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Digitalisierung: Shakehands mit der Zukunft

Digitalisierung ist allgegenwärtig, der technische Wandel rasant. Lange schien es, als hätte die Werbeartikelbranche den Anschluss ans digitale Zeitalter verpasst, nun nehmen sich immer mehr Marktplayer des beherrschenden Themas unserer Zeit an. Die Werbeartikel Nachrichten beleuchten Chancen und Risiken, Initiativen und Visionen der Digitalisierung im Werbeartikelmarkt.

wn374 digi slider - Digitalisierung: Shakehands mit der Zukunft

In der Evolutionsgeschichte denkt man gemeinhin in sehr langen Zeiträumen: 6 bis 7 Mio. Jahre ließ sich der Mensch Zeit, um sich gemächlich nach der ersten Trennung von den Affenartigen über Zwischenformen wie dem Homo habilis und dem Homo erectus bis zum heutigen Homo sapiens sapiens zu entwickeln. Die nächste Evolutionsstufe jedoch überspringt der Mensch anscheinend im Schweinsgalopp: Für die Ausbildung zum „Homo digitalis“ brauchte es nur wenige Jahrzehnte.

„Die Digitalisierung ist das Thema unserer Zeit, und die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen über uns hereinbrechen, wird atemberaubend sein“, schreibt der Digitalisierungsexperte Ibrahim Evsan. Der Gebrauch des Futurs schwächt die Aussage etwas ab, doch die Realität ist: Wir befinden uns bereits mitten im Wandel, und das Tempo ist in der Tat frappierend: Gerade einmal etwas mehr als elf Jahre ist es her, als Steve Jobs in seiner legendären Keynote zur Mac-World Expo dem begeisterten Publikum das erste iPhone vorstellte. Wohl kaum eine andere Erfindung – nicht einmal das Auto – hat die Gesellschaft weltweit in so kurzer Zeit so umgekrempelt wie das Smartphone. Die Möglichkeit, mobilen Zugriff auf das Internet zu bekommen, hat nicht nur massiven Einfluss auf die Kommunikations- und Konsumgewohnheiten, sondern auch die Arbeitswelt nachhaltig verändert, den Erfolg der sozialen Netzwerke geebnet, neue Zivilisationskrankheiten („Handynacken“, „Handysucht“) evoziert, eine neue Unterart der Spezies „Homo digitalis“, den „Smombie“, hervorgebracht und die Erziehungsmethoden von Eltern pubertierender Kinder erneuert: Wenn früher „Hausarrest“ verhängt wurde, heißt es heute „Handy-“ bzw. in der verschärften Form „Bildschirmverbot“.

Segnungen und Schattenseiten

wn374 digi 2 - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftZum Sinnbild unserer Epoche wurde ein Video, das vor wenigen Jahren auf YouTube steil ging: Ein kleines Mädchen versucht verzweifelt, die Seiten eines Magazins mit dem Wisch von Daumen und Zeigefinger zu vergrößern, so wie es das von der Tablet-Oberfläche gewöhnt ist. Die Lese- und Mediengewohnheiten ändern sich von klein auf, andere Phänomene des digitalen Zeitalters wirken noch gravierender und sind von großer Tragweite für Individuum und Gesellschaft: Weltweite Vernetzung, Organe aus dem 3D-Drucker, selbstfahrende Autos, Sex mit Robotern oder das Bewegen von Objekten mithilfe von Gedankenströmen – vieles, was vor Kurzem noch nach Science Fiction klang, ist mittlerweile State of the Art oder zumindest gar nicht mehr so ferne Zukunftsperspektive.

