Die Voraussetzungen waren denkbar ungünstig: Der frühe Termin in der ersten Januarwoche, die angespannte Wirtschaftslage, weltpolitische Kapriolen, die für Unsicherheiten in den Märkten sorgen, und dann auch noch das Wetter mit Schneetreiben, Glatteis und Sturmtief „Elli“ – solche Bedingungen wünscht man keinem Messeveranstalter.
Doch dessen ungeachtet verlief die PSI 2026, vom 7. bis zum 9. Januar, überraschend positiv. Rund 600 Aussteller zeigten in den Hallen 9 bis 11 der Messe Düsseldorf ihre Sortimente. Immerhin 9.735 Besucher aus 68 Ländern ließen sich von ihnen durch die Fülle an Trends, Neuheiten und Klassikern führen. Das sind zwar rund 12% weniger Besucher als im Vorjahr, was aber angesichts der Umstände ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellt, das die Bedeutung der von RX Deutschland organisierten PSI-Messe für die europäische Werbeartikelbranche unterstreicht.
Positive Signale
Viele Aussteller zeigten sich mit der Besucherfrequenz v.a. an den ersten beiden Tagen durchaus zufrieden. „Wir hatten zwei gute Tage“, fand Kim Sophie Vollbrecht von uma, und Kim von Wowern, Poul Willumsen, zählte bereits an den ersten beiden Tagen mehr Besucher als bei der gesamten PSI-Messe im letzten Jahr. „Trotz des Wetters und der Reisewarnung, die uns als niederländisches Unternehmen zuerst beunruhigte, hatten wir viele gute Gespräche“, berichtete Esther Hemmes, The Peppermint Company. Auch Silke Francus, Francos, freute sich über eine „hohe Frequenz am Stand. Schön war auch die hohe Internationalität der Besucher.“ Eine Einschätzung, die Markus Nawrotzky von doppler teilte: „Von Nigeria bis Georgien war alles dabei. Wir haben viele spannende Gespräche geführt.“

Eröffneten die Messe auf der offiziellen Pressekonferenz (v.l.): Emily Whigham (Moderatorin), Michael Köhler (Managing Director RX Germany) und Petra Lassahn (Director PSI).
Neben einer guten Auslastung ihrer Verkaufskräfte fanden zahlreiche Aussteller auch warme Worte für die gute Qualität der Gespräche. „Wir hatten vielversprechende Kontakte und konnten auch direkt Aufträge schreiben“, konstatierte Silke Drewing, Herbalind, und Heike Hampel-Rudolph von Mahlwerck resümierte stellvertretend für viele andere einen „vielversprechenden Start ins Werbeartikeljahr. Wegen des Schneetreibens haben sich bestimmt einige Besucher den Weg nach Düsseldorf gespart, aber die Stimmung vor Ort ist trotzdem insgesamt positiv und wirkt dynamischer als Anfang 2025.“

Viele Stände überzeugten mit aufwendiger Optik, tollen Produktinszenierungen und stimmigem Branding.
Große Vielfalt
Charakteristisch für die PSI-Messe ist die Fülle an großen Ständen, die mit aufwendiger Optik, tollen Produktinszenierungen und stimmigem Branding überzeugen und die Professionalität der Branche herausstellen. Das war auch in diesem Jahr, dem letzten in Düsseldorf, nicht anders.
Prunkstück ist die Halle 10 mit den meisten großen Anbietern, in Halle 9 fielen u.a. das Textile Village und ein großer Bereich mit türkischen Anbietern ins Auge. Newcomer und verschiedene Sonderflächen, u.a. mit den Preisträgern der PSI Academy Awards und der Fläche zum Guiness-Weltrekord ((bitte zur News verlinken)), waren in Halle 11 untergebracht.
Mit ihrem Innovationsreichtum sind die oft unverbrauchten und teilweise unbekannten Player der Newcomer-Area immer auch ein Publikumsmagnet. Viele Besucher hätten sich jedoch eine optisch ansprechendere Inszenierung gewünscht. Da weite Teile der Halle 11 abgetrennt waren, wirkte sie in der Tat insgesamt weniger einladend und etwas dunkler und kühler als die anderen Messebereiche.
Die Produktvielfalt war erneut enorm. Um sich auch nur die wesentlichen Neuheiten zeigen zu lassen, sind drei Tage Messebesuch bei Weitem nicht ausreichend. Im WM-Jahr 2026 gab es an verschiedenen Ständen Fußballartikel und Fanprodukte zu entdecken, auch das PSI widmete dem Bereich eine Sonderschau ebenso wie dem Thema „Made in Europe“ das ebenfalls an vielen Ständen herausgestrichen wurde. Nach wie vor im Trend liegen zudem offenbar Trinkflaschen, Becher, Outdoor- und Handyprodukte, also Artikel für den mobilen Lifestyle.
Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Branche geworden, hat dabei aber auch eine gewisse Selbstverständlichkeit erreicht. Viele Lieferanten strichen ihre Zertifizierungen heraus, verzichteten aber darauf, ihr Umwelt- und Sozialengagement ins Zentrum der Standinszenierung zu rücken. Im Fokus standen vielmehr die Produkte, die Marken und auch die Dienstleistungen, die angeboten werden. So zeigten viele Anbieter auch neue digitale Lösungen wie Produktkonfiguratoren, die – wie bei mbw – auch mit KI-Tools verbunden werden, um die digital kreierten Modelle zu Werbezwecken direkt im stimmigen Lifestyleambiente zu platzieren.

Im WM-Jahr 2026 gab es an verschiedenen Ständen Fußballartikel zu entdecken, das PSI widmete dem Bereich eine Sonderschau. Darüber hinaus spielten textile Werbebotschafter und ihre Veredelung eine besondere Rolle auf der Messe.
Game Changer?
Dem Thema KI hatte sich auch das PSI angenommen, ein Schwerpunkt der diesmal in sehr intimem und dadurch intensivem Rahmen durchgeführten Workshops lag auf dem „Game Changer“ Künstliche Intelligenz.
Auch bei der Eröffnungs-Veranstaltung der diesjährigen PSI spielte die KI eine Rolle: Prof. Dr. Stephan Jansen, Experte für urbane Innovationen und digitale Transformation, zeigte in seinem Impulsvortrag aktuelle Entwicklungen im Bereich KI jenseits von Hype und Hysterie auf – ein ebenso unterhaltsamer wie informativer Auftritt, der durchaus Mut machte für die Werbeartikelbranche. Denn diese ist im KI-Zeitalter mit ihren haptischen Medien durchaus gefragt, wie auch Michael Kleinjohann, dessen Fachbuch über Haptische Werbung jüngst veröffentlicht wurde und der ebenfalls Workshops im Rahmen der PSI leitete, anmerkte: „Werbeartikel können die flüchtige, hektische und häufig nervige omnipräsente Digitalkommunikation mit echten und authentischen – weil physischen – Erlebnissen als Digital Detox wirkungsvoll aufladen.“ Um diesen USP haptischer Werbung nachzuempfinden, war die PSI 2026 jedenfalls eine hervorragende Gelegenheit.

Newcomer konnten ihre Produkte in Halle 11 präsentieren, aktuelle Entwicklungen im Bereich KI griffen Vorträge und Workshops auf.
Umzug
Zukünftig wird das in Düsseldorf jedoch nicht mehr möglich sein, denn nach über 60 Jahren zieht die PSI 2027 nach Köln. Petra Lassahn, Director PSI: „Wir als PSI und die Werbeartikelwirtschaft waren 60 Jahre glücklich in Düsseldorf. Daher sehen wir den Umzug nach Köln mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge. Köln bietet Raum zur Weiterentwicklung, ist ein Hotspot für Medien und Kreative und überzeugt mit bester Verkehrsanbindung. Zudem ermöglicht der günstigere Termin am Jahresanfang, der die Feiertage und Schulferien umgeht, eine einfachere Teilnahme für Ausstellerinnen und Aussteller sowie Fachbesucherinnen und Fachbesucher.”
Die PSI 2027 findet dann vom 12. bis zum 14. Januar in der Messe Köln statt.
Ein ausführlicher Nachbericht folgt in der nächsten Ausgabe der Werbeartikel Nachrichten, Nr. 466 (30. Januar 2026).
// Dr. Mischa Delbrouck
Fotos: Sophia Arnold, Ralf Bales, Till Barth, Paula Bemmann, Dr. Mischa Delbrouck, Dr. Andreas J. Haller, Helen Lorenz, Claudia Pfeifer, Michael Scherer © WA Media; RX Oliver Wachenfeld




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