Am 27. Januar d.J. fand im Forum der Messe Frankfurt die diesjährige Frühjahrsausgabe der GWW-Trend statt. Rund 80 Aussteller zeigten ihre Produkte dem Werbeartikelhandel, der die Messe exklusiv besuchen darf. Aufgrund dieser Besucherregelung hat sich die GWW-Trend als „Familientreffen der Branche“ etabliert, ein Prädikat, das v.a. für die Herbstveranstaltungen der GWW-Trend zutrifft, wohingegen die Frühjahrsmessen aufgrund der zeitlichen Nähe zur PSI-Messe in der Branche nicht ganz unumstritten sind.

Aussteller der Trend im Januar erhoffen sich, diejenigen Händler, die nicht zur PSI kommen, ansprechen oder mit denen, die in Düsseldorf wenig Zeit hatten, intensiver in den Austausch gehen zu können. Diese Erwartungen wurden auf der Frühjahrs-Trend 2026 nicht in Gänze erfüllt. Der Besuch konzentrierte sich auf die Mittagszeit, vormittags und ab 16 Uhr war die Frequenz eher verhalten – offizielle Besucherzahlen waren zum Redaktionsschluss noch nicht übermittelt worden. Das Winterwetter, das v.a. am Aufbautag für sehr schwierige Anreisebedingungen gesorgt hatte, trug ein Übriges dazu bei, dass die Veranstaltung nicht den ganz großen Schwung entfalten konnte. So wirkte die Messe insgesamt eher wie ein Handelstag auf der Newsweek – am Folgetag fand die Auftaktveranstaltung der GWW-Newsweek in Frankfurt statt – als wie die GWW-Trend.
Akademische Lücke geschlossen
Schade war das auch insofern, da die Messe auch ein inhaltliches Highlight zu bieten hatte. Der GWW (Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft e.V.). nahm die Trend zum Anlass, um im Rahmen einer Pressekonferenz das neu im renommierten SpringerGabler-Verlag erschienene Fachbuch Werbeartikel: Grundlagen, Formen und Wirkungen vorzustellen.

Hochkarätig besetztes Podium auf der GWW-Pressekonferenz. V.l.: Oliver Spitzer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts september, Prof. Dr. H. Dieter Dahlhoff, Präsident der Deutschen Werbewissenschaftlichen Gesellschaft, Moderatorin Katrin Seifarth, Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer des ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V.), und Dr. Markus Preißner, IFH Köln.
Dazu hatte der Verband ein hochkarätiges Podium zusammengestellt. Die Moderatorin Katrin Seifarth begrüßte Prof. Dr. H. Dieter Dahlhoff, Präsident der Deutschen Werbewissenschaftlichen Gesellschaft, Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer des ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V.), Oliver Spitzer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts september, sowie Dr. Markus Preißner vom IFH Köln (Institut für Handelsforschung).
Nauen konstatierte, dass der Werbeartikel ein relevanter Bestandteil im Marketingmix sei, es jedoch – und das sei untypisch für die Werbewirtschaft – bislang kaum Daten, Messung und Empirie zu ihm geben würde. Mit dem neuen Fachbuch sei nun eine akademische Lücke geschlossen worden.
Prof. Dahlhoff stellte anschließend das Buch vor, das von Mitarbeitern der Universität Kassel, Prof. Andreas Mann, Greta Sofie Möller und Dr. Ann-Catrin Pristl, geschrieben worden war. Die Autoren liefern nicht nur eine Übersicht und Zusammenfassung über die bisherige Forschung und geben praxisbezogene Vorschläge fürs Werbeartikel-Management im Marketing, sondern hatten auch eine neue empirische Studie durchgeführt. Dabei ging es um die Akzeptanz von Werbeartikeln in der Generation Z. Erfreuliches Ergebnis für die Branche: Die befragten 396 Probandinnen und Probanden der Generation Z zeigten eine generell positive Einstellung zu Werbeartikeln – wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Branche.
Spitzer, dessen Marktforschungsinstitut september die Emotionsstudie des GWW im Jahr 2022 durchgeführt hatte, rief dazu auf, mehr „Emotionen zu verkaufen.“ Preißner präsentierte abschließend einige aktuelle Zahlen zur Branchenkonjunktur, wobei das genaue Ergebnis zum Jahresumsatz 2025 der Branche noch nicht ermittelt ist. Klar wurde: Mit mehr als 3 Mrd. Euro Umsatz hat die Branche eine Bedeutung, die nicht der öffentlichen Wahrnehmung in Marketingkreisen entspricht. Prof. Dahlhoff: „Der Werbeartikel wird kaum gesehen. Und das ist nicht in Ordnung“.
Ein Schritt zu mehr Awareness kann das Fachbuch durchaus sein. Diese muss allerdings über weitere Medien- und Pressearbeit hergestellt werden. Auf der Pressekonferenz waren außerhalb der Fachpresse kaum Medienvertreter anwesend.
// Mischa Delbrouck




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