Allgegenwärtig ist die Digitalisierung in unserem Alltag: Musikhören über Spotify, Scannen an der Supermarktkasse, Orientieren dank Navis, Fit werden mit Armbändern, Kommunizieren mit Alexa … Doch all diese Segnungen der Moderne haben auch ihre Schattenseiten: Mögen Updatewahn und unausgereifte Beta-Versionen nur nerven, so sind die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Transparenz intimer Daten, das Verbreiten von Fake News, die Sucht, sich in sozialen Netzwerken zu profilieren, das Vernachlässigen der Umgangsformen in Chats und Kommentaren oder die ständige Erreichbarkeit Probleme, mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen und für die sie dringend Lösungen entwickeln muss. Eine der Tücken der Digitalisierung: Die Produkte sind auf Benutzerfreundlichkeit getrimmt, die im Hintergrund laufenden Prozesse aber nur schwer verständlich. Die Funktionsweise eines Ottomotors war zumindest für einen technisch interessierten Laien und Hobby-Schrauber verständlich, die Algorithmen einer Suchmaschine begreifen nicht einmal mehr diejenigen, die sie programmiert haben. Das sorgt für Entfremdung und das Gefühl, von der Technik abgehängt zu werden. Mittlerweile reagieren viele Menschen ermattet auf das Thema Digitalisierung. Skepsis macht sich breit.

Nachholbedarf

Auch in der Werbeartikelbranche – von Haus aus analog geprägt – hat man sich bislang schwergetan, die Digitalisierung des Marktes voranzutreiben. Man beruft sich darauf, dass haptische Werbeträger in ihrer Sinnlichkeit die Antipoden zu den Bits und Bytes des Online-Marketings sind. Dass auf Vertriebsebene der Kontakt traditionell personengebunden ist. Oder dass sich die oftmals sehr individuellen Anforderungen eines Werbeartikelauftrags nicht gut digital abbilden lassen und das hohe Maß an geforderter Beratungsleistung reinen Online-Shop-Lösungen im Wege steht. Das alles hat dazu geführt, dass die Branche den Pfad der Digitalisierung nur sehr zögerlich betreten hat und der Digitalisierungsgrad des Markts vergleichsweise niedrig ist.

So haben sich z.B. von den vor einigen Jahren als moderne Sourcing-Quelle gehypten Produktdatenbanken nur wenige im Markt etabliert, und alle haben damit zu kämpfen, dass viele der angeschlossenen Lieferanten ihre Datenbestände nicht aktuell und kompatibel halten. Solche Online-Lösungen konnten daher gedruckte Kataloge ebenso wenig ersetzen wie den Besuch auf Messen. Auch die Idee, virtuelle Werbeartikelmessen aus der Taufe zu heben, ist gefloppt – Besucher wollen Produkte gerne in die Hand nehmen, ob sich das ändert, nur weil die Technik bessere Visualisierungen der Produkte und ihrer Individualisierungsmöglichkeiten erlaubt, darf bezweifelt werden. Einige Online-Pioniere unter den Händlern haben viel Geld ins Suchmaschinenmarketing investiert und große Online-Präsenzen aufgebaut, doch meist nur mit dem Ziel, im Netz gefunden zu werden: Verkauft wurde dennoch im persönlichen Gespräche am Telefon. Bis heute gibt es auch kein umspannendes, internationales, spezifisches Werbeartikel- Netzwerk: Die entsprechenden Communitys auf Xing oder LinkedIn werden nur von wenigen Usern – sehr unregelmäßig – frequentiert. Und eines der größten Ärgernisse: Noch immer hat die Branche keinen einheitlichen Standard für die Datenverarbeitung – und wird ihn womöglich auch nie bekommen: Das heißt, die Schnittstellen bei der Datenübertragung sind oft unterschiedlich, was wiederum einen hohen Mehraufwand bei der Datenpflege nach sich zieht. Bislang erweist sich die Branche als hartleibig gegenüber den Verlockungen der Industrie 4.0 – fast kann man den Eindruck bekommen, einige Marktplayer wollten eine letzte Bastion im Kampf gegen die Digitalisierung der Wirtschaft aufrecht erhalten.

Ein solcher Konservatismus hat durchaus einen gewissen Charme, läuft aber die Gefahr, die Chancen, die die Umstellung auf digitale Prozesse mit sich bringen kann, zu übersehen. Gerade die großen Marktplayer haben das in der jüngeren Vergangenheit erkannt und sich des Megatrends Digitalisierung angenommen – oft, indem sie Manager einstellten, die nicht aus der Branche, sondern aus einem IT-affinen Umfeld stammen.

