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Thomas Hendriksen, EPPA-Präsident: „Wir müssen viel mehr miteinander reden“

Thomas A.M. Hendriksen heißt der neue Präsident an der Spitze des EPPA (European Promotional Products Association). Der Niederländer folgt auf seinen Landsmann Hans Poulis und wird für die nächsten zwei Jahre die Geschicke des europäischen Dachverbands lenken. Dabei steht das neue EPPA-Board vor großen Herausforderungen.

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Thomas A.M. Hendriksen, Jg. 1948, begann seine Laufbahn in der Werbeartikelbranche 1974 mit der Gründung des Unternehmens Cravat Club, dessen Geschäftsführer und Inhaber er bis 2000 war. Von 1985 bis 2005 war er außerdem Geschäftsführer und Inhaber von Trendfactory, 1989 gründete er das Unternehmen Golden Premium. Von 2000 bis 2003 schließlich war er Geschäftsführer der CCO Poulis Group, einer der damals größten niederländischen Händler.

Herr Hendriksen, was war Ihre Motivation, als Nachfolger von Hans Poulis für das Amt des EPPA-Präsidenten zu kandidieren?
Thomas Hendriksen: Ich bin seit Jahrzehnten neben meiner beruflichen Tätigkeit in Verbänden engagiert, als Board-Mitglied und auch als Vorsitzender. Ich habe langjährige Erfahrungen in der Organisation und Gestaltung von Verbandsarbeit und -politik. Als es darum ging, einen Nachfolger für Hans Poulis zu finden, wusste ich einfach: Ich möchte das machen. Ich bin schon lange der Ansicht, dass sich die Branche in Europa anders und besser organisieren muss. Hans Poulis hat viele gute Initiativen angestoßen – u.a. die CSR-Offensive –, aber der EPPA hat kein solides finanzielles Fundament. Ich möchte das erreichen, was auch Hans Poulis erreichen wollte. Gleichzeitig möchte ich aber vor dem Hintergrund der letzten Jahre die Erwartungen nicht zu hoch hängen, sondern realistische Ziele formulieren. Denn ich bin zu einem einigermaßen schwierigen Zeitpunkt angetreten.

Wird das alte EPPA-Büro in Den Haag weiter bestehen?
Thomas Hendriksen: Nein, die Geschäftsstelle in Den Haag wurde aus Kostengründen aufgelöst und an meinen Privatsitz in Nieuw-Vennep nahe Amsterdam verlegt. Ich habe derzeit auch keine Mitarbeiter. Zwar gäbe es genug Arbeit, um jemanden zu beschäftigen, aber wir möchten die Ausgaben derzeit so schlank wie möglich halten.

Dass der EPPA als europäischer Dachverband zwar große Ziele verfolgt, aber nicht über die entsprechenden Mittel verfügt, ist ein Dauerthema.
Thomas Hendriksen: Zurzeit ist es sogar das zentrale Thema. Die 3.000 Euro, die jeder Mitgliedsverband jährlich beisteuert, sind eine viel zu geringe Summe. Um funktionieren zu können, müsste der EPPA auf das Zehnfache zurückgreifen können. Also muss man überlegen, wie man an Geld kommt – und das kann nur über eine alternative Verbandsstruktur erreicht werden. Hier eine Lösung zu finden ist meine erste und vorrangige Aufgabe.

Eine Möglichkeit wäre es, den EPPA nicht nur für einen, sondern für mehrere nationale Verbände pro Land zu öffnen. Der BPMA (British Promotional Merchandise Association), mit Abstand einer der größten und aktivsten nationalen Verbände, möchte z.B. seit Jahren Mitglied werden. Das ist jedoch aufgrund der aktuellen Satzung unzulässig, denn Großbritannien ist schon durch den Promota im EPPA vertreten.
Thomas Hendriksen: Richtig, und bisher haben einzelne Mitglieder es stets abgelehnt, die Statuten entsprechend zu ändern. Das ist ihr gutes Recht. Dennoch steht für mich fest: Auf Basis der derzeitigen Satzung, die pro Land einen Verband und darüber hinaus keine weiteren Mitglieder zulässt, wird der EPPA nicht überleben.

Schon lange im Gespräch ist auch eine Öffnung des EPPA für Einzelunternehmen, die außerhalb nationaler Verbände stehen.
Thomas Hendriksen: Bereits jetzt treten ja einige große Lieferanten und Händler als Sponsoren auf. Hans Poulis hatte den Ländermitgliedern zuletzt einen Vorschlag vorgelegt, Einzelunternehmen als Mitglieder mit weitreichenderen Rechten aufzunehmen – in ähnlicher Form, wie es der amerikanische Verband PPAI (Promotional Products Association International) praktiziert. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Ich möchte dennoch in alle Richtungen denken und führe momentan intensive Gespräche mit allen beteiligten Parteien. Auf Grundlage dessen werde ich Vorschläge entwickeln und präsentieren.

Gibt es Überlegungen, auch das PSI (Promotional Product Service Institute) als Mitglied in den EPPA aufzunehmen?
Thomas Hendriksen: Zumindest sollte das PSI stärker als bisher eingebunden werden. Das PSI ist ein wichtiger Teil der Branche und ein einflussreicher Akteur und sollte als Partner innerhalb des EPPA eine Rolle spielen – in welcher Form, das gilt es zu diskutieren.

