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Kai Gminder, Daiber: „Wir müssen als Hersteller immer kreativer werden“

Seit dem 1. April 2012 ist Kai Gminder Geschäftsführer bei der Gustav Daiber GmbH. Zusammen mit seinem Onkel Rolf Daiber leitet der 35-Jährige nun die Geschicke des Albstädter Textil- und Caplieferanten und repräsentiert somit die vierte Generation in der Unternehmensgeschichte. Ein Gespräch über Ferienjobs in der Bügelabteilung, Management by walking around, eine sehr modische Kollektion 2013 und revolutionierte Online-Services.

Kai Gminder, Geschäftsführer bei der Gustav Daiber GmbH.

Kai Gminder, Geschäftsführer bei der Gustav Daiber GmbH.

Herr Gminder, seit einem halben Jahr sind Sie nicht nur Vertriebsleiter, sondern auch Geschäftsführer der Gustav Daiber GmbH. Was hat sich für Sie seitdem verändert?

Kai Gminder: Es hört sich komisch an, aber ich habe mehr Zeit (lacht). Mehr Zeit für strategische Arbeit, die ja auch notwendig ist. Als Vertriebsleiter ist man zuständig für das gesamte Verkaufsteam, eine Arbeit, die viel Tagesgeschäft beinhaltet und einen dementsprechend bindet. Diese Aufgaben haben wir intern umstrukturiert, so dass sie jetzt weitgehend von unserem Vertriebsleiter Luis Pfister übernommen werden. Dadurch habe ich den Rücken frei, um meiner Tätigkeit als Geschäftsführer nachzukommen und meinen Onkel zu unterstützen, wobei ich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Einkauf zuständig bin, während Rolf Daiber die Bereiche Finanzierung und Buchhaltung verantwortet.

Sie repräsentieren nun in der hundertjährigen Geschichte von Daiber die vierte Generation der Familie Daiber in der Führungsspitze des Unternehmens. War das für Sie immer schon ein Plan, einmal ins Daiber-Management einzusteigen?

Kai Gminder: Eigentlich nicht. Ich habe BWL mit Schwerpunkt Marketing/Kommunikation an der Hochschule in Pforzheim studiert und wollte immer in den Bereich Werbung, habe in Werbeagenturen gearbeitet oder beim Markenmanagement von Daimler-Chrysler. Nach dem Studium – 2005 – habe ich dann jedoch zunächst im Lager von Daiber gejobbt, bis eine Stelle im Verkauf frei wurde, die mir angeboten wurde. Ich habe das dann ausprobiert, bin viel auf Hausmessen gewesen, habe die Branche kennengelernt und gemerkt, dass das absolut das Richtige für mich ist und die Tätigkeit in der Werbeartikelbranche mir unheimlich viel Spaß macht.

Im Prinzip sind Sie ja dann doch in der Werbung gelandet?

Kai Gminder: Das stimmt, aber das habe ich zunächst nicht so wahrgenommen. Für mich war das Unternehmen Daiber lange gleichbedeutend mit Textilien. In den 1990er Jahren habe ich als Schüler mein Taschengeld aufgebessert, indem ich in der Stick-, Bügel- und Druckabteilung gearbeitet, Siebdruck-Rahmen bespannt, ent- und beschichtet habe. Daher kenne ich den Betrieb wirklich von der Pike auf, was heute von Vorteil ist. Aber in dieser Zeit war Daiber eben in erster Linie ein Textilveredler, der Einstieg in den Werbeartikelmarkt begann erst Mitte bis Ende der 1990er Jahre mit dem Import von Caps.

Die schillernde Vielfalt der Werbeartikelwelt habe ich übrigens das erste Mal in Hong Kong und China erlebt. Da mich Architektur immer fasziniert hat, hatte ich meinen Onkel gebeten, ihn einmal auf eine seiner Asienreisen begleiten zu dürfen – Daiber hat ja seit 1988 ein eigenes Büro in Hong Kong. Und auf der Canton Fair in Guangzhou, die damals noch nicht in drei Phasen unterteilt war, konnte man damals wirklich alle Produkte sehen, die man sich vorstellen kann. Das war schon sehr beeindruckend.

Sie haben Marketing und Kommunikation studiert – findet aus Ihrer Sicht der Werbeartikel als Marketingtool genügend Beachtung?