Die Branche verändert sich

Getrieben werden sie nicht zuletzt von Entwicklungen außerhalb der Werbeartikelbranche: Die sogenannten Disruptoren wie Vistaprint, Flyeralarm, Amazon oder Alibaba drängen mit Vehemenz und mit dem Know-how ihrer milliardenfach erprobten Online-Tools ins B2B-Geschäft und auch auf den Werbeartikelmarkt. Noch nehmen sie dem etablierten Handel nur wenige Marktanteile weg, aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das zunehmen wird. Serviceleistungen, Oberflächen und Schnelligkeit dieser Biggies sind zur Benchmark auch für den durchschnittlichen Anbieter haptischer Werbung geworden. Denn natürlich verlangen Einkäufer werbender Unternehmen im Business genauso komfortable Lösungen, wie sie es von ihren privaten Einkäufen gewohnt sind.

wn374 digi 1 - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftEin weiterer Motor der Digitalisierungsbestrebungen innerhalb der Werbeartikelbranche ist das zunehmende Tempo im Markt bei immer kürzeren Entscheidungsfristen. Das zwingt die Marktteilnehmer dazu, ihre Prozesse durchzurationalisieren. Der Wunsch vieler Lieferanten ist es daher, die Zahl der tatsächlichen Online-Einkäufe signifikant zu steigern. Von der Online-Eingabe bis zum Pick im Lager soll alles digitalisiert werden, auch um die Fehlerquellen zu reduzieren: Je weniger und je seltener Menschen in der Auftragsbearbeitungskette beteiligt sind, desto sicherer bekommt der Einkäufer das, was er geordert hat. All das spart Zeit, die wichtigste Ressource im heutigen Business, Zeit, die dringend benötigt wird, um sich mit all den anderen Aufgaben zu beschäftigen. Dabei fordert der Prozess der Digitalisierung die Branche permanent – vom Aufbau einer funktionierenden Warenwirtschaft/ ERP und dem Design responsiver Webshops über Datenpflege, Auswertung von Big Data, Print-on-Demand-Lösungen und Muster aus dem 3D-Drucker bis hin zum Marketing, Kommunikation in sozialen Netzwerken und der Verknüpfung haptischer Werbeträger mit Online-Tools und VR/AR-Welten. Es hat den Anschein, als hätte die Branche das Thema nun für sich entdeckt – das zeigen auch die Statements der Marktplayer, die für diese Ausgabe befragt wurden, um ihre Sichtweise auf eines der drängendsten Themen der Gegenwart wiederzugeben.

Offenkundig ist: Die Branche ist im Begriff, sich zu verändern, nicht unbedingt im Sinne einer Revolution, wohl aber im Sinne einer Evolution. Die Werbeartikel Nachrichten und ihr europäisches Pendant, das englischsprachige eppi magazine, werden diesen Prozess in einer mehrteiligen Serie zur Digitalisierung in der Werbeartikelbranche in den kommenden Ausgaben begleiten.

