Rigoni weiter. Dieser Sorgfaltspflicht kommen die Stempelspezialisten auf verschiedene Art und Weise nach. Neben drei Photovoltaik-Anlagen, die den eigenen Energiebedarf zu 98% decken, nutzt das Unternehmen die Abwärme der Maschinen zum Heizen der Gebäude. Die Wärmerückgewinnung an den Spritzgussmaschinen sowie die Stromgewinnung durch Solarenergie verhindern in Kombination einen Großteil des CO2-Ausstoßes. „Unsere erste Photovoltaik-Anlage haben wir zunächst als wirtschaftliche Investition betrachtet, doch die Anlage ist nicht nur rentabel, sie macht uns unabhängiger von fossilen Brennstoffen und reduziert dadurch Emissionen – eine immens wichtige Maßnahme, um die Umwelt zu schonen, die zudem leicht umsetzbar ist. Daraufhin haben wir zwei weitere Anlagen errichtet“, berichtet Rigoni. „Um die Region zusätzlich nicht unnötig mit Abgasen zu belasten, prüfen wir zudem unsere Fahrzeugflotte auf Effizienz und Verbrauch, setzen auf umweltfreundliche Fahrzeuge und tauschen die Modelle regelmäßig aus.“ Ebenfalls im Schwarzwald angesiedelt, in ihrer Heimat verwurzelt und um sie besorgt sind die Notiz- und Verpackungsspezialisten von Karl Knauer.

Die Apfelkiste von Karl Knauer sorgt nicht nur für eine attraktive Präsentation am POS – die stabile Konstruktion ermöglicht den Einsatz von Karton in geringer Grammatur. Zudem kommt der lebensmittelkonforme, recycelbare Karton ohne Schutzfolie aus.

Die Apfelkiste von Karl Knauer sorgt nicht nur für eine attraktive Präsentation am POS – die stabile Konstruktion ermöglicht den Einsatz von Karton in geringer Grammatur. Zudem kommt der lebensmittelkonforme, recycelbare Karton ohne Schutzfolie aus.

Key Account Manager Michael Wieckenberg fasst das Nachhaltigkeitsbestreben in klare Worte: „Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, will ich auch weiterhin einen lebendigen Schwarzwald sehen. Dafür muss man natürlich Verantwortung übernehmen und etwas tun und sich nicht einfach auf die anderen verlassen. Jede Firma muss die Initiative ergreifen und investieren – eine Investition, die sich später für alle auszahlen wird.“ Beim Biberacher Unternehmen, das Verpackungen und Werbeartikel aus Karton, Wellpappe und Papier herstellt, wird seit Ende der 1990er Jahre in Maßnahmen wie die Umwelt- und Energiemanagementzertifikate ISO 14001 und 50001 sowie in ein umfangreiches Abfallmanagement investiert, im Werbeartikelbereich verwendetes Papier wird ausschließlich FSC- und PEFC-zertifiziert angeboten. Zusätzlich bezieht Karl Knauer zu 100% Energie aus regenerativen Quellen und setzt auf einen aktiven sparsamen Umgang mit Ressourcen. „So versuchen wir gemeinsam mit unseren Kunden, die Verpackungen hinsichtlich der Ökologie zu optimieren, z.B. durch ein Reduzieren der Grammaturen oder den Einsatz von Recyclingfasern. Darüber hinaus herrscht reger Austausch u.a. über Umweltthemen mit Unternehmen aus der Region – gemeinsam wollen wir die Gemeinde und die Region voranbringen“, so Wieckenberg.

Lokale Netzwerke

Mitarbeiter beim Taschenspezialist Halfar nutzen Fahrräder und E-Bikes für den Weg zur Arbeit – die JobRad-Initiative macht’s möglich.

Mitarbeiter beim Taschenspezialist Halfar nutzen Fahrräder und E-Bikes für den Weg zur Arbeit – die JobRad-Initiative macht’s möglich.