Kai Gminder: Im Studium zumindest nicht, da wird er eher stiefmütterlich behandelt. Ich würde daher gerne auch einen Vortrag an der Hochschule in Pforzheim halten, um Aufklärungsarbeit zugunsten des Werbeartikels zu leisten. Ich bin jedenfalls mit sehr viel Herzblut dabei, nicht nur, weil wir eine sehr familiäre Branche sind, was ich sehr schätze, sondern auch eine sehr kreative. Auch als Hersteller muss man immer kreativer werden. Nur ein Beispiel: Wir bauen z.B. eine eigene Grafik auf, um zu jedem Angebot ein Layout mit dem Logo des Anwenders zu erstellen, was der Händler dann direkt an seinen Kunden verschicken kann.

Ihr Onkel Rolf Daiber steht dem Unternehmen seit 1974 vor und hat es dementsprechend nachhaltig geprägt. Ist es ein Vorteil für Sie, dass Sie nun noch für mehrere Jahre zusammen im Management von Daiber die Geschicke des Unternehmens leiten?

Kai Gminder: Wir tauschen uns sehr viel aus und wollen den Weg gemeinsam gehen. Natürlich gibt es einige Akzente, die ich setzen will, aber ich profitiere auch ungemein von seinen Erfahrungen und von seinem Führungsstil – dem „Management by walking around“, wie es mein Onkel nennt. Also immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter zu haben, alle Abläufe zu kennen, immer direkt im Geschehen zu sein, sich dort aufzuhalten, wo sich am meisten abspielt, ob mittags im Lager oder nachmittags in den Vertriebsbüros.

Daiber hat mittlerweile 120 bis 130 feste Mitarbeiter. Funktioniert dieses „Management by walking around“-Prinzip bei einer solchen Unternehmensgröße überhaupt noch?

Kai Gminder: Die Philosophie ist nach wie vor richtig, allerdings haben wir in der Tat einen kleinen Umbruch eingeleitet, indem wir mit Frank Schreiner als Marketingleiter und Jürgen Daiber, der übrigens nicht mit uns verwandt ist, als Einkaufsleiter eine zweite Management-Ebene installiert haben, um den veränderten Anforderungen in den Entscheidungsprozessen gerecht zu werden.

Das Unternehmen Daiber ist seit 2001 nicht mehr in Familienhand. Eigentümer ist die JCK Holding. Wie autark sind Sie in Ihren Entscheidungen?

Kai Gminder: Trotz ihrer finanziellen Stärke hat die Holding nicht den geringsten Heuschreckencharakter, sondern ist ein Familienunternehmen, dass sich – so lange es der Tochter gut geht – nicht in deren Belange einmischt. Wir stehen permanent im Austausch und können uns jederzeit Expertenrat und Hilfe holen, agieren aber komplett eigenständig.

Ich sehe auch in der Zukunft nur Vorteile durch die Zugehörigkeit zur JCK. Die Holding sichert uns einen finanziellen Background, ohne den wir die Ausweitung des Sortiments zu einem Textilvollsortiment gar nicht hätten leisten können.

Für die Zusammenstellung der Textil-Kollektion des nächsten Jahres zeichnen erstmals Sie verantwortlich. Was sind die Highlights?

Kai Gminder: Die gesamte Kollektion wird noch modischer. Das ist immer eine Gratwanderung, da in der Werbung Veredelbarkeit z.B. eine größere Rolle spielt als modisches Outfit. Dennoch wollen wir – nicht zuletzt mit Blick auf die zahlreichen Drucker und Sticker unter unseren Kunden – noch mehr modische Akzente setzen. Wir arbeiten mit neuen Materialien, bieten z.B. erstmals auch Jacken mit Daunenfutter an und haben eine topaktuelle Vintage-Kollektion aufgelegt mit einem sehr schönen Grip. Neben der Promotion- und der Sportswear ist Workwear ein dritter Schwerpunkt, den wir im nächsten Jahr weiter ausbauen werden. Hier ist vor allem die Funktionalität gefordert: geringe Einlaufwerte, Farbechtheit und die Verfügbarkeit in vielen unterschiedlichen Größen.

