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Hohe Zölle auf Porzellan aus China

Der EU-Verordnung Nr. 1072/2012 entsprechend werden seit dem 16. November 2012 vorläufige Antidumping-Zölle auf die Einfuhren von Geschirr und anderen Artikeln aus Keramik für den Tisch- und Küchengebrauch – ausgenommen Messer – mit Ursprung in der Volksrepublik China erhoben. Von der Maßnahme, die einer weiteren Schädigung der europäischen Porzellanindustrie durch gedumpte Einfuhren vorbeugen soll, sind auch Werbeartikellieferanten betroffen, die Keramikwaren aus China beziehen.

PorzellanImportartikel gelten als gedumpt, wenn sie im Ausfuhrland weitaus günstiger angeboten werden als vergleichbare Ware auf dem Inlandsmarkt. Ermöglicht wird dies z.B. durch staatliche Subventionen, die darauf abzielen, den Marktanteil einheimischer Firmen im Ausland langfristig zu erhöhen. Um den daraus resultierenden Preisvorteil gegenüber der im Zielland ansässigen Industrie auszugleichen, legen betroffene Staaten im Bedarfsfall zusätzlich zum Regelzollsatz Ausgleichszölle fest. Aluminiumheizkörper, Fahrradteile, Stahlrohre, Mononatriumglutamat – die Liste chinesischer Erzeugnisse, die von der Europäischen Union mit Antidumpingzöllen belegt sind, ist lang. Seit dem 16. November 2012 zählen auch Keramikartikel dazu.

Durch Produktvielfalt, individuelle Designs und hochwertige Veredelungen möchten Lieferanten von Werbetassen und -bechern dafür sorgen, dass Porzellanartikel trotz Antidumpingsteuer auch zukünftig attraktiv bleiben.

Durch Produktvielfalt, individuelle Designs und hochwertige Veredelungen möchten Lieferanten von Werbetassen und -bechern dafür sorgen, dass Porzellanartikel trotz Antidumpingsteuer auch zukünftig attraktiv bleiben.

Hintergrund der Antidumping-Maßnahme ist ein am 3. Januar 2012 bei der EU-Kommission eingereichter Antrag von EU-Herstellern, auf die mit mehr als 30% ein erheblicher Teil der Gesamtproduktion von Geschirr und anderen Artikeln aus Keramik für den Tisch- oder Küchengebrauch in der Union entfallen. Dem Antrag folgend, leitete die Kommission eine Untersuchung ein und befragte in einem Stichprobenverfahren sowohl chinesische als auch europäische Hersteller zu Unternehmensstrukturen, Produktionskosten und Verkäufen der zu untersuchenden Ware. Zusätzlich wurden Kontrollbesuche vorgenommen und Erhebungen in einem Vergleichsland – im vorliegenden Fall Brasilien – durchgeführt.

Die Auswertung der erhobenen Daten ergab, dass der Preis chinesischer Waren im Untersuchungszeitraum zwischen 26,3% und 47,6% unter den ermittelten Preisen europäischer Keramikhersteller lag und dadurch erzwungene Preissenkungen zu Gewinneinbußen führten. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse sah die EU-Kommission die Dumping-Vorwürfe bestätigt und legte – je nach Hersteller und errechneter Dumpingspanne – Schutzzölle zwischen 17,6% und 58,8% des Nettowertes fest. Die Zölle gelten zunächst für sechs Monate, danach wird über eine endgültige Festlegung entschieden.

Kostensteigerung bei Werbetassen

Was traditionsreiche europäische Porzellanmanufakturen freut, die im Retailbereich schon lange Probleme mit der kostengünstigen Konkurrenz aus Fernost haben, sorgt bei Porzellanlieferanten in der Werbeartikelbranche für Wirbel. Markus Freisberg, Rastal: „Das Ziel dieser Maßnahmen mag der Schutz der europäischen Keramikindustrie sein, aber Werbetassen und -becher, die in unserer Branche als Streuartikel zum Einsatz kommen, werden von diesen Unternehmen gar nicht produziert.“ Rainer Becker, Kössinger, ergänzt: „Im Promotionbereich sind wir auf günstige Keramikwaren und hohe Stückzahlen angewiesen. Tassen sind ein beliebtes Werbemedium, und wir müssen jetzt – trotz Antidumpingzoll – dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.“

Je nach Anteil chinesischer Keramikartikel im Sortiment und je nach Höhe der zu leistenden Strafzölle fallen die Reaktionen und Maßnahmen der betroffenen Werbeartikellieferanten unterschiedlich aus: Kössinger legte beispielsweise am 3. Dezember 2012 eine neue Preisliste vor: „Obwohl wir überwiegend vom Höchstzollsatz mit 58,8% betroffen sind, haben wir einen Zuschlag von exakt 30% auf unveredelte Rohware aus chinesischer Produktion festgelegt. Dieser Prozentsatz ist möglich, da wir aktuell noch einige Modelle vorrätig haben. Wir haben uns zudem für eine Mischkalkulation entschieden, damit wir nicht laufend – je nach Lagerbestand – neue Einzelpreisungen vornehmen müssen“, fasst Becker zusammen.