Auch der Bielefelder Taschenspezialist Halfar hat sich bei seinen Bemühungen zum Erhalt der Umwelt einem Netzwerk angeschlossen – dem Ökoprofit Netz NRW. Seit etwa fünf Jahren ist Halfar Ökoprofitzertifiziert, als Vorbereitung auf eine Zertifizierung treffen sich die beteiligten Unternehmen ein Jahr lang regelmäßig zu Workshops, um sich über Umweltthemen zu informieren und auszutauschen. Begleitend besuchen Fachkräfte die Betriebsstätten und prüfen, welche Maßnahmen zur Einsparung von Energie und zum Reduzieren von Emissionen und Abfällen sinnvoll sind. Geschäftsführer Armin Halfar ist vom gemeinschaftlichen Ansatz überzeugt: „Die Ökoprofit-Projekte sind sehr hilfreich für die Umstellung auf eine nachhaltigere Produktion, da man allein wahrscheinlich einiges übersehen würde. Wir haben anfangs gedacht, dass bei unserem im Jahr 2000 neu errichteten Firmengebäude noch keine umfangreichen Umstellungen erforderlich sind, und waren nach der ersten Überprüfung durch einen Fachmann vor Ort überrascht.“

Inzwischen wird das Firmengebäude mit Holzpellets CO2-neutral und ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe beheizt, die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert Ökostrom. Zudem pendeln 16 Mitarbeiter mit bereitgestellten Fahrrädern und E-Bikes zur Arbeit. Dank der JobRad-Initiative konnten allein im letzten Jahr über 15.000 Autokilometer eingespart werden. Eine weitere Maßnahme, die der Region direkt zugutekommt, ist die Dachbegrünung – ein zusätzlicher Lebensraum u.a. für Schmetterlinge und Wildbienen und ein sinnvoller Beitrag für das Ökosystem vor Ort. „Wir sind darüber hinaus Mitglied im Ökoprofit Klub Ostwestfalen und treffen uns sechs Mal im Jahr, um uns z.B. zur Abfallverordnung, über neue Rechtsgrundlagen oder Energiesparsysteme auszutauschen. Dabei geht der Umweltschutzgedanke Hand in Hand mit einer wirtschaftlichen Ausrichtung der Projekte – so lohnt sich ökologisch sinnvolles Wirtschaften für die Betriebe, ein weiterer Motivationsfaktor neben der Heimatverbundenheit“, so Halfar.

Stetige Entwicklung

Schaf Karla „mäht in Germany“ – die sympathische Umweltbotschafterin von Kahla pro Öko.

Schaf Karla „mäht in Germany“ – die sympathische Umweltbotschafterin von Kahla pro Öko.

Wie Halfar ist auch der Porzellanhersteller Kahla mit Umweltprojekten aus dem Ökoprofit-Netzwerk in das Umweltmanagement eingestiegen und hat die Produktion mit etwa 30 Einzelmaßnahmen – von Bewegungsmeldern bis hin zur Abwärmenutzung – sukzessive ökologischer gestaltet. Mittlerweile produziert der Traditionsbetrieb aus dem gleichnamigen Ort im ländlichen Thüringen nach dem Standard ISO 14001, der Region kommen dabei insbesondere der reduzierte Einsatz von Gas und Strom sowie die optimierte Wassernutzung zugute. „Alle Öfen sind bei uns gasgesteuert und laufen rund um die Uhr – ein enormer Verbrauch, den es stetig zu senken gilt. Seit Oktober dieses Jahres sparen wir etwa 10 bis 15% Gas ein, indem wir die Abwärme des größten Ofens für das Heizungssystem verwenden. Parallel dazu nutzen wir unseren eigenen Brunnen und bereiten das im Produktionsprozess gebrauchte Wasser wieder auf“, so Christin Biedermann, Produktionsleiterin und verantwortliche Umweltmanagerin bei Kahla. Die Zugehörigkeit zur Region und zum Wirtschaftsstandort Thüringen zeigt Kahla mit der Mitgliedschaft im Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAThüringen) – ein Verbund aus Unternehmen, die sich regelmäßig zum Thema Nachhaltigkeit austauschen und gegenseitige Hilfestellung leisten. „Andere Firmen produzieren zwar nicht unbedingt Porzellan, dennoch ist ein Erfahrungsaustausch sehr hilfreich, zum Beispiel zu Themen wie Energieeffizienz“, weiß Biedermann.

