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„Wir sprudeln nur so vor Ideen“

Seit dem überraschenden Tod von Klio-Eterna-Inhaber und -Geschäftsführer Hans Michael Höhner im April 2017 haben Edeltraud Syllwasschy und Michael Gleich das Unternehmen weitergeführt. Nach einem Jahr, das von Umstrukturierungen auf der einen und Kontinuität auf der anderen Seite geprägt war, ziehen die beiden neuen Geschäftsführer nun Bilanz. 

Klio Eterna Geschaeftsfuehr - „Wir sprudeln nur so vor Ideen“

Frau Syllwasschy und Herr Gleich, der Verlust von Herrn Höhner kam völlig unerwartet, sodass Sie gezwungen waren, sehr rasch eine Nachfolgeregelung zu finden. Wie kam es zu der Entscheidung, Klio- Eterna künftig mit einer Doppelspitze zu leiten?

Edeltraud Syllwasschy: Für mich als Lebensgefährtin von Hans Höhner und Erbin des Unternehmens war sofort klar, dass ich übernehmen würde, da habe ich keine Sekunde gezögert. Ich bin seit 1992 buchhalterisch für Klio-Eterna tätig, 2005 übernahm ich die kaufmännische Leitung, ich kenne das Unternehmen also sehr gut. Auch die Position als „Chefin“ ist mir vertraut: Neben meiner Tätigkeit für Klio habe ich seit 1987 eine inzwischen 13-köpfige Firma geleitet, die Software für den Personalbereich vertreibt und die meine Tochter nun weiterführt. Gleichzeitig habe ich mir die Frage gestellt: Was ist, wenn auch mir etwas passiert? Hier kam Herr Gleich ins Spiel. Er ist seit 1986 bei Klio Leiter der Kunststofffertigung und kennt die Prozesse im Unternehmen in- und auswendig.

Sie beide sind seit langen Jahren im Unternehmen – wie hat die Belegschaft Sie als „neue Chefs“ aufgenommen?

Edeltraud Syllwasschy: Wir haben unsere Entscheidung sehr schnell getroffen: Sonntags ist Herr Höhner verunglückt, am Montag haben wir eine Betriebsversammlung einberufen und alle 120 Mitarbeiter über unsere Pläne in Kenntnis gesetzt. Das Feedback war hervorragend.

Michael Gleich: Die Belegschaft hat unsere Entscheidung sehr gut angenommen und geschlossen hinter uns gestanden, sodass die Umstrukturierungen überwiegend reibungslos verliefen.

Können Sie noch einmal die neue Führungsstruktur mit den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen erläutern?

Edeltraud Syllwasschy: Ich bin für den gesamten kaufmännischen Bereich verantwortlich – inklusive Vertrieb, Controlling, Buchhaltung und Personal.

Michael Gleich: Mir untersteht der technische Bereich: Maschinenpark, Veredelung und Produktion.

Mit Ralf Richter hat das Unternehmen zudem seit rund einem Jahr einen neuen Vertriebsleiter. Wie verlief die Neuorganisation auf vertrieblicher Seite?

Edeltraud Syllwasschy: Sehr gut. Mit Ralf Richter ist uns ein Vertriebler „zugeflogen“, der mit uns auf einer Wellenlänge ist und unsere Vorstellungen und Werte teilt.

Mit der Neuausrichtung des Managements einher gingen Veränderungen im Produktsortiment: Von ihrem vor einigen Jahren unter der Marke klio+ eingeführten Elektroniksortiment haben Sie sich fast komplett getrennt. Was hat Sie zu diesem Schritt veranlasst?

Michael Gleich: Unsere Kernkompetenz sind und bleiben Kugelschreiber, den Ausflug in die Elektronik haben wir beendet – das Segment ist von dem, was wir sonst tun, zu weit entfernt. Der Markt für digitale Gadgets erfordert ein hohes Fachwissen, er ist sehr kurzlebig und entwickelt sich enorm schnell – was heute State-ofthe- Art ist, ist morgen schon veraltet und quasi unverkäuflich. Die Margen sind gering, gleichzeitig muss alles vorfinanziert werden. Wer nicht genau weiß, was sich in den nächsten Monaten verkaufen wird, bekommt schnell Probleme. Dabei hatten wir wirklich gute, durchdachte und toll designte Artikel, die im Markt auch gut ankamen – aber diese waren eben auch recht teuer, nicht zuletzt, weil wir sie vor Ort in Wolfach veredelt haben. Deshalb fanden viele Kunden das klio+-Sortiment zwar attraktiv, haben jedoch beim Preis gezögert.

