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Patrick Politze zum Einheitsverband: „Im Grunde haben wir keine Wahl“

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Patrick Politze, BWL- und GWW-Präsident.

Die Werbeartikelbranche steht zum Jahresende 2014 vor zukunftsweisenden Wochen. Die Mitglieder der Einzelverbände AKW (Arbeitskreis Werbemittel e.V.), bwg (Bundesverband der Werbemittel-Berater und -Großhändler e.V.), BWL (Bundesverband der Werbeartikellieferanten e.V.) sowie des Dachverbands GWW (Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft e.V.) stimmen darüber ab, ob die Verbände einem Verschmelzungsvertrag mit dem GWW zustimmen sollen. Ziel ist, einen Einheitsverband auf die Beine zu stellen, der die Interessen aller Branchenteilnehmer vertritt und so dank effizienterer Bündelung der finanziellen Mittel und mit einer größeren Mitgliederzahl mehr Strahlkraft und mehr politisches Gewicht entfalten kann. Angesichts der wachsenden Zahl an Herausforderungen und Aufgaben, mit denen sich die Branche derzeit konfrontiert sieht (von der Steuerproblematik über die Compliance-Bestimmungen, das Werbeartikelverbot der Pharmaindustrie, den geplanten Onpack-Verzicht der Apotheker oder die ZPÜ-Gebühren für USB-Sticks bis hin zu der Erstellung neuer Studien) hat die Entscheidung der Mitglieder zweifellos hochaktuelle Brisanz.

Diverse Arbeitsgruppen haben nun einen Rahmenplan, eine Satzung und einen Verschmelzungsvertrag ausgehandelt, der den Mitgliedern der Verbände zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Die Mitglieder der im AKW organisierten Markenartikler haben auf ihrer Tagung am 30. Oktober 2014 bereits der Verschmelzung mit dem GWW zugestimmt, nun stehen bis Dezember die Entscheidungen im BWL, im bwg und im GWW an.

Herr Politze, 2012 haben Sie im BWL die Initiative zum Einheitsverband gestartet. Was ist derzeit Stand der Dinge?

Patrick Politze: Wir gehen davon aus, dass wir uns nach nunmehr zwei Jahren, in denen wir mitunter recht kontrovers, aber stets konstruktiv über diese Thematik diskutiert haben, kurz vor Erreichen des Ziels befinden. Wir haben am 20. Oktober den Mitgliedern der Arbeitskreise – also Vertretern von AKW, bwg, BWL und GWW inklusive PSI – einen Satzungsentwurf vorgelegt, der mit einer Mehrheit von 96% angenommen wurde und nun den Mitgliedern der Einzelverbände zur Abstimmung vorliegt. Jeder Einzelverband muss mit einer Mehrheit von 75% der Verschmelzung im GWW zustimmen. Entscheiden sich die jeweiligen Mitglieder dafür, so steht dem Einheitsverband außer einigen formalen Hürden nichts mehr im Weg.

Sind Sie damit noch in Ihrem ursprünglichen Zeitplan?

Patrick Politze: Als ich 2012 mit der Idee zum Einheitsverband auf die Mitglieder des BWL zuging, avisierte ich ein Zeitfenster von zwei Jahren. Das hat sich bewahrheitet. Viele Verbandsmitglieder hatten gedacht, man könnte schneller erfolgreich sein, aber wir brauchten diese Phase der Überzeugungsarbeit und der Mitnahme. Nun haben wir wesentlich mehr Kreise eingebunden als zu Beginn und erhalten quer durch alle bestehenden Verbände Zustimmung zur Idee eines Einheitsverbands. Was mich besonders freut: Auch viele der ursprünglichen Skeptiker konnten wir für diesen Weg – der aus unserer Sicht alternativlos ist für die Branche – gewinnen. Wir haben viele Gespräche geführt, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Sinnvoll war sicherlich auch die Einrichtung der Arbeitskreise, in denen sich Interessierte aus allen Bereichen des Marktes an der konkreten Ausgestaltung des Einheitsverbandes mit einbringen konnten. Und es hat sich in vielerlei Hinsicht als richtig erwiesen, das Konzept Einheitsverband auf Ebene des GWW weiterzuführen. Das sind alles Prozesse, die Zeit brauchen. Insofern waren es zwei gut investierte Jahre.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Argumente für den Einheitsverband?