Auch die Mitarbeiter werden in die umweltfreundliche Gestaltung der Produktion miteingebunden. „Einige Kollegen sind seit über 40 Jahren bei uns und kennen jedes Detail der Produktion. Dank der von ihnen vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen konnten wir innerhalb der letzten drei Jahre unseren Energieverbrauch um etwa ein Drittel senken“, so Biedermann. Einen kleinen Beitrag leisten dabei auch Schaf Karla und ihre Artgenossen, die rund um das Firmengelände den Rasen „mähen“. Ein guter Grund, Karla zum Botschafter der Strategie Kahla pro Öko zu machen: Eine illustrierte Version des wolligen Sympathieträgers stellt Besuchern am Eingang des Werks Kahlas Nachhaltigkeitsbestrebungen vor.

Gewachsener Gedanke

Bei Victorinox, dem Schweizer Traditionshersteller für Messer, scheint nachhaltiges Produzieren im Blut zu liegen. „Den Leitspruch ‚Langfristig Denken – ökologisch Handeln‘ lebt die Eigentümerfamilie nicht nur vor, sondern motiviert die Angestellten täglich, ihr Handeln zu hinterfragen. Seit vielen Jahren steckt Victorinox viel Zeit und Geld in Projekte, unsere Strom-, Wasser- und Rohstoffressourcen zu schonen, damit die nächsten Generationen möglichst bessere Rahmenbedingungen vorfinden“, so Yves Dähler, Senior Key Account Manager bei Victorinox. Bereits im Jahr 1980 wurde ein Ökologieprogramm ins Leben gerufen, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu reduzieren. Heute werden z.B. etwa 500 t der jährlich benötigten 2.500 t Stahl aus der Aufbereitung von Schleifschlamm gewonnen, Strom bezieht das Unternehmen zu 100% aus regionalen Wasserkraftwerken. Zudem werden durch die Rückgewinnung von Prozesswärme sowohl der Stammsitz in Ibach als auch etwa 200 umliegende Wohnungen ohne fossile Brennstoffe beheizt. Neben Recycling und Rückgewinnung spielt die Langlebigkeit eine große Rolle. „Viele Besucher sind erstaunt, wie viele ‚altgediente‘ Maschinen täglich bei uns im Einsatz stehen. Oft verbergen sich hinter diesen rustikalen Modellen eine High-Tech-Steuerung und hocheffiziente Antriebe mit Prozesswärmerückgewinnung. Das Motto: nicht wegwerfen, sondern pflegen, reparieren und optimieren“, so Dähler.

Auch die seit 1884 in Ibach produzierten Messer stehen sprichwörtlich für Langlebigkeit und Zuverlässigkeit, werden an Kinder und Enkel weitervererbt – ein Konzept, das gut zum regionalen ökologischen Engagement umweltbewusster Hersteller passt. Schließlich sollen stetige Verbesserungen in der Produktion zu einer sparsamen Nutzung von Ressourcen beitragen, Abfälle vermeiden und Emissionen reduzieren, um die Standorte für nachfolgende Generationen zu erhalten.

// Claudia Pfeifer

Bildquelle: Halfar (1); Heri-Rigoni (1); Kahla (1); Karl Knauer (1); Victorinox (1)

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2017-10-24T11:08:58+00:0018. November 2016|