Vorgesorgt hat auch Senator, wie Michael Wellner konstatiert: „Wir haben unsere Bestände frühzeitig aufgefüllt, sodass wir erst ab dem 1. März 2013 eine neue Preisliste ausgeben. Darüber hinaus versuchen wir, einen Teil der erhobenen Zölle durch Einsparungen in anderen Bereichen zu kompensieren.“

In der Regel wurden die Preise jedoch zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 angepasst. Stephan Horlebein, Maxim Ceramics: „Wir wollten unsere Kunden im Jahresendgeschäft nicht verunsichern, daher haben wir die ersten eineinhalb Monate trotz Mehrkosten auf Änderungen verzichtet. Mit den aktuell vorgenommenen Anpassungen, die rund 30% unseres Sortiments betreffen, zeigen wir größtmögliche Transparenz, indem wir die Zusatzkosten für jeden betroffenen Artikel individuell berechnen. Der Höchstsatz liegt bei 25% des Rohwarenpreises.“

Verlagerung der Bezugsquellen

Mit Spannung erwarten die Lieferanten nach Festlegung der Antidumpingzölle eine Neusondierung des Marktes. Während die mit dem Höchstzoll belasteten chinesischen Hersteller aktuell versuchen, zumindest in günstigere Zollkategorien eingestuft zu werden, können vor allem Produzenten außerhalb Chinas auf mehr Aufträge hoffen. Als alternative Bezugsquellen werden besonders thailändische und osteuropäische Unternehmen in Betracht gezogen. Wellner: „Die Umstellung erfordert Zeit, und es bleibt abzuwarten, ob sich die Verlagerung auf Bestellmengen, Lieferzeiten und Kosten auswirkt.“

In nur geringem Umfang von den Ausgleichszöllen betroffen, sind Werbetassenspezialisten, die überwiegend mit der deutschen und europäischen Porzellanindustrie kooperieren, wie z.B. SND, Mahlwerck und Könitz. Silke Eckstein, SND: „Wir beziehen den Großteil unseres Porzellans aus Europa wie auch Deutschland und arbeiten in China glücklicherweise mit einem Hersteller zusammen, dem ein vergleichsweise niedriger Zollsatz auferlegt wurde. Dennoch sind wir gezwungen in diesem Produktsegment eine Pauschale von 21 Cent pro Werbebecher an unsere Kunden weiterzugeben. Auch wenn die Maßnahmen Mehrkosten bedeuten, kann ich die Entscheidung der EU-Kommission durchaus nachvollziehen, da es für die europäische Industrie keine Möglichkeit mehr gab gegenüber China wettbewerbsfähig zu sein.“ Turpin Rosenthal, Könitz, geht noch einen Schritt weiter: „In Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Umweltschutz ist eine Verlagerung der Produktion nach Europa sicherlich begrüßenswert.“ Könitz verzichtet im Übrigen auf eine Weitergabe der Zölle, da sie im Gesamtgeschäft kaum ins Gewicht fallen.

Mehrwert schaffen

Ziel aller betroffenen Lieferanten ist es, Werbetassen und -becher auch weiterhin als idealen Promotionartikel attraktiv zu halten. „Es ist wichtig, unsere Kunden zeitnah über aktuelle Entwicklungen zu informieren, ohne sie zu verunsichern“, so Freisberg: „Die Zahl 58,8% darf sich nicht in den Köpfen festsetzen, und wir müssen deutlich machen, dass sich die Prozentangaben immer auf die Rohware beziehen. Preisrelevante Posten wie Druckvorstufe, Druck, Konfektionierung und Versand werden selbstverständlich separat abgerechnet.“ Importeure, die Fertigware aus China einführen und die Zölle auf das Endprodukt entrichten müssen, sind demnach viel stärker betroffen.

Da die Preisdifferenz gegenüber ehemals günstiger Ware aus Fernost abnimmt, prognostiziert Tobias Köckert, Mahlwerk, sogar eine verstärkte Nachfrage auf hochwertige Tassen und Becher: „Die Preissteigerung könnte mehr Qualitätsbewusstsein schaffen – ein durchaus positiver Aspekt.“ Nicht zuletzt hängt die weitere Entwicklung von der EU-Kommission ab. Die Entscheidung über eine endgültige Festlegung der Antidumpingzölle steht noch aus und wird spätestens zum 15. Mai 2013 erwartet.

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2016-10-21T11:35:09+00:0006. Februar 2013|