
Topo-Geschäftsführer Mateo Leitner
Die Tiroler Topo GmbH launcht im Juni 2026 mit Laims ein neues ERP-System, das einen differenzierten Ansatz in der Steuerung von Textilveredelungsbetrieben verfolgt. Im Fokus steht dabei nicht die reine Digitalisierung bestehender Abläufe, sondern deren gezielte strukturelle Neuordnung. Damit positioniert sich die Topo GmbH als spezialisierter Anbieter innerhalb eines Marktes, der bislang stark durch individuelle Lösungen und gewachsene Strukturen geprägt ist. Der Fokus liegt dabei auf der Verbindung von praxisnaher Prozesslogik und moderner softwaretechnischer Umsetzung.
Ziel von Laims sei es, so Topo-Geschäftsführer Mateo Leitner, eine konsistente Datenbasis über alle Unternehmensbereiche hinweg zu schaffen und darauf aufbauend Prozesse strukturiert zu steuern. Vertrieb, Produktion, Logistik und Faktura werden nicht isoliert betrachtet, sondern als miteinander verknüpfte Domänen modelliert.
Ein zentrales Prinzip besteht darin, Daten entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses fortzuführen, anstatt sie in einzelnen Systemen mehrfach abzulegen. Dadurch sollen sich Fehlerquellen reduzieren und Entscheidungsgrundlagen verbessern. Gleichzeitig werde die operative Steuerung vereinfacht, da relevante Informationen kontextbezogen verfügbar seien.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Abbildung branchenspezifischer Anforderungen. Dazu zählen unter anderem komplexe Variantenlogiken, die Integration unterschiedlicher Veredelungstechniken sowie die Abstimmung von Materialverfügbarkeit und Produktionsplanung. Laims wurde gezielt für diese Anforderungen konzipiert und orientiert sich nicht an generischen ERP-Strukturen.
Den zentralen Unterschied im Vergleich zu bestehenden Prozessen sieht Leitner im Verständnis von Prozessen. „Viele Systeme beginnen bei der Oberfläche oder bei einzelnen Funktionen. Wir haben bewusst auf einer fachlichen Ebene angesetzt und die Abläufe zuerst sauber modelliert. Daraus ist eine Systemlogik entstanden, die Prozesse nicht nur abbildet, sondern aktiv strukturiert und miteinander verknüpft.“
Um Inselbildungen vorzubeugen schaffe Laims, so Leitner, eine einheitliche Datenbasis, in der Informationen erfasst werden und dann das System durchlaufen.
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