Wann können wir mit einem Ergebnis rechnen?
Thomas Hendriksen: Die endgültige Entscheidung, ob und wie die Struktur des Verbandes verändert wird, fällt höchstwahrscheinlich auf dem Allgemeinen Mitgliedermeeting im September. Ich möchte noch einmal betonen: Eine alternative Struktur darf die Mitgliedsverbände nicht in Souveränität und Einfluss beschneiden, und ohne das „Go“ der Mitglieder wird es keine Entscheidung geben.

Auch abseits der finanziellen Thematik wäre es natürlich wünschenswert, wenn der EPPA mehr Mitglieder hätte. Die derzeit 11 nationalen Verbände, die unter dem Dach des EPPA organisiert sind, bilden die pan-europäische Branche jedenfalls nur ungenügend ab.
Thomas Hendriksen: Richtig. Immerhin hat die EU 28 Mitgliedsstaaten. Man darf zwar nicht vergessen, dass viele davon keinen Verband haben, aber trotzdem gibt es eine Menge Länder mit pulsierendem Werbeartikelmarkt und großen, aktiven Verbänden, die nicht Mitglied im EPPA sind. Außerdem ist der gesamte osteuropäische Raum im EPPA unterrepräsentiert.

Nun bietet der EPPA durchaus gute Gründe, Mitglied zu werden. Zu den jüngsten Verdiensten zählt der Code of Conduct für die europäische Werbeartikelbranche.
Wie geht es weiter mit der CSR-Offensive?
Thomas Hendriksen: Im Rahmen des 2013 durchgeführten Pilotprojekts hat sich der Zertifizierungsprozess im Großen und Ganzen als funktionstauglich erwiesen, und die ersten Unternehmen sind bekanntlich bereits zertifiziert. Es gab Verzögerungen bei der finalen Preisgestaltung. In den kommenden Wochen wird der Preis endgültig festgelegt. Nun gilt es, das CSR-Programm flächendeckend zu etablieren. Hier sind die nationalen Verbände in die Pflicht genommen, denn der EPPA hat nicht die Mittel, um im großen Stil die Werbetrommel zu rühren.

Gibt es denn aus der europäischen Branche vielversprechendes Feedback? Immerhin liegt es ja an den Einzelunternehmen, ob sie sich dem Zertifizierungsprozess – und dem damit verbundenen Aufwand – stellen.
Thomas Hendriksen: Es gibt ein hohes Interesse, insbesondere aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Benelux und Skandinavien. Ich denke, man kann vorsichtig prognostizieren, dass wir Ende dieses Jahres wenigstens 400 Bronze und insgesamt 100 Silber- und Gold-Zertifizierungen verliehen haben werden.

Ihr Vorgänger prognostizierte Anfang 2013, die Kampagne werde „in fünf Jahren ein weithin bekannter Standard“ sein.
Thomas Hendriksen: Eine Selbstregulation im Sinne des Code of Conduct ist für unsere Branche unerlässlich. Solange wir einen solchen Standard nicht haben, wird man in Brüssel nicht mit uns reden. Und wenn es uns nicht bis spätestens 2020 gelingt, diesen Standard zu schaffen, hat der EPPA versagt.

Apropos Brüssel: Was planen Sie mit Blick auf die PR- und Lobbyarbeit für die Branche?
Thomas Hendriksen: Ich werde viel Zeit investieren und mit Politikern in Brüssel sprechen, um herauszufinden, was man tun kann, um bei Gesetzesentscheidungen in der ersten Reihe zu sitzen. Aber auch für die Lobbyarbeit gilt: Sie kostet viel Geld. Kostspielige Lobbyagenturen zu beschäftigen ist ausgeschlossen. Eine gangbare Möglichkeit wäre es, stärker als bisher mit großen Branchenplayern zusammenzuarbeiten, die häufig einen guten Draht nach Brüssel haben.

Planen Sie weitere Initiativen?
Thomas Hendriksen: Ich habe die Idee einer internationalen Diskussionsrunde, die ein- oder zweimal im Jahr stattfindet: Ein Think Tank aus etwa 15 kreativen, professionellen Branchenplayern aus sechs bis sieben Ländern sollen in einer tollen Location zusammenkommen, aktuelle internationale Themen diskutieren und Lösungen finden. Das Ziel ist es, den Gedanken einer europäischen Branche zu stärken und voneinander zu lernen.

Kann man denn angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Konflikte überhaupt noch von einer pan-europäischen Werbeartikelbranche sprechen?
Thomas Hendriksen: Davon bin ich überzeugt. Wir leben in der EU, also sollten wir sie auch akzeptieren und entsprechend agieren. Ein internationaler Austausch ist unerlässlich. Wir müssen viel mehr miteinander reden. Schauen Sie sich internationale Gruppierungen wie IGC, Ippag oder Eurimage an – die gibt es nicht ohne Grund, und sie funktionieren.

Also hat auch der EPPA nach wie vor seine Daseinsberechtigung?
Thomas Hendriksen: Ich bin sicher, dass wir nicht ohne einen europäischen Dachverband auskommen.

Wo wird der EPPA in fünf Jahren sein?
Es wird auch in fünf Jahren noch einen EPPA geben. Er wird sicherlich anders aussehen, aber lebendiger sein als heute.

www.eppa-org.eu

 

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2016-10-21T11:33:53+00:0003. Juni 2014|