Wer für den Weg zur Arbeit auf das Auto verzichtet, tut der Umwelt etwas Gutes. Ohne Warnweste, Reflektoren und Co. leidet bei schlechter Sicht allerdings schnell die eigene Gesundheit. Hier sorgen reflektierende Werbeträger für eine Extraportion Sicherheit im Straßenverkehr. Doch Vorsicht: Nur zertifizierte Produkte garantieren Sichtbarkeit von allen Seiten.

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Wie war das noch gleich in der Fahrschule? Mit einem 50 km/h schnellen Wagen beträgt der Anhalteweg bei einer Vollbremsung etwa 30 m – vorausgesetzt, die Fahrbahn ist trocken und die Sicht frei. Bei Dunkelheit, Regen, Schnee und Eisglätte sieht das schon ganz anders aus – mit fatalen Folgen, gerade für dunkel gekleidete Fußgänger, die bei schlechten Sichtverhältnissen, so der ADAC, erst aus rund 25 m Entfernung zu erkennen sind. Westen und Jacken mit reflektierendem Material, Leuchtbänder, Aufnäher und Anhänger dagegen können den Träger schon ab 140 m sichtbar machen und werden so schnell zu Lebensrettern. Nicht umsonst tragen Gleisarbeiter, Polizisten und Rettungskräfte, die tagtäglich im (Schienen-)Verkehr unterwegs sind, spezielle Warnschutzkleidung. Neben fluoreszierendem Gelb oder Orange sorgen auf der Kleidung angebrachte Reflektoren dafür, dass Scheinwerferlicht zurückgeworfen wird – und das unabhängig vom Einfallswinkel. Das Prinzip dahinter lautet Retroreflexion und ist so simpel wie effektiv: Im Gegensatz zu einem Spiegel, bei dem der Einfallswinkel des Lichts immer dem Ausfallswinkel entspricht, verfügt ein Reflektor über unzählige kleine Prismen mit mehreren spiegelnden Flächen. An ihnen wird der Lichtstrahl so oft gebrochen, bis er zur Lichtquelle zurückgeworfen wird – also z.B. zum herannahenden Wagen, der den Fahrradfahrer anstrahlt.

Geprüft bis in den letzten Winkel

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Geprüft und für sicher befunden: Die reflektierenden Accessoires von Regine IQtrim entsprechen der EN 13356.

Um im Verkehr auf Nummer sicher gehen zu können, muss eine Mindestfläche an reflektierendem Material verwendet werden. Für professionelle Warnschutzkleidung ist die Fläche strikt nach ISO-Norm 20471 definiert und beträgt mindestens 1.000 cm2; Arbeiten im Dunkeln sind nur ab Klasse 3 mit mindestens 2.000 cm2 reflektierendem Material durchzuführen. Für Kleidung im nicht-professionellen Bereich wie Kinderwarnwesten für einen sicheren Schulweg ist die EN 1150 entscheidend. Die Norm lässt mehr Freiheiten, sieht aber bei der kleinstmöglichen berücksichtigten Körpergröße von 104 cm eine reflektierende Mindestfläche von 600 cm2 vor. „Die Anforderungen sowie die Prüfdurchführungen und die Beurteilung sind für beide Normen gleich. Allerdings ist die Farbpalette für fluoreszierende Stoffe im professionellen Bereich auf Gelb, Orange-Rot und Rot beschränkt, während nach EN 1150 zusätzlich Pink, Grün und Blau möglich sind. Hier haben Hersteller mehr Spielraum in der Gestaltung und Logoanbringung. Darüber hinaus kann das reflektierende Material z.B. in Form von Figuren oder Tieren auf der Warnkleidung umgesetzt werden“, weiß Cornelia Pitschel, Laborleiterin am Standort Leipzig für den TÜV Rheinland.

Im Test nach EN ISO 20471 und EN 1150 unterzieht die Expertin reflektierende Stoffe diversen Vorbehandlungen und prüft die Reflexionsleistung. Dafür wird der Stoff unter nachvollziehbaren, reproduzierbaren Laborbedingungen gewaschen, starken Temperaturschwankungen von +50 bis -30 °C ausgesetzt und im Dauerversuch 7.500 Mal geknickt, auch Materialabrieb wird simuliert. Dabei sollte das Material nicht spröde werden, aufplatzen oder brechen. „In einer optischen Prüfung stellen wir offensichtliche Schäden fest und testen anschließend die Reflexionswirkung. Hierzu strahlen wir das Material aus verschiedenen Winkeln an und ermitteln mithilfe eines Sensors die reflektierten Strahlen, von direktem Anleuchten bis zu einem Anstrahlwinkel von 5°. Durch diese Prüfungen simulieren wir Alltagssituationen wie das Überqueren einer Straße. Obwohl sich der Fußgänger bewegt und nicht immer direkt angestrahlt wird, muss eine 360°-Sichtbarkeit gewährleistet sein“, so Pitschel. Jenseits der reflektierenden Kleidung greift die EN 13356. Darunter fällt nichtprofessionelles Warnzubehör, also Produkte wie Klackarmbänder oder Reflektoranhänger. Auch Überwürfe, Gurte oder Warnkragen für Fahrradfahrer oder Jogger zählen dazu. „Beim Zubehör unterscheidet die Norm zwischen starren Produkten wie Reflektoren aus Kunststoff und flexiblem Zubehör wie Folien oder Reflexbändern. Die Reflexion wird bei den jeweiligen Produktgruppen auf verschiedene Art erzeugt – Reflexfolien werden z.B. mit Glasperlen bedampft. Daher sind auch die Testmethoden an das Produkt angepasst: Der Versuchsaufbau ist prinzipiell gleich, aber die Beobachtungs- und Anstrahlwinkel sind anders gewählt. Außerdem muss ein starrer Reflektor wie der Teddyanhänger im Test nicht ganz so viel aushalten, da er im Alltag nicht so stark beansprucht wird, wie reflektierende Kleidung“, ergänzt Pitschel.

Erhellende Werbebotschafter

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Das IQseenTM-Material von Regine IQtrim macht den Träger besser sichtbar.

Ein Anbieter, der mit Reflektierendem für alle Einsatzbereiche aufwartet, ist Regine IQtrim. Mit IQseenTM führt das Albstädter Unternehmen ein mit Glaskugeln beschichtetes flexibles Reflexmaterial, das als Garn oder als Stoff in diversen Farben erhältlich ist. Zum Einsatz kommt das Material bei (Berufs-)Bekleidung, aber auch im Werbeartikelsortiment, das reflektierende Bänder, Gurte und Warnkragen sowie Rucksäcke, Turnbeutel und Beanies umfasst. „Im Werbeartikelbereich lassen wir unser reflektierendes Material nach EN 13356 prüfen und zertifizieren. So können wir sichergehen, dass die reflektierende Fläche z.B. bei einer mit IQseenTM beschichteten Reflex-Armbandage ausreicht, um den Träger im Verkehr zu schützen“, merkt Andrea Keinath aus dem Sales Department bei Regine IQtrim an. „Jenseits des Sicherheitsaspekts bei der Anwendung zählt für uns natürlich auch, dass die Produkte schadstofffrei sind. IQseenTM-Produkte entsprechen dem Standard 100 by Oeko-Tex® für Babyartikel. Einige Artikel werden zudem entsprechend des bluesign®-Standards hergestellt“, so Keinath. Damit Unternehmen beim Einsatz der strahlenden Werbeträger ebenso sicht-bar sind wie ihre Zielgruppe, bietet Regine IQtrim für Artikel vom Armband bis zum Warnkragen diverse Veredelungsmöglichkeiten. U.A. lässt sich bei Reflex-Armbändern oder Knöchelbändern eine Bedruckung auf dem Stoff zwischen den reflektierenden Streifen umsetzen. Darüber hinaus kann das reflektierende Material per Druck gestaltet werden, was bei großen Flächen auf den Rucksäcken oder Turnbeuteln gut zur Geltung kommt. „Jedoch geht durch den Druck die reflektierende Wirkung verloren. Das spielt besonders bei kleineren Artikeln wie Reflektoren eine Rolle, die eine bestimmte Mindestgröße vorweisen müssen, um nach der EN 13356 zertifiziert werden zu können. Bei einem stark reflektierenden silbernen Material beträgt die benötigte Fläche für frei hängendes und klebendes Zubehör sowie für Reflex- und Klackarmbänder mindestens 15 cm2“, gibt Keinath zu bedenken.

Standardmäßig führt Regine IQtrim zertifizierte Hängereflektoren und selbstklebende Modelle in einer runden Ausführung mit einem Durchmesser von 5 cm. Darüber hinaus lassen sich die Reflektoren auch komplett kundenspezifisch in Form und Bedruckung umsetzen. Für den Standardartikel liegt eine vom TÜV vorgegebene Größe der Druckfläche vor, die sich auf die Sonderformen übertragen lässt. Dadurch fällt die kostspielige und zeitaufwendige Einzelzertifizierung der Sonderanfertigungen weg. „Die Sonderformen sind sehr beliebt – hier können wir vom Maskottchen bis hin zum individuellen Logo alles realisieren. Bei Hängereflektoren lässt sich zudem eine Seite auch vollflächig bedrucken, da die freie Rückseite eine ausreichende Reflexionsfläche bietet“, so Keinath. Die ebenfalls gefragten Taschen mit irisierender Oberfläche und Beanies mit IQseenTM-Garn sind aufgrund ihrer geringeren Strahlkraft hingegen nicht zertifiziert. Hier ist die leichte Reflexion nur ein zusätzlicher Anreiz zum modischen Aspekt, der die Botschafter auch auf der Straße zum (sicheren) Hingucker macht.

// Claudia Pfeifer

www.regineiqtrim.com

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