Patrick Politze: In den Diskussionen und den Arbeitsgruppen, an denen diverse Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Zielsetzungen beteiligt waren, wurde einmal mehr deutlich, dass es wenig gibt, was uns trennt, aber vieles, was uns verbindet. Eine Interessensvertretung aller zur Werbeartikelbranche zugehöriger Unternehmen hat viel mehr Möglichkeiten und Durchsetzungskraft und ist somit das Beste für jeden einzelnen Marktteilnehmer. Im Grunde haben wir auch keine Wahl. Wir können nicht so weiter agieren wie bisher, denn die Herausforderungen werden immer größer, die Angriffe auf den Werbeartikel – seien es die ungerechte Steuergesetzgebung oder die immer größere Unsicherheit bezüglich der Compliance-Richtlinien in vielen Unternehmen – immer heftiger. Ich denke, dass auch der Druck, der auf der Branche herrscht, mit zu der Einsicht geführt hat, dass wir es uns nicht weiter leisten können, uns im Klein-Klein-Spiel einzelner Verbände zu verlieren, sondern als eine Einheit nach außen auftreten müssen, um möglichst viel bewirken zu können.

Viele Skeptiker haben zunächst nicht verstanden, warum man diese Aktivitäten nicht wie bislang in dem Dachverband GWW verortet, sondern dazu einen neuen Einheitsverband mit einer neuen Struktur braucht. Was entgegnen Sie diesen Stimmen?

Patrick Politze: Der GWW in seiner jetzigen Form als Dachverband hat ein Budget von 25.000 Euro. Damit ist alles gesagt. Mit diesem Betrag kann man nicht einmal den Personalaufwand kostendeckend gestalten. Es wurden dann zusätzliche Gelder eingesammelt, um die dringendsten Aufgaben angehen zu können, aber die finanziellen Mittel waren immer viel zu bescheiden. Und man hat sich im GWW auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner getroffen – das ist nicht gerade vorteilhaft, wenn man etwas bewegen will. In einem Einheitsverband, der über eine bessere finanzielle Ausstattung verfügt und in dem die Gemeinsamkeiten gelebt werden, können andere Projekte angegangen werden. Dringend erforderlich ist z.B. die Erstellung neuer fundierter Studien und die Intensivierung der Lobbyarbeit auf allen Ebenen. Mit einem Verband, der die gesamte Branche vertritt, hat man auch ein komplett anderes Standing bei anderen Organisationen wie z.B. dem ZAW oder dem BGA. Wir werden mit Sicherheit viel ernster genommen werden. Deswegen ist es uns auch wichtig gewesen, das PSI als Gründungsmitglied des GWW mit in die Struktur des neuen GWW einzubinden, denn das PSI steht ja auch stellvertretend für seine mehreren Tausend Mitgliedsunternehmen – ein nicht zu unterschätzender Punkt in der Außendarstellung des Verbandes.

Wie sieht denn die Struktur des neuen GWW aus?

Patrick Politze: Der derzeitigen Verbandslandschaft entsprechend sollen vier Sektionen gebildet werden. Eine Sektion Markenartikler, eine Sektion Hersteller/Lieferanten und eine Sektion Händler. Zudem wollen wir eine vierte Sektion einrichten, die sich an Businesspartner der Branche aus den Bereichen Medien, Messen und Dienstleistungen richtet, um auch diese besser einbinden zu können. Es wird eine Geschäftsstelle mit Ralf Samuel als Geschäftsführer geben, der sich in seiner Position als BWL-Geschäftsführer bewährt hat. Aufgrund der wachsenden Aufgabenstellungen ist vorgesehen, die Geschäftsstelle personell besser zu bestücken, als das zuletzt der Fall war. So werden alle Mitarbeiter, die derzeit in den Einzelverbänden beschäftigt sind, übernommen und die Aufgaben auf einzelne Referate innerhalb der Geschäftsstelle aufgeteilt werden. Messeveranstaltungen wie die Newsweek oder die Trend sollen im neuen GWW weiter fortgeführt werden. Generell gilt: Was sich bewährt hat, bleibt erhalten. Der GWW wird alle Pflichten und Rechte der bestehenden Verbände übernehmen.

Angenommen, die Mitglieder der Einzelverbände sprechen sich für die Verschmelzung mit dem GWW aus: Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Patrick Politze: Bis zum 15. Dezember d.J. müssen sich die Verbände entschieden haben, damit der Verschmelzungsvorgang eingeleitet werden kann. Zum 1. Januar 2015 wird es dann die neue GWW-Organisation geben. Eine notariell beglaubigte konstituierende Mitgliedervollversammlung des neuen GWW wird im ersten Quartal des neuen Jahres stattfinden. Alle Formalitäten müssen dann bis Ende August 2015 vollzogen werden, damit die Gründung des Einheitsverbandes rückwirkend zum 1. Januar 2015 als gültig erklärt werden kann. Da der GWW-Vorstand 2013 für zwei Jahre gewählt worden ist, bleibt er 2015 im Amt, um die Übergangsphase zu begleiten. Ende des nächsten Jahres stehen dann die Vorstandswahlen für den neuen GWW-Vorstand an.

Das Interview erscheint außerdem in der kommenden Ausgabe der Werbeartikel Nachrichten, Nr. 332 (12. November 2014). www.werbeartikel-verlag.de/werbeartikel-nachrichten

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2016-10-21T11:33:30+00:0005. November 2014|