PEL innen Anzug blau quer 1 Lieblings 20250715 110 online2 - „Es war eine sehr gute, sehr konzentrierte Messe“

Petra Lassahn

Wie ist die Gefühlslage nach der letzten PSI-Messe in Düsseldorf?

Ich freue mich zwar auf Köln, aber wir gehen wirklich auch mit einem weinenden Auge. Aussteller, Besucher und wir hatten eine super Zeit in Düsseldorf, alle kannten alles, und natürlich ist es dann auch schade, wenn man so etwas verlässt. Auf der anderen Seite ist es auch schön, etwas Neues zu initiieren. Köln hat ein tolles Messegelände, ist verkehrstechnisch mit dem ICE-Bahnhof hervorragend angeschlossen, auch an die beiden Flughäfen in Düsseldorf und Frankfurt, und hat natürlich auch viele Möglichkeiten für Veranstaltungen und Treffen außerhalb der Messezeiten. Ich denke, da können sich Aussteller und Besucher drauf freuen.

Ist es eventuell auch eine Chance, über einen Standortwechsel nochmal neue Impulse zu setzen die einer Messe, die es mittlerweile seit über 60 Jahren gibt, guttun könnten?

Ja, durchaus, der Einzelhandel räumt ja auch nicht umsonst immer wieder die Regale um. Es geht darum, dass man wieder neugierig wird, neue Stände und Produkte entdeckt, die man in der gewohnten Messeroutine vielleicht nicht mehr wahrgenommen hat. Das ist ja auch einer der Gründe, warum Messen so toll sind, weil man dort zufällig Sachen entdeckt, die man online nicht so ohne Weiteres findet.

Der wichtigste Grund für den Umzug dürfte aber der Termin sein.

Deswegen haben wir das überhaupt in Angriff genommen. Über viele Jahre war es uns nicht möglich, mit der PSI-Messe eine Woche weiter nach hinten zu gehen, weil in Düsseldorf, aber auch in allen anderen großen Messegeländen, es immer feste Messetermine gab, die das verhindert haben. In Köln hat sich nun etwas verschoben, das hat uns die Gelegenheit gegeben, jetzt eben diesen Slot zu bekommen, der auch so flexibel ist, dass wir eben immer diesen Feiertag rund um Heilige Drei Könige vermeiden können. Das ist ganz wichtig, weil der 6. Januar in vielen Ländern sowie in Süddeutschland ein Feiertag ist und teilweise noch in die Ferien fällt.

Verschieben sich die Termine der Werbeartikelmessen in den anderen europäischen Ländern ab 2027 dann auch nach hinten? Die Promogift 2027 in Madrid findet nach unseren Informationen Stand jetzt parallel zur PSI-Messe statt.

Wir konnten uns nicht mit den einzelnen Messeveranstaltern absprechen, das ist einfach nicht machbar. Es war für uns enorm schwierig, überhaupt einen Slot zu bekommen, der für den Großteil der internationalen Branche passt. Das war jetzt die einzige Möglichkeit, überhaupt etwas zu ändern.

Wie fällt das Fazit aus Veranstaltersicht für die PSI 2026 aus?

Was wir ja schon kennen: Messe im Januar heißt, entweder gibt es Streik, oder das Wetter spielt nicht mit. Allerdings haben wir es schon sehr selten, dass in Düsseldorf so viel Schnee fällt wie dieses Jahr. Wir hatten viele Telefonate mit Händlern aus Irland, Polen usw., die ihren Besuch wegen der Wetterlage gecancelt haben. In den Niederlanden war ein Flughafen gesperrt, auch die Züge hatten Probleme. So etwas kostet immer Besucher – das muss man sagen.

Aber die Resonanz auf Ausstellerseite war auf jeden Fall so, dass sie sehr viele wertvolle Gespräche geführt haben. Diejenigen Besucher, die sich trotz widriger Wetterverhältnisse auf den Weg gemacht haben – und das waren ja nicht wenige –, hatten ein ernsthaftes Interesse, was natürlich sehr schön ist. Insofern war es eine sehr gute, sehr konzentrierte Messe, wie mir die Aussteller bestätigt haben.

Angesichts der vielen Herausforderungen und wirtschaftlichen Turbulenzen war auch die Stimmung positiver, als man es hätte erwarten können …

Ich habe schon am Vorabend gesagt, dass ich beschlossen hatte, zuversichtlich ins Jahr 2026 zu starten. Die Wirtschaftslage ist vielleicht nicht rosig, aber wenn wir nicht alle daran arbeiten, auch wieder optimistischer zu agieren, dann wird es erst recht schwierig werden. Insofern habe ich mich sehr darüber gefreut, eine überaus positive Stimmung wahrgenommen zu haben. Alle haben die Hoffnung, dass es trotz der Wirtschaftslage ein gutes Jahr wird. Und alle arbeiten daran – das war einer der größten Gewinne dieses Jahr auf der Messe.

Mit Petra Lassahn sprach Dr. Mischa Delbrouck