// Mischa Delbrouck


adelfo marino - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftBeim Mega-Thema Digitalisierung werden aktuell zu wenig die damit verbundenen Chancen diskutiert. Sicherlich ist die gerade erst Fahrt aufnehmende Debatte um die ethische und soziale Ausgestaltung der sich bereits im vollen Gange befindlichen Digitalisierung gut und richtig, da es auch darum gehen muss, gesamtgesellschaftliche Risiken und mögliche Verwerfungen zu minimieren. Doch sehe ich auf einzelwirtschaftlicher Ebene auch für Unternehmen der Werbeartikelbranche überwiegend Chancen, die es zu nutzen gilt. Risiken bestehen eher dort, wo die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht genutzt werden. Es geht nicht nur um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Digitalisierung bietet v.a. auch erhebliche Möglichkeiten, die Ertragskraft durch eine umfassende Automatisierung von Prozessen, neue digitale Services und digitale Alleinstellungsmerkmale zu stärken. Als global tätige Fullservice-Werbeartikelagentur sind wir darauf spezialisiert, komplexe, kundenspezifische Prozesse zu implementieren und effizient zu gestalten. Deshalb richtet sich ein Hauptaugenmerk unserer Digitalisierungsaktivitäten auf die Prozessautomation und -integration. Dabei spielen insbesondere moderne Schnittstellentechnologien eine große Rolle, um den Datenfluss und die Workflows zwischen unseren Kunden, uns und externen Lieferanten bzw. Dienstleistern zu automatisieren und zu optimieren. Beispielhaft seien hier die Kundenbestellabwicklung, Freigabeprozesse, Online-Reporting, elektronische Rechnungsstellung, SSO-Lösungen, interne Workflows und Systemintegrationen, die Integration mit externen Dienstleistern wie z.B. Paketdiensten oder unsere Beschaffungsprozesse genannt. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivitäten in puncto Digitalisierung liegt im Bereich eCommerce. Hier sehen wir ebenfalls erhebliche Chancen, durch den Einsatz moderner Technologien und ein Höchstmaß an Systemintegration auf intelligente Weise ein personalisiertes Einkaufserlebnis sowie einen einfachen Bestellprozess zu schaffen, um so den Absatz unserer Produkte und Dienstleistungen zu fördern und die Kundenbindung zu stärken. Auch Themen wie Print-on-Demand oder Virtual-Sampling spielen hier eine Rolle.

magali chechin - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftFrüher warteten Anwender darauf, dass Händler ihnen Produktideen präsentieren. Dank einer wahren Informationsflut sind sie heute viel aktiver und schneller in ihren Entscheidungen, was natürlich gut fürs Geschäft ist. Produkte werden heute unglaublich schnell bestellt, individualisiert und geliefert. Lieferanten müssen sich auf Kunden einstellen, die mehr und mehr sowie in kleinen Mengen online bestellen, nach einer 24 h-Hotline verlangen und am nächsten Tag ihre Ware brauchen. Dank der Fortschritte im Digitaldruck können kleinste Mengen in Rekordzeit veredelt werden. Immer mehr Lieferanten geben ihren Kunden auch die Möglichkeit, eigene Designs für die sofortige Individualisierung hochzuladen und den gesamten Prozess von der Produktion bis zur Lieferung online in einem personalisierten Interface zu verfolgen. Im Zentrum all dieser Prozesse stehen Produktdaten, die Lieferanten deshalb wie einen Schatz hegen und pflegen müssen. Beschreibungen, Bilder, Drucktechniken und Preise müssen für Anwender klar verständlich sein und ebenso schnell wie effizient verbreitet werden; und die Softwaresysteme der Händler müssen mit den ERP- und CRM-Systemen der Lieferanten perfekt verknüpft werden. All das kostet Zeit, Geld und Kompetenz, die vielleicht nicht jeder Händler hat. Sourcing-Plattformen sowie Webshop-, Katalog- und Newsletter-Services sind deshalb für viele Händler eine große Hilfe, ebenso wie für Lieferanten, die auf diese Weise die Garantie erhalten, dass ihre Produktdaten professionell aufbereitet und verknüpft werden. Die Digitalisierung beschleunigt jedoch nicht nur Marketing-, Verkaufsund Produktionsprozesse, sie hilft auch der haptischen Werbung, im Rennen um die guten Plätze im Marketing- Mix zu bleiben. Deshalb müssen alle Marktakteure mit ins Boot steigen, zumal Online-Giganten wie Vistaprint oder Amazon die Werbeartikelbranche angreifen. Letzteres ist eine Bedrohung, aber auch eine Chance für mehr Qualität und Professionalität in unserem Sektor. So attraktiv und positiv die Digitalisierung in vielen Aspekten sein mag: Im Zentrum unseres Geschäfts steht der menschliche Kontakt – Vertrauen und persönliche Beratung bleiben unentbehrlich.

