Travelite und Titan, diese Namen stehen für Trolleys und ein bisschen auch für den Duft der großen, weiten Welt. Seit 70 Jahren designen, produzieren und verkaufen die Hamburger leichtes Reisegepäck – und haben sich mit ihrer Expertise zu führenden Marken auf diesem Gebiet entwickelt. Nun wollen sie ihr Engagement auf dem Werbeartikelmarkt weiter ausweiten. Ein Porträt.

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Hamburg-Rahlstedt ist ein Ort, an dem der Begriff „Hidden Champion“ seine eigene Bedeutung erhält. Ganz im Nordosten der Hansestadt, an der Grenze zu Schleswig- Holstein, liegt ein ruhiges Gewerbegebiet: der Gewerbepark Merkurring mit Blick auf Wiesen und eine Gärtnerei. Wer an der Haltestelle Gewerbepark Merkurring Süd aus dem Bus steigt, hat eher das Gefühl, eine Landpartie zu unternehmen als in einer Metropole einen deutschen Marktführer zu besuchen. Es kann auch mal passieren, dass man auf dem Weg dorthin Reitern auf Ponys ausweichen muss. Der Unternehmensverbund Travelite/ Titan (bestehend aus der travelite GmbH + Co. KG sowie der TITAN Hamburg GmbH) hat hier seinen Hauptsitz – und ist trotz der ruhigen Lage alles andere als ein „Hidden Champion“, sondern ein führender Hersteller von Reisegepäck: Mit Taschen und Koffern der beiden Qualitätsmarken fliegen Millionen Reisende um die ganze Erdkugel, und das seit Jahrzehnten.

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Der Unternehmenssitz von Travelite und Titan in Hamburg-Rahlstedt.

Hier in Hamburg-Rahlstedt wird das Reisegepäck designt, konstruiert und mit Erfolg verkauft. Ein spezialisiertes, erfahrenes Produktmanagement-Team, bestehend aus Projektmanagern, Konstrukteuren und Designern, entwickelt mit neuesten Materialien und Technologien Koffer und Taschen, die buchstäblich um die Welt gehen. Darüber hinaus arbeiten viele weitere Expertenteams im Unternehmen, das in dritter Generation von Jan-Oliver Nannen sowie dem zweiten geschäftsführenden Gesellschafter Alfred Gruber geführt wird. „Schon seit den Anfängen wussten unsere Kunden, dass sie mit Travelite ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen“, sagt Nannen, Enkel des Firmengründers Gerhard Winkler, und fügt hinzu: „An dieser Philosophie hat sich bis heute nicht viel geändert. Nicht nur dadurch haben sich Travelite und Titan nach vielen Jahrzehnten Erfahrung im qualitativ höchst anspruchsvollen deutschen Markt zu anerkannten internationalen Marken etabliert.“ Travelite und die Marke Titan – seit 2012 Teil des Unternehmensverbundes – sind ein Synonym für Kofferexpertise aus Deutschland geworden. „Wir sind Marktführer im deutschen Fachhandel, verkaufen in 30 Ländern mehrere Millionen Produkte pro Jahr, und im B2B-Bereich sind wir die Go-to-Guys für alles, was mit Koffern zu tun hat“, sagt Nannen. Der Stolz auf diesen in 70 Jahren Unternehmensgeschichte erarbeiteten Status wirkt ehrlich.

Erfahrung aus Jahrzehnten

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Jan-Oliver Nannen ist der Enkel des Firmengründers Gerhard Winkler und führt das Unternehmen in dritter Generation.