Wie hat der Markt die Änderungen im Produktsortiment aufgenommen?

Edeltraud Syllwasschy: Sehr positiv. Viele Kunde begrüßten die neue „klare Linie“, denn nun sei wieder klar, wofür Klio steht: Qualität, Service und Schreibgeräte – ein Großteil davon „made in Germany“. Wie hoch ist denn der Anteil der heimischen Fertigung an ihrem Umsatz? Gleich: Etwa 20% unseres Umsatzes entfallen auf importierte Handelsware, der Rest wird in Wolfach produziert. Rund 30 Mio. Schreibgeräte verlassen jedes Jahr unsere Produktionshallen. Auch die Werbeanbringung mittels Laser, Sieb-, Tampon- und Digitaldruck sowie die Veredelung mittels Softtouch-Lackierung erfolgen komplett in Deutschland. 2017 haben wir 2% mehr Produkte aus Eigenfertigung verkauft, und wir wollen uns weiter steigern. Aktuell etablieren wir eine Fertigung für Metallschreibgeräte „made in Germany“, die vor Ort sowie von einem externen Dienstleister montiert werden.

Frau Syllwasschy, Sie waren bislang eher unternehmensintern tätig und sind im vergangenen Jahr verstärkt auch „nach außen“ gegangen. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz nach beinahe einem Jahr?

Edeltraud Syllwasschy: Früher war ich nur für mein IT-Unternehmen „on the Road“, und die Werbeartikelwelt funktioniert in vielerlei Hinsicht anders: Entscheidungen werden viel kurzfristiger gefällt, die Produktionsschienen sind viel kürzer, vieles muss sofort passieren. Mein erstes Jahr in der Branche war jedoch superpositiv – es hat richtig Spaß gemacht! Der Umgang untereinander ist ausgesprochen herzlich, und ich fühle mich bestens aufgehoben. Unser Außendienst hat die Veränderungen im Unternehmen ebenfalls intensiv nach außen kommuniziert. Alle Kunden waren und sind eingeladen, uns persönlich zu besuchen. So gab es keinerlei Unruhe oder gar Irritationen.

Michael Gleich: Es hat uns in den zurückliegenden Monaten sehr geholfen, dass die Mitarbeiter uns den Rücken gestärkt haben. In solchen Zeiten zahlt sich ein gutes Betriebsklima aus. Viele Mitarbeiter sind seit 20 Jahren und länger im Unternehmen, wir beschäftigen keine Leiharbeiter, sondern nur fest angestellte Kräfte. Alle duzen sich, ziehen an einem Strang, sind engagiert mit dabei und freuen sich, dass es rund läuft. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Trotz der schwierigen Umstände haben wir 2017 gut abgeschnitten, unser Gewinn lag über unseren Erwartungen.

Nach einem Jahr Pause präsentierten Sie sich Anfang 2018 wieder auf der PSI-Messe. Wie war’s?

Edeltraud Syllwasschy: Wir hatten mit 200 bis 250 Kontakten gerechnet, am Ende waren es doppelt so viele. Unser Messestand war permanent voll, bis auf den Industriekundentag, der für uns ohnehin keine Rolle spielt: Insgesamt sind vielleicht zehn Industriekunden zu uns gekommen, wir hatten das Gefühl, dass diverse Händler den Tag boykottiert haben. Generell bleiben Messeauftritte für uns ein wichtiges Marketingtool, allein in diesem Jahr bespielen wir rund 40 Veranstaltungen im In- und Ausland. Unser Exportanteil liegt bei rund 40%.

Welche anderen Kanäle nutzen Sie?

Edeltraud Syllwasschy: Wichtig sind Außendienst und Meetings vor Ort. Darüber hinaus betreiben wir z.B. Kaltakquise beim Industriekunden – wobei der Verkauf ausschließlich über den Werbeartikelhandel erfolgt.

Was dürfen wir als nächstes von Klio-Eterna erwarten?

Edeltraud Syllwasschy: Da wir bereits nach der Umweltmanagement-Norm ISO 14001 zertifiziert sind, streben wir nun das Umweltmanagementsystem EMAS an. Unser Qualitätsmanagent ist ja bereits seit Längerem nach ISO 9001 zertifiziert. Darüber hinaus sprudeln wir nur so vor Ideen und planen viele spannende neue Produkte, die wir dem Markt schon bald präsentieren werden.

// Mit Edeltraud Syllwasschy und Michael Gleich sprach Till Barth.  

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2018-04-05T14:33:10+00:0005. April 2018|