arne schubert - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftGrundsätzlich ist die Beratung in der Werbeartikelbranche Standard, und diesen Standard überführen wir mit umfangreichen Informations- und Beratungsangeboten in unserem Shop in die digitale Welt. Dank der Digitalisierung und den damit einhergehenden Vorteilen für eine einfache und schnelle Kommunikation ist es uns möglich, den Kunden und sein Anliegen in den Fokus unserer Lösung zu stellen, nicht die Technik. Nachteile hat die Digitalisierung eigentlich nur dann, wenn sie nicht genutzt wird. Mit einmaligen Anpassungen innerhalb des Unternehmens ist es aber nicht getan, hier ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung gefragt. Eine aktuelle Herausforderung, die gerade digitale Unternehmen betrifft, ist sicherlich der verschärfte Datenschutz. Aber auch wenn wir digital arbeiten, ist und bleibt der Kontakt am Telefon ein wichtiges Instrument für die Pflege und Bindung unserer Kunden; bei komplizierteren Bestellungen oder ganzen Kampagnen machen wir auch Kundenbesuche. Wer sich dem digitalen Wandel zu spät oder gar nicht stellt, den bestrafen seine Kunden. Denn auch die Kunden der Werbeartikelwirtschaft werden immer digitaler. Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt. Mein Tipp: einfach anfangen. Es auf einen Versuch ankommen lassen. Nicht immer kann man sagen, was Erfolg bringt, aber jede Erfahrung bringt einen weiter. Was Big Data betrifft, so kann die riesige Informationsflut sicher erst dann gewinnbringend genutzt werden, wenn sie analysiert wird. Manuell ist das unmöglich, auch hier müssen digitale Lösungen gefunden werden. Ein großer Vorteil von Big Data für die Werbeartikelwirtschaft: Mit der großen Menge an Daten können Unternehmen ihre Kunden viel besser kennenlernen. So lässt sich Big Data nutzen, um Kunden gezielt anzusteuern und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.

pascal ritter - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftDie Digitalisierung vereinfacht den Alltag – Daten werden via Knopfdruck versendet. Das verändert auch die Personalphilosophie im Betrieb. Durch einen schnellen Datenaustausch ist es heute längst nicht mehr notwendig, dass alle Mitarbeiter an einem Ort arbeiten; auch die Reaktionszeiten sind deutlich kürzer. Diverse Kommunikationskanäle ermöglichen den schnellen, kostengünstigen Austausch – über Kontinente hinweg. Ich sehe aber auch die Gefahr, dass die digitale Entwicklung die persönliche Kommunikation zunichtemacht. Künftig wird v.a. die digitale Beratung zu einer Herausforderung werden. Besonders in der Werbeartikelbranche wird es immer einen Bedarf an Beratung geben, hier jedoch werden wir einen Wandel erleben. Der persönliche Kundenkontakt wird weiter abnehmen, und digitale Beratungsprozesse werden notwendig sein. Dennoch hat auch der Kundenkontakt am Telefon oder Face-to-Face für mich noch eine sehr hohe Bedeutung. Und das wird auch so bleiben. Gleichwohl wird es immer schwieriger, „persönlich“ Kundenkontakt zu halten. Das liegt auch daran, dass man immer mit mehreren Kunden gleichzeitig kommuniziert. Um im digitalen Zeitalter traditionell orientierte Kunden zu erreichen, nutzen wir u.a. unsere 17 Stores in Europa als Anlaufstellen. Hier bieten wir Layout-Service und Beratung an – im Grunde das Gegenstück zum digitalen Wandel. Eine weitere Folge der fortschreitenden Digitalisierung ist es, dass die Preise im Online-Handel immer transparenter werden. Diese Entwicklung haben wir schon vor Jahren im B2C-Bereich gesehen, und im B2BBereich wird die Entwicklung weitergehen. Diese Herausforderungen führen dazu, dass wir unsere Prozesse ständig optimieren müssen. Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten, und wir müssen uns ihr stellen. Außerdem bringt sie ja auch Vorteile: Ich sehe für uns positive Veränderungen und neue Möglichkeiten. Ich bin sogar der Meinung, dass der digitale Wandel die Entwicklung in unserer Branche positiv beeinflusst und der Werbeartikelmarkt dadurch weiter konstant wachsen wird.