Ein weiteres Projekt, das Sie vorangetrieben haben, ist der Relaunch der Website und der Online-Services. Liegt die Zukunft des Vertriebs in den neuen Medien?

Kai Gminder: Unser wichtigstes Vertriebstool ist immer noch der Katalog, dennoch darf man die neuen Medien nicht aus den Augen verlieren, da sie dem User, wenn der Service stimmt, die Möglichkeit geben, Zeit zu sparen. Komplizierte Anfragen zu Veredelungen etc. bedürfen natürlich nach wie vor der telefonischen oder persönlichen Beratung, aber einfache Anfragen werden immer häufiger übers Web abgewickelt. Noch vor einem Jahr wurden nur etwa 10 % unserer Aufträge über den Online-Shop getätigt, mittlerweile sind es fast 33%. Das liegt natürlich auch an dem Relaunch und den neuen Services auf der Website.

Welche sind das?

Kai Gminder: Zunächst einmal ist es wichtig festzuhalten, dass der Relaunch der Homepage einhergeht mit dem Aufbau einer komplett neuen Datenbank, so dass der Online-Shop mit unserem Warenwirtschaftssystem vernetzt ist. Das erhöht natürlich die Schnelligkeit und reduziert auch Fehler, die bei der Eingabe von Daten immer auftauchen können. Über den neuen Menüpunkt „Anfrageverwaltung“ kann der Händler z.B. den Status einer Bestellung für seinen jeweiligen Industriekunden überprüfen. Darüber hinaus können Händler mehrere Warenkörbe anlegen, also für mehrere Industriekunden gleichzeitig Bestellungen aufgeben oder aktualisieren. Ein weiterer Punkt, der die Abwicklung beschleunigt: Händler können direkt das Logo des Kunden uploaden und angeben, wie es positioniert werden soll.

Wie ist die im Internet ja oftmals problematische Abgrenzung von Websites für Händler und Industriekunden gelöst?

Kai Gminder: Wir haben im Prinzip drei verschiedene Arten von Websites, die für die jeweilige Zielgruppe unterschiedliche Features bieten. Unser Online-Shop findet sich auf www.daiber.de. Hier haben Händler die Möglichkeit, ihr Firmenlogo und ihre Anschrift zu hinterlegen. Die Händler können für ihre Industriekunden einen Gastzugang für unsere neutralen Websites fashion-tunes.de und american-style-caps.de beantragen. Meldet sich der Industriekunde auf einer dieser Seiten an, so stehen das Logo und die Kontaktdaten des Händlers im Header. Der Industriekunde hat auf diesen Seiten die Möglichkeit, Artikel, die ihn interessieren, über eine Merkliste an seinen Händler zu senden. Passend zur jeweiligen Vertriebsstufe sind die entsprechenden Verkaufspreise hinterlegt. Bei fashion-tunes.de sind das z.B. die Händlerpreise mit 100 %-Aufschlag. Seiten mit .com-Endungen (fashion-tunes.com und american-style-caps.com) ermöglichen dagegen keine Preisabfrage, dafür geben sie aber z.B. Informationen über den Lagerbestand von Kunden. Wenn Industriekunden direkt auf unsere Seiten kommen, können sie sich Produkte auswählen und erhalten eine Liste mit Händlern in ihrer direkten Umgebung. Das heißt: Wir wollen mit unseren Online-Tools den Händler direkt am Point of Sale unterstützen, denn Händlertreue ist mir ein sehr wichtiges Anliegen.

Abschließend ein Blick in die Zukunft: Wie soll sich das Unternehmen Daiber weiter entwickeln?

Kai Gminder: Ich habe die Vision, die Marken James & Nicholson und Myrtle Beach beim Anwender weiter zu stärken. Die Marke ist bei den Händlern sehr bekannt, aber natürlich sind wir noch weit davon entfernt, dass ein Anwender, der T-Shirts braucht, dabei sofort an James & Nicholson denkt. Dahingehend wollen wir unsere Marketingaktivitäten verstärken, aber immer so, dass wir den Werbeartikelhandel mit ins Boot holen, denn wir brauchen den Handel als Multiplikator für unsere Produkte und Berater vor Ort, der die Bedürfnisse des Kunden viel besser einschätzen kann als wir.

www.daiber.de

 

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2016-10-21T11:35:22+00:0012. November 2012|