Merchandising, Sponsoring und Co-Branding sind für den Unternehmensverbund beileibe keine neuen Themen. Wer z.B. im World Shop der Lufthansa ein Gepäckstück mit dem Kranich-Logo ersteht, der reist mit einem Travelite-Produkt – und das bereits seit zehn Jahren. Gebrandete und nach Kundenvorgaben angefertigte Koffer „designed in Germany“ begleiten auch die Crews mehrerer Airlines durch den Fliegeralltag rund um die Welt; die Spieler des Hamburger Traditionsclubs FC St. Pauli reisen seit neuestem mit Koffern von Travelite zu den Spielen – ohne das an eine Piratenflagge erinnernde Totenkopflogo. Aber wenn der Verein das wolle, bedrucke man die Koffer auch mit Totenköpfen und gekreuzten Knochen, heißt es bei Travelite/ Titan. Auch der Bundesligist VfL Wolfsburg wurde mit individualisierten Koffern von Titan ausgestattet. Auf der jüngsten Reise begleiteten speziell entwickelte, mit Vereinslogo gebrandete Koffer die Mannschaft nach Fernost. „Es mag abgedroschen klingen, aber ein guter Kunde ist für uns einer, der zufrieden wiederkommt und nochmal bei uns kauft – eher ein Partner als jemand, der einfach nur sein Geld bei uns lässt. Wir arbeiten hier als Mannschaft eng zusammen, wir haben Spaß an unseren Produkten, und unsere Mitarbeiter tragen viel Eigenverantwortung“, erklärt Nannen. Dadurch könne das Unternehmen flexibel auch auf kurzfristige Anfragen in kleineren Mengen reagieren, und das ist im Markt für Werbeartikel und Merchandising- Produkte bekanntlich nicht die schlechteste Ausgangsposition.

Leichter reisen

Dabei begann alles einigermaßen unspektakulär mit einem Einkaufsnetz, erzählt Nannen: „Nachdem mein Großvater 1949 das Unternehmen unter dem Namen ‚Gerhard Winkler + Co – Taschenfabrik’ gegründet hatte, haben wir alle möglichen Taschen gefertigt, aber der Verkaufsrenner waren Einkaufsnetze, die er selbst entworfen hatte.“ In der jungen Bundesrepublik waren solche Einkaufstaschen für den Alltag ein durchaus beliebter und benötigter Artikel. Es gab mit wachsender wirtschaftlicher Prosperität in den Geschäften endlich wieder Waren zu kaufen, aber man brauchte auch Taschen, um die Einkäufe nach Hause zu tragen, und diese Taschen mussten sowohl haltbar als auch erschwinglich sein. Unternehmensgründer Gerhard Winkler war ein produktgetriebener Tüftler, der mehrere Patente hielt. Die Lösung, die er sich für die Tragetaschen einfallen ließ: Aus dem Material Vistram, eine Art mit Kunststoff ummanteltes Textil, fertigte er die so dringend benötigten, nicht nur finanziell tragbaren Einkaufstaschen. Die Idee war eine ganz simple, erzählt Nannen: „Das Material kam als Schlauch. Diesen Schlauch haben wir einfach in Teile geschnitten, am Boden zusammengenäht, oben zwei Tragegriffe hinzugefügt, und fertig war der Artikel Zehn.“ Artikel Zehn, so hat Nannens Großvater diese Tasche genannt, denn sie hatte ein Volumen von zehn Litern und kostete zehn Pfennig. „Das Unternehmen hat Millionen dieser Taschen verkauft“, erzählt Nannen.

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Ansprechpartner für die Werbeartikelbranche (v.l.): Tobias Schmidtke, Charlotte Först und Thomas Gradwohl bilden das B2B-Team.

Produkte wie diese einfache Einkaufstasche haben den Grundstock für Travelite/ Titan gelegt, davon ist der Chef in dritter Generation überzeugt: „Wir haben immer Produkte mit eher bodenständigem, funktionellem Fokus gefertigt. Sie müssen sowohl qualitativ hochwertig, funktionell und stabil sein, aber auch erschwinglich – das ist unser Anspruch.“ Der funktionelle Fokus war es auch, der aus der Taschenfabrik von Gerhard Winkler im Jahr 1978 die Reisegepäckmarke Travelite entstehen ließ. Denn immer mehr Menschen konnten sich Reisen, auch Flugreisen, leisten – aber sie wollten es möglichst ohne die schweren Koffer der 1950er Jahre tun. Die Taschen und Koffer mussten leichter werden. Die zweite Generation, Gisela Nannen, geb. Winkler, und ihr Mann Christian, nahm sich dieses Problems an, und entwickelte, optimierte und produzierte bald alles, was irgendwie Tasche oder Koffer und leicht war. Nachdem Jan-Oliver Nannen im Jahr 1999 ins Unternehmen eingetreten war und 2006 der bisherige Vertriebsleiter Alfred Gruber zweiter geschäftsführender Gesellschafter wurde, erhielt das Unternehmen seine heutige Form, als Travelite 2012 die bayerische Koffermarke Titan in den Unternehmensverbund aufnahm und unter dem bereits eingeführten Markennamen weiterführte. Das sei ein Herzenswunsch gewesen, sagt Nannen, denn die Hanseaten mit dem leichten Gepäck waren besonders an dem etwas designorientierteren, auch etwas höherpreisigen Hartschalensortiment der Bayern interessiert: „Wir legen Wert auf ein breit gefächertes Portfolio, da war das Sortiment von Titan die perfekte Ergänzung.“

Von Schlitten bis Schöneberger

Die hohe Frequenz der Travelite-Produkte im Markt sei lange Zeit mehr oder weniger das einzige Marketing des Unternehmens gewesen, erzählt der Geschäftsführer. Die Marke Titan brachte nun nicht nur eine Sortimentserweiterung, auch das Sponsoring und Lizenzgeschäft bekam einen weiteren Schub. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Titan ist Ausrüster der traditionell sehr erfolgreichen deutschen Bobund Rodelsportler und sponsort u.a. die Weltmeisterin und Olympiasiegerin Natalie Geisenberger. Um die Widerstandsfähigkeit eines neuen Koffermodells zu demonstrieren, schickte man im Jahr 2015 daher den Bobpiloten Manuel Machata auf dem Hartschalenkoffer Prior die Olympia-Bobbahn im französischen La Plagne hinunter. „Wir haben das selbstverständlich vorher ausführlich getestet“, erzählt Jasmin Mix, die Leiterin der Marketingabteilung. Sowohl dem Piloten als auch dem Koffer ist nichts passiert, das Video zu diesem Ausflug aufs Eis ist auf YouTube abrufbar. Auch die Teilnehmerinnen der Casting- Show „Germanys Next Top Model“ reisen seit 2006 immer mal wieder und nun im dritten Jahr hintereinander mit Koffern von Titan von Drehort zu Drehort – eine Kooperation, auf die man bei Travelite/Titan stolz ist. Selbst die polarisierende RTL II-Glamourfamilie Geiss war bereits Testimonial.

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Die gemeinsam mit Barbara Schöneberger entwickelte Serie Barbara von Titan gibt es auch in einer Version aus Samt.

Aber vor allem eine Kooperation hat großen Erfolg, sagt Thomas Gradwohl, Leiter des B2B-Vertriebs: „Die Barbara-Serie, die wir in sehr enger Abstimmung mit dem Magazin Barbara und Editor-at-Large Barbara Schöneberger entwickelt haben, zieht die Besucher auf Werbeartikelmessen zuverlässig an unseren Stand“, berichtet er. Seit 2017 vertreibt Titan diese Kollektion, die sich vor allem durch den Einsatz von haptischen Akzenten und auf weibliche Nutzer zielende, dezente Farben von anderen Serien unterscheidet. Neben Hartschalenkoffern finden sich z.B. auch Gepäckstücke aus grünem Samt. „Die Serie kann nicht zusätzlich mit einem individuellen Logo gebrandet werden, eignet sich aber als hochwertiges Kundengeschenk oder als Prämie und kommt sehr gut an, sogar Kollegen von unseren Marktbegleitern finden diese Modelle gar nicht so schlecht“, erzählt Gradwohl mit einem Augenzwinkern. Dass in der D-A-CH-Region schon alleine der Name Barbara Schöneberger die Interessenten anzieht, überrascht Gradwohl und Nannen nicht, aber auch in Märkten, in denen die Moderatorin als Testimonial weniger bis gar nicht bekannt ist, funktioniere das Produkt, sagt Nannen: „Ich bin selbst etwas überrascht über die positiven Reaktionen, wenn wir die Kunden diese Serie einfach mal anfassen lassen. Schließlich weiß ich, wie nüchtern Einkäufer sein können.“ Auch auf dem asiatischen Markt haben die Koffer und Taschen bereits ihre Fans. Bereits Mitte der 1970er Jahre hatte das Unternehmen Teile der Produktion ins Ausland verlagert, seit den 1980er Jahren werden Travelite-Serien und seit der Übernahme auch Teile der Titan-Kollektion ausschließlich in Asien gefertigt, in 18 teils anteilig eigenen, teils vertraglich gebundenen Produktionsstätten und mit eigenem Team zur Qualitätskontrolle. In Schanghai ist der Unternehmensverbund seit dem Ende der 1990er Jahre mit einem Büro vertreten. Auch die Barbara-Serie von Titan wird in Fernost hergestellt.

Trolleys „Made in Germany“

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Ein Produktdesigner von Travelite bei der Arbeit: Alle Serien werden in Deutschland entwickelt.

Eine Ausnahme gibt es, die allerdings keine bleiben soll: Seit 2015 fertigt Titan ausgewählte Serien im bayerischen Hauzenberg bei Passau, erst den bereits angesprochenen Prior, heute ist es die X-Ray-Serie; im Laufe des Jahres 2020 sollen zwei weitere Serien dazukommen. Das hat handfeste kaufmännische Gründe, denn „made in Germany“ und vor allem Titan als deutsche Premium- und Lifestyle-Marke haben insbesondere auf dem asiatischen Markt einen guten Ruf: „Das lässt die Einkäufer dort erstmal aufhorchen“, sagt Nannen. Außerdem könne man dank der Produktion in Deutschland noch schneller Lösungen für Probleme im Produktionsablauf finden, und das Herkunftsmerkmal sei ein wertvoller Türöffner im B2B-Bereich. Das hat nicht nur, aber auch mit der gewachsenen und weiter wachsenden Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit im Merchandising und der Werbeartikelbranche zu tun. Bayerische Autohersteller, der bereits angesprochene Bob- und Schlittenverband, Sportvereine – sie alle achten in ihren Kooperationen und bei der Beschaffung von Merchandising-Artikeln immer mehr auf Nachhaltigkeit, und dazu zählt die Regionalität der Produkte. Nannen: „Das gehört zu unseren Bemühungen, selbst ressourcenoptimierter und nachhaltiger zu arbeiten. Weitere Konzepte liegen in der Schublade, wir warten nur noch auf die entsprechende Nachfrage.“

Überhaupt gibt es kaum etwas, das die Kofferexperten gemeinsam mit ihrem Netzwerk aus Zulieferern und Veredlern bei entsprechender Nachfrage nicht versuchen, möglich zu machen. An einem Auftrag einer Airline über besonders leichte Pilotenkoffer aus Hartschale, die bequem von oben zugänglich sein und genau zwischen die Pilotensitze im Cockpit passen müssen, habe das Team anderthalb Jahre lang getüftelt und nun wohl eine Lösung für diese knifflige Aufgabe gefunden, erzählt Gradwohl. Und wenn der Autohersteller Skoda eine Businesstasche haben will, die sowohl als Rucksack als auch als klassische Tragetasche funktioniert, dann arbeiten die Designer auch mal an der Frage, wie und wo sie die Stifte- und Organizerfächer anbringen, damit beim Wechsel vom Rücken auf die Hand nicht das ganze Schreibgerät lose durch die Tasche fällt. Lediglich Anfragen für Gewehrkoffer habe er in der Vergangenheit abgelehnt und werde solche Aufträge auch weiterhin nicht annehmen, sagt Nannen, aber ansonsten seien gerade die Sonderanfertigungen Aufträge, die Spaß machen und auch den Horizont der eigenen Designer und Entwickler regelmäßig noch einmal erweitern. „Ab etwa 500 bis 1.000 Stück Bestellmenge machen wir komplette Sonderanfertigungen, einfache Veredelungen bei Standardprodukten gehen auch mal ab einer Palette, das sind ca. 30 Gepäckstücke“, erläutert B2B-Vertriebler Gradwohl die Rahmenbedingungen.

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Die Koffer durchlaufen während der Entwicklung immer wieder einen Testparcours.

Unkomplizierte Veredelungen wie etwa den Austausch einer kleinen Menge von Logos können die Hamburger direkt im eigenen Ersatzteillager am Firmensitz vornehmen, und dank eines funktionierenden Netzwerks aus Druckern und weiteren Veredlern lassen sich Individualisierungen durch Druck, Stick, Doming oder Folierung auch in kleinen Mengen schnell liefern. Umfangreichere Individualisierungen in größeren Mengen geschehen direkt bei der Fertigung in Asien, und dort können alle möglichen Features der Koffer und Taschen CI-konform umgesetzt werden: Das reicht von einer geänderten Schalen- oder Stofffarbe über ein individuell gestaltetes Futter und CI-konforme Akzente wie Nähte, Griffe oder Rollen in der jeweiligen Wunschfarbe bis zur kompletten Sonderanfertigung – auch Co- Branding ist natürlich möglich, um die Wertigkeit als Markenprodukt noch einmal zu betonen. Die Mindestbestellmenge variiert dabei, je nachdem ob man eher einen Trolley oder eine Tasche komplett individualisieren lassen möchte: „Bei Trolleys bieten wir komplette Individualisierungen bereits ab etwa 500 Stück an, bei Taschen sollten es schon eher 1.000 Stück sein“, so Gradwohl. Dass der Unternehmensverbund es ernst meint mit dem Engagement in der Werbeartikelbranche, zeigen auch die beiden internationalen Kooperationen, die Travelite/ Titan mit CarryOn für den Werbeartikelmarkt in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg sowie mit der skandinavischen IDÉ Group eingegangen ist, und die steigende Anzahl an Werbeartikelmessen, die das dreiköpfige B2B-Vertriebsteam besucht. „Wir möchten uns zunächst gezielt auf die Benelux- Region, Skandinavien und Asien konzentrieren“, sagt Gradwohl. Nannen fügt hinzu: „Wir können mit unserem Markenprodukt zu einem fairen Preis einen echten Mehrwert auf dem Markt für haptische Werbung, Merchandising und Loyalty-Programme bieten, deshalb betrachten wir ihn als strategischen Wachstumsmarkt. Wir werden alles investieren, was nötig ist.“

// Klara Walk 

www.travelite.de
www.titan-bags.com

Bildquelle: Klara Walk (5), © WA Media; Travelite GmbH + Co. KG, TITAN Hamburg GmbH (4).

Info:

Produktsicherheit: Es geht rund

Auch ein stabiler Hartschalenkoffer kann Kratzer, Macken, Dellen und sonstige Schäden davontragen, je nachdem wie z.B. Fluglinien und Flughafenpersonal mit ihm umgehen – hinzu kommt der normale Materialverschleiß. Damit das Schadenspotenzial aber so gering wie möglich bleibt und die Gepäckstücke so lange wie möglich nutzbar sind, unterlaufen Produkte von Travelite und Titan eine Art Produktsicherheit-Parcours. Solche Parcours gibt es an den Fertigungsstätten in Asien, aber auch am Unternehmenssitz in Hamburg stehen entsprechende Maschinen, damit Designer, Ingenieure und Produktmanager Koffer im Entwicklungsprozess immer wieder testen und das Materialverhalten prüfen können. Ob der Griff hält, testet eine Maschine, die den Koffer mit 20-25 kg Gewicht 2.500 Mal am Griff hochhebt. Um das Laufverhalten der Rollen zu testen, muss der Koffer aufs mit Erhebungen aus Metall gespickte Laufband – viereinhalb Stunden lang. Das Gestänge zieht eine Maschine immer wieder hoch und runter, eine weitere Maschine simuliert den senkrechten Fall eines mit 20-25 kg befüllten Koffers aus einem Meter Höhe. Der Höhepunkt des Parcours aber ist das Rad. Es ist etwa so groß wie ein Laufrad für Artisten, innen ist es gespickt mit Holzkeilen und einem Dorn. Gitter schließen das Rad vorne und hinten ab. In dieses Rad wird der zu testende Koffer nun hineingeworfen, und dann geht es 1.000 Umdrehungen lang ziemlich drunter und drüber für ihn. Damit testet das Unternehmen, wie sich ein Koffer bei unregelmäßigem Fall auf unterschiedlichem Untergrund verhält.

 

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