Am 26. November 2025 gab das Europäische Parlament die erneute Verschiebung der Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) bekannt. Die Verordnung soll Entwaldung verhindern, die mit dem EU-Verbrauch von Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Kautschuk, Holzkohle, Druckpapier und Rinderprodukten verbunden ist. EUDR Textbild - EUDR kurz vor Inkrafttreten verschoben

Auf die Entscheidung einer vorherigen Plenarsitzung, einen neuen Vorschlag der Europäischen Kommission zu berücksichtigen, stimmten die Abgeordneten dafür, Unternehmen, globalen Akteuren sowie EU- und Nicht-EU-Ländern die Umsetzung der Entwaldungsverordnung zu erleichtern.

Aufschub für alle Unternehmen

Unternehmen erhalten so ein zusätzliches Jahr, um die neuen EU-Vorschriften gegen Entwaldung umzusetzen. Große Marktteilnehmer und Händler müssen die Verpflichtungen der Verordnung nun ab dem 30. Dezember 2026 einhalten; Kleinst- und kleine Unternehmen ab dem 30. Juni 2027. Die zusätzliche Zeit soll für einen reibungslosen Übergang sorgen und ermöglichen, dass Maßnahmen zur Stärkung des IT-Systems umgesetzt werden, das Unternehmen und ihre Vertreter für elektronische Sorgfaltserklärungen nutzen, hieß es seitens des EU-Parlaments.

Vereinfachung der Sorgfaltspflichten

Die Verantwortung für die Abgabe einer Sorgfaltserklärung solle laut Parlament bei den Unternehmen liegen, die das betreffende Produkt erstmals auf den EU-Markt bringen, und nicht bei jenen, die es anschließend weiter vertreiben.

Die Änderungen der Abgeordneten verringerten zudem die Verpflichtungen für kleine und Kleinst-Primärerzeuger, die künftig nur noch eine einmalige, vereinfachte Erklärung abgeben müssen. Das Parlament forderte außerdem eine Überprüfung der Vereinfachungsmaßnahmen bis 30. April 2026.

Der Text wurde mit 402 Stimmen bei 250 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen angenommen. Das Parlament sei nun bereit, Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten über die endgültige Fassung des Gesetzes aufzunehmen. Diese muss von Parlament und Rat gebilligt und vor Ende 2025 im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, damit der einjährige Aufschub in Kraft treten kann.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass zwischen 1990 und 2020 rund 420 Mio. Hektar Wald – eine Fläche größer als die EU – durch Entwaldung verloren gegangen sind.

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