gww pp monitor - Rekordumsatz für deutsche Werbeartikelbranche

Der GWW-Vorsitzende Frank Dangmann gab auf der PSI-Pressekonferenz die jüngsten Umsatzzahlen bekannt. Links im Bild: die Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU).

Mit 3,65 Mrd. Euro Umsatz hat die deutsche Werbeartikelbranche in 2019 ein Rekordergebnis erzielt. Erstmals wurde die 3,6 Mrd. Euro-Grenze überschritten, gegenüber dem Vorjahr (3,58 Mrd. Euro) konnte ein Plus von 2% verzeichnet werden. Diese Zahlen gab Frank Dangmann. Vorsitzender des Gesamtverbands der Werbeartikel-Wirtschaft e.V. (GWW), traditionell im Rahmen der PSI-Pressekonferenz am 7. Januar 2020 bekannt. Sie sind das Ergebnis des vom Marktforschungsinstitut DIMA im Auftrag des GWW durchgeführten Werbeartikel-Monitors 2020, in dem werbende Unternehmen aus Deutschland nach ihren Werbeartikelausgaben befragt werden.

Insbesondere die Großunternehmen haben ihre Werbeartikelbudgets im vergangenen Jahr erhöht, während bei den Kleinstunternehmen von unter zehn Mitarbeitern ein Rückgang der Ausgaben für haptische Werbung zu verzeichnen war. Positiv: Auch in den nächsten fünf Jahren rechnen v.a. die Großunternehmen mit steigenden Ausgaben für Werbeartikel. Rückläufig ist der Einsatz höherwertiger Werbeartikel: 97% der Werbeausgaben werden für Streuartikel bis 10 Euro eingesetzt – vor sieben Jahren waren es nur 71%. Dangmann führte das in seinen Ausführungen v.a. auf die bestehenden steuerlichen Regelungen zurück, insbesondere auf die Aufzeichnungspflicht für Werbeartikel mit einem Wert von mehr als 10 Euro. Der GWW arbeite daran, dass die Problematik rund um die steuerliche Behandlung von Werbeartikeln auch Einzug in das nächste Bürokratieentlastungsgesetz erhalte. Unterstützung erhielt Dangmann von der ebenfalls auf der Pressekonferenz anwesenden Parlamentarischen Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) aus dem Bundeswirtschaftsministerium, die im Zusammenhang mit der Aufzeichnungspflicht von einem „unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand“ sprach. „Es lohnt sich sicher, dies zu prüfen“, so Winkelmeier-Becker, die mögliche Widerstände gegen eine Vereinfachung im Bereich des Finanzministeriums verortete.

Auch zum großen Trend der Nachhaltigkeit lieferte der Werbeartikel-Monitor Zahlen: So spielt für 65% der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit beim Kauf der Werbeartikel eine Rolle, 73% sind bereit für nachhaltige Artikel bis zu 10% mehr zu zahlen, 11% auch bis zu 20%. Allerdings würde mehr als die Hälfte der Unternehmen die Bestellmenge reduzieren, um die entstandenen Mehrkosten einzusparen. „Ich bin beeindruckt, wie die Werbeartikelwirtschaft diese Entwicklung antizipiert und forciert hat“, gab Dangmann zu Protokoll und mahnte zugleich an, sich nicht zu sehr von medialen Hypes beeinflussen zu lassen. Kunststoff z.B. würde oft verbannt, dabei seien etwa Mehrwegprodukte aus Kunststoff mit einer deutschen Wertschöpfungskette oftmals viel weniger belastend für die Umwelt als etwaige Alternativprodukte.

www.gww.de

Foto: Mischa Delbrouck, © WA Media

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