juergen geiger - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftDie Werbeartikelwirtschaft steckt auf dem Weg zur Digitalisierung noch in ihren Anfängen. Das gilt für den Verkauf über Online-Kanäle genauso wie für digitalisierte Abwicklungsprozesse zwischen Handel und Hersteller. Letztere sind in meinen Augen zwingende Voraussetzung, um den Herausforderungen gerecht zu werden, vor die uns der Markt stellt – sinkende Auftragswerte und steigender Margendruck in Kombination mit der Forderung nach immer mehr Geschwindigkeit in der Abwicklung, sprich: kürzere Lieferzeiten. Wie das funktioniert, machen uns gerade die großen Online-Druckereien vor, die als „Prozess-Weltmeister“ den Werbeartikel für sich entdeckt haben und mit Vehemenz in unseren Markt drängen. Dem haben die etablierten Werbeartikel-Player gerade bei kleinen bis mittleren Standardaufträgen bislang nichts entgegenzusetzen. Bis wir einen Auftrag in konventioneller Methode über E-Mail und Telefon endlich druck- und produktionsreif haben, hat ihn der Online-Drucker schon zweimal geliefert und gutes Geld daran verdient! Daran werden auch die vielen „Onlineshops“ nichts ändern, die dem Handel als Digitalisierungseinstieg angeboten werden. Hierbei handelt es sich lediglich um digitale Schaufenster in Shop-Optik, die Anfragen generieren sollen. Der eigentliche Verkauf und alle darauf folgenden Prozesse um Daten – kaufmännische ebenso wie die eigentlichen Druckdaten – bleiben nach wie vor eine Aufgabe für die Hand am Arm, beim Händler genauso wie beim Hersteller. Ein echter Onlineshop, der tatsächlich verkauft, der Druckdaten vom Industriekunden annimmt, diese automatisiert und in Echtzeit prüft, freigibt und sie mit allen relevanten kaufmännischen Inhalten unmittelbar an die Lieferanten durchleitet: Wer sich für eine solche Lösung interessiert, sollte sich unsere Initiative mypromo.com anschauen.

neal beagles - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftIch werde häufig gefragt, wie das digitale Zeitalter unser Unternehmen beeinflussen wird. In mancher Hinsicht sind die Veränderungen tiefgreifend, in anderen Bereichen werden sie uns kaum berühren. Was heißt das? Wir sind ein professioneller Werbeartikelhändler. Einen Großteil unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Folgeaufträgen von Stammkunden – hauptsächlich große und Blue Chip-Unternehmen, die bei uns kaufen, weil wir einen beratungsorientierten Ansatz verfolgen. Unsere Produktvorschläge orientieren sich dabei im Allgemeinen am Kampagnenziel und der Zielgruppe des Kunden. Die Digitalisierung ermöglicht es zwar dem Kunden, einen kompletten Auftrag am Smartphone und quasi ohne Interaktion mit seinem Händler durchzuführen – er kann ein Produkt aussuchen, ein Artwork hochladen und bezahlen. Solche Transaktionen, da bin ich ganz sicher, funktionieren jedoch nur bei bestimmten Aufträgen und Kundentypen, sie werden die Funktion einer professionellen Werbeartikelberatung nicht ersetzen. Der digitale Wandel hat viele Abläufe massiv beschleunigt und vereinfacht. So können Lieferanten heute auf einer Vielzahl von Produkten in sehr kurzer Zeit komplexe Designs mittels Digitaldruck reproduzieren. Wir können den Webshop eines Kunden in unser eigenes Backoffice integrieren, um Bestell- und Fulfilment-Prozesse zu optimieren, und dank 3D-Druck können wir einfach und schnell Prototypen herstellen. Das digitale Zeitalter ist toll mit riesigen Auswirkungen auf unsere Branche. Das Wachstum von Online-Unternehmen wie Amazon und Vistaprint wird höchstwahrscheinlich den Werbeartikelmarkt als Ganzes vergrößern und dazu führen, dass mehr Werbeartikel als bisher eingesetzt werden. Werbeartikelhändler, die eng mit ihren Kunden zusammenarbeiten, die mit ihnen reden und ihnen zuhören, haben eine rosige Zukunft!

