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Hanjin-Pleite: Aktuelle Stimmen aus der Branche

Bildquelle: Hanjin Shipping

Bildquelle: Hanjin Shipping

In der Frachtkrise um den insolventen Reederei-Giganten Hanjin Shipping zeichnet sich bislang kein Ende ab: Nachdem die südkoreanische Schifffahrtsgesellschaft – die geschätzt siebtgrößte weltweit – am 31. August 2016 Insolvenz anmeldete, sitzen laut Medienberichten nach wie vor Dutzende Schiffe mit hunderttausenden Containern im Wert von mehreren Mrd. Euro fest und finden keinen Hafen, den sie anlaufen können, um die dringend benötigte Ware zu löschen. Denn einerseits weigern sich Hafenbetreiber, die Frachter anlegen zu lassen, weil sie fürchten, dass niemand für die Gebühren aufkommt, andererseits drohen Gläubiger der Reederei, die Schiffe festzusetzen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Zwar durften einzelne Schiffe seit der Insolvenzerklärung ihre Fracht löschen, ein Großteil der Hanjin-Flotte liegt jedoch immer noch auf See vor Anker. Eine Finanzspritze, die der Konzern Anfang September erhielt, deckt nur einen Bruchteil der 600 Mrd. Won (ca. 480 Mio. Euro) ab, die nach Schätzungen südkoreanischer Medien allein für das Löschen der Schiffe benötigt wird. Bis zum 25. November hat Hanjin Zeit, einem Gericht in Südkorea einen Sanierungsplan vorzulegen.

Die Krise stellt nicht nur den Einzelhandel vor massive Probleme – v.a. mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft –, sondern geht auch an der Werbeartikelbranche nicht spurlos vorbei. Betroffen sind insbesondere Waren mit festem Liefertermin, etwa kundenbezogene Sonderanfertigungen. Auch Lagerware muss auf eigene Rechnung nachproduziert werden. Z.T. wird auf alternative Produkte, die noch in ausreichender Menge auf Lager liegen, ausgewichen. Zwar blieben Preiserhöhungen anderer Reedereien bislang offenbar aus, sie könnten jedoch noch folgen – ebenso wie die Kosten für die Luftfracht mittelfristig ansteigen könnten. Das alles, obwohl die weltweit verfügbare Frachtkapazität derzeit ironischerweise weit über der Nachfrage liegt.

Sie sind auch von der Hanjin-Krise betroffen und möchten sich äußern? Gerne können Sie uns Ihr Statement schicken oder das Thema online diskutieren.

www.hanjin.com

michaelpuchtler_150x150Wir sind glücklicherweise nicht im gravierenden Maß von der Pleite betroffen. Wir haben einige wenige Container mit nachbestellter Lagerware auf Hanjin-Schiffen liegen. Die restlichen Projekte, insbesondere Sonderanfertigungen und Termingeschäfte, wickeln wir z.Zt. mit anderen, kleineren und zuverlässigen Reedereien ab. Zwar gibt es bereits vonseiten einiger Schifffahrtsgesellschaften Ankündigungen, dass sie im Zuge der Hanjin-Krise Preiserhöhungen planen, bislang hat das jedoch noch keine Gesellschaft in die Tat umgesetzt. Weil wir stets Kontingente bei unseren Schiffspartnern buchen, könnten wir auch eventuelle Preiserhöhungen gut abfedern.

Es ist schwer zu sagen, wie es nun weitergeht. Klar ist, dass viele Marktplayer massive Probleme haben, insbesondere dort, wo Ware für kundenbezogene Aufträge und mit einer entsprechenden Lieferfrist festsitzt. Auch ein Umladen auf See, wie es z.T. als Notlösung vorgenommen wird, ist häufig nicht möglich – etwa, wenn der betroffene Container weit unten auf dem Schiff liegt. Selbst wenn es terminlich machbar ist, Chargen nachzuproduzieren, bedeutet das natürlich eine enorme finanzielle Belastung.

kaigminder_150x150Ich denke, es gibt derzeit niemanden, der von der Pleite nicht betroffen ist. Der Endkonsument wird das vermutlich erst beim Weihnachtseinkauf wirklich spüren. Auch wir haben Ware auf Hanjin-Schiffen, sind aber mit einem blauen Auge davon gekommen. Viele Container konnten wieder an die Ursprungshäfen zurückgebracht werden und werden derzeit umgeladen. Ein Schiff mit vielen Containern von uns hat sich jetzt im Suezkanal wieder in Bewegung gesetzt, und wir hoffen auf baldige Löschung der Ware in einem europäischen Hafen. Deshalb haben wir zum Glück keine Ausfälle, sondern nur Verspätungen zu beklagen, zudem haben wir noch ausreichend Artikel auf Lager, die sich als Alternativen eignen. Auch die neuen Artikel kommen noch rechtzeitig, damit wir das Jahresendgeschäft gut mitnehmen können. Im Moment ist das Wetter ohnehin noch zu warm und die Nachfrage nach Winter- und Weihnachtsartikeln eher mäßig.

geschaeftsfuehrer_vimsolution_250x150Da wir aufgrund der schnellen Lieferzeiten die meisten Aufträge per Luftfracht abwickeln, sind wir nicht unmittelbar von der Hanjin-Pleite betroffen. Auf den Transport per Schiff greifen wir nur bei lange im Voraus geplanten Aufträgen mit hohen Stückzahlen und Lagerware zurück. Allerdings befürchten wir einen Anstieg der Kosten im Luftverkehr. Importeure, die in Lieferverzug geraten, werden gezwungen auf dieses Transportmittel auszuweichen.

thorstenkoehler_150x150Wir haben keine negativen Auswirkungen durch die Hanjin-Pleite gehabt, da wir rechtzeitig auf andere Reedereien umbuchen konnten. Das Weihnachtsgeschäft ist daher nicht betroffen. Mit einer dauerhaften Erhöhung der Frachtraten ist noch immer nicht zu rechnen, denn dafür war der Anteil der Hanjin-Reederei an den viel zu großen und weiter wachsenden Fracht-Kapazitäten zu klein.

 

 

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2018-01-15T08:47:10+00:00 04. Oktober 2016|