
Norman Cohn
Die amerikanische Branchenorganisation ASI (Advertising Specialty Institute) trauert um Norman Cohn, der am 24. April im Alter von 93 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben ist. Cohn, dessen Familie das ASI 1964 gekauft hatte, war von 1967 bis 2026 der Vorstandsvorsitzende der Organisation. Vom Wall Street Journal zum „Sultan of Swag“ gekrönt, gehörte er zu den prägendsten Figuren der amerikanischen und internationalen Werbeartikelindustrie. Cohn trug maßgeblich dazu bei, der heute mehr als 27 Milliarden Dollar schwere US-Werbeartikelbranche eine Struktur zu verleihen und sie ins neue Jahrtausend zu führen, indem er sich für Technologie und Innovation einsetzte und dabei stets dem Grundsatz treu blieb, dass es sich bei der Branche vor allem um ein auf Beziehungen basierendes Geschäft handelt.
Unter seiner jahrzehntelangen Führung wuchs das ASI zu einem Netzwerk aus mehr als 25.000 Mitgliedern heran und nahm international eine Vorreiterrolle ein, was die Professionalisierung und Organisation der Branche angeht.

Norman Cohn mit seiner Frau Suzanne auf der ASI Show.
Norman Cohn wurde 1933 in Waterloo, Iowa, geboren und graduierte später an der University of Iowa. Seine Eltern Maurice und Bess wurden Ende der 1950er Jahre der größte Lieferant für kulinarische Werbeartikel in den USA – auch unter Norman Cohns Mithilfe, der früh das Potenzial erkannte, das in dem damals neuartigen Produktsegment der kulinarischen Präsente steckte. 1962 ermutigte der 29-jährige Cohn seine Eltern, das ASI von dessen Begründer, dem QVC-Gründer Joe Segel, zu übernehmen. Die Cohns verkauften ihr Lieferantenunternehmen bald darauf, um sich ganz auf das ASI zu konzentrieren und das Händler- und Lieferantennetzwerk zu vereinen. Norman und seine Frau Suzanne zogen mit ihrer Familie nach Philadelphia, um das Unternehmen zu leiten.
Im Laufe der Jahre führte Cohn zahlreiche Innovationen in der Branche ein – von den ersten Faxgeräten über den ersten Vollfarbkatalog bis zur Entwicklung des ersten branchenspezifischen, computergestützten Unternehmenssoftwaresystems zur Verwaltung von Lieferanten- und Händlerunternehmen. ASI Computer Systems ist nach wie vor das in der US-Branche am häufigsten eingesetzte Managementsystem. Cohn leitete zudem 1998 den Wiedereinstieg des ASI ins Messegeschäft mit der ASI Show.

Norman Cohn mit seinem Sohn Matthew und seiner Tochter Stephanie Cohn Schaeffer, den heutigen Vorsitzenden, und einem Foto seines Vaters Maurice.
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war Cohn in zahlreichen Ehrenämtern tätig und unterstützte Hunderte von Wohltätigkeitsinitiativen. Für seine Leistungen innerhalb und außerhalb der Branche wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2025 erhielt er den Legend Award der Young Presidents‘ Organization, 2000 wurde er vom ASI-Magazin Counselor zur „Person des Jahres“ gekürt. 2023 erhielt er den Counselor Lifetime Achievement Award.
Das ASI ist bis heute ein Familienunternehmen: Im Laufe der Jahre arbeitete Cohn mit allen fünf seiner Kinder in verschiedenen Funktionen beim ASI zusammen. Während des letzten Jahrzehnts wechselte er in die Rolle des Ehrenvorsitzenden und arbeitete eng mit zwei seiner Kinder, Matthew Cohn und Stephanie Cohn Schaeffer, zusammen, die das Unternehmen seit März 2026 als Vorsitzende der dritten Generation leiten. In den letzten Jahren haben zehn von Cohns elf Enkelkindern ebenfalls beim ASI gearbeitet oder ein Praktikum absolviert. Sie repräsentieren die vierte Generation und führen das Familienerbe fort, das Norman Cohn über Jahrzehnte hinweg mit aufgebaut hat.




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