JanBreuer quer2 - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftMit der Einführung unseres neuen, Viewport-optimierten Webshop „mbw. sh“ haben wir einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung vollzogen. Unsere Kunden können nun ganz einfach und schnell, auch auf Smartphone oder Tablet, Lagerbestände in Echtzeit einsehen, aktuelle Informationen zu Artikeln und zum Sortiment downloaden, Preise ermitteln, Muster bestellen und mit wenigen Klicks Bestellungen tätigen – und das rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Ein guter Shop muss funktional und übersichtlich gestaltet sein. Anwender müssen sich innerhalb kürzester Zeit zurechtfinden und die passenden Produkte entdecken. Die Suche ist das zentrale Bedienungselement in einem Shop. Bis zu 80% der Benutzer verwenden nahezu ausschließlich die Suche, um ein Produkt zu finden – daher setzen wir die intelligente und fehlertolerante Produktsuche „exorbyte“ ein und setzen zudem auf eine übersichtliche Gestaltung der Kategorien und Warengruppen. Ein großes Plus ist unsere Schnittstellenfunktion. Einige Kunden sind bereits per Schnittstelle an unser System angebunden und können so direkt aus der eigenen Warenwirtschaft Bestellungen an uns senden. Dies bietet für beide Seiten einen großen Mehrwert. Die Aufträge können so direkt von uns weiterverarbeitet werden, und die Ware geht i.d.R. noch am selben Tag in den Versand. Der Weg führt m.E. ganz klar in Richtung Digitalisierung. Die Shops mit ihren Funktionen sollen unsere Kunden und uns entlasten, damit wir wieder mehr Zeit für die wichtige Kundenberatung haben.

julian thormaehlen - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftDas Netzwerk der Werbeartikelhändler ist derzeit noch stark von einem persönlichen Austausch und der Kommunikation über die Print-Fachmedien geprägt. Die bekannten Suchmaschinen sind für die Industrie jedoch bereits jetzt der erste Anlaufpunkt für die Produktrecherche und werden es auch in Zukunft verstärkt sein. Marken müssen und können in einer digitalen Welt mehr denn je schnell zugänglich und vor allem erlebbar gemacht werden. Auch im Werbeartikelbereich müssen wir uns daher verstärkt mit dem Thema der Digitalisierung auseinandersetzen, Chancen erkennen und neue Wege gehen. Durch automatisierte Prozessketten erfährt die Branche bereits jetzt eine enorme Effizienzsteigerung. Die Verkaufsprozesse werden einfacher, die Lieferzeiten kürzer und die Bedürfnisse der Kunden können schneller erfüllt werden als je zuvor. Wir verkürzen damit die Planungszeit der Industriekunden, erhöhen die Spontanität von Einkäufen und damit auch die Absatzzahlen. Die neugewonnene Datenvielfalt bietet uns zudem neue Entscheidungsgrundlagen und eine wesentlich effizientere und bedarfsgerechte Zielgruppenansprache. Eine datengetriebene Unternehmensausrichtung ist unabdingbar für den zukünftigen Branchen- und Unternehmenserfolg. Tradeconthor befasst sich sehr intensiv mit der Auswertung von Daten, um die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu verstehen und um das Online-Marketing sowie die gesamte Unternehmensstrategie stetig kundengerecht weiter zu optimieren und noch besser skalieren zu können. Zu diesem Zweck werden wir das E-Commerce Team verstärkt ausbauen und gezielt ausgezeichnete Fachkräfte mit visionären Arbeitsweisen in unser Team integrieren. Um den Industriekunden auch zukünftig bedarfsgerecht bedienen zu können, sollte sich jeder aus der Branche mit der Digitalisierung auseinandersetzen und das Thema fest in der Unternehmensstrategie verankern. Wer hier den Anschluss verliert, verliert in Zukunft an Relevanz und damit auch letztendlich den Kunden.

ralf oster - Digitalisierung: Shakehands mit der ZukunftDie fortschreitende Digitalisierung von PF Concept ist für uns eine der entscheidenden unternehmerischen Herausforderungen, der wir uns seit geraumer Zeit sehr erfolgreich stellen. Wir begreifen Digitalisierung mit einem holistischen Ansatz über alle internen und externen Betriebsprozesse und Kanäle hinweg. Zum einen halten wir unser Unternehmen damit agil und fit für die zukünftigen Marktanforderungen. Zum anderen gelingt uns damit ein forciertes Wachstum durch weitreichende Prozessoptimierung dank digitaler Technologien. Ein Vorteil: time-to-market wird damit deutlich verkürzt. Der digitale Wandel bietet uns die Gelegenheit, den Kunden in den Mittelpunkt sämtlicher Prozesse zu stellen. Basierend auf ausgedehnten Recherchen, haben wir die wichtigsten Erwartungen definiert, die die Kunden an die Interaktion mit uns haben. Um diesen Erwartungen auf höchster Qualitätsstufe gerecht zu werden, wandeln wir unsere Organisation nun um. Die grundlegende Herausforderung für alle Abteilungen lautet dabei: Geschwindigkeit. Insgesamt bleiben wir auf diese Weise nicht nur mehr als wettbewerbsfähig, wir ermöglichen unseren B2B-Kunden auch ein B2C-Shoppingerlebnis. Wenngleich PF Concept ganz klar dem Werbeartikelhandel verpflichtet ist, glauben wir, dass die meisten der aus dem Online-Retail bekannten Features auch für unsere Handelspartner von hohem Nutzen sind. Deshalb bieten wir einen B2B-Webshop mit hervorragender Procurement-Funktionalität, inklusive transparenter Preisgestaltung und klar ersichtlichen Lieferzeiten. Multichannel-Content Management und Produktvisualisierung sind von entscheidender Bedeutung, um Wiederverkäufer ebenso wie deren Kunden zu inspirieren. Wir bemerken schon seit einiger Zeit eine deutliche Verschiebung des Einkaufsverhaltens unserer Kunden in Richtung Online-Bestellung. Damit steigen auch ihre Anforderungen an transparente, schnelle, hochprofessionelle und bequeme Abläufe. Wir nehmen diese Wünsche sehr ernst und arbeiten an umfassenden Lösungen und Angeboten im Sinne unserer Kunden. Für uns steht der digitale Wandel nicht im Widerspruch zu traditionellen Kundenbeziehungen. Viel mehr glauben wir an eine Kombination der verschiedenen Off- und Online-Kanäle, an die richtige Information zur richtigen Zeit zu liefern. Manche Aufgaben werden einfach besser automatisiert oder im Webshop bereitgestellt – davon profitiert die gesamte Wertschöpfungskette. Dies betrifft auch traditionell orientierte Händler, die somit Zeit sparen und sich auf ihre eigenen Verkaufsaktivitäten konzentrieren können. Auf welchem Kanal wir auch immer kontaktiert werden, der Service sollte so persönlich wie möglich sein. Deshalb brauchen wir Datenanalysen aus unseren verschiedenen Systemen, aber wir investieren auch weiterhin in menschliche Interaktion. Diese Kombination macht den Unterschied.

Bildquelle: Shutterstock/everything possible (1), GaudiLab (1); Illustration: Jens C. Friedrich, © WA Media

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2018-06-19T12:41:24+00:00 